Henri Fasterling (dunkles Trikot) in der Waagerechten: Der Kreisläufer war kaum zu halten, wenn er denn erstmal den Ball hat.
Henri Fasterling (dunkles Trikot) in der Waagerechten: Der Kreisläufer war kaum zu halten, wenn er denn erstmal den Ball hat. (Foto: rin)

Wolves auf Betriebstemperatur

Furioser Jahresauftakt für die Handballer der HSG Seevetal/Ashausen: Nach zweimonatiger Spielpause ließen die Wolves dem HV Lüneburg in der Landesliga beim 33:23-Sieg keine Chance. 

Ashausen. Wiedereinstieg geglückt! So lautet das Fazit für Handball-Landesliga-Spitzenreiter HSG Seevetal/Ashausen: Die Wolves fegten den HV Lüneburg jetzt unter dem Wolfsgeheul ihres Fanklubs mit 33:23 aus der Ashäuser Sporthalle.

Die Handballer um Coach Nils Bengelsdorf und Co-Trainer Sebastian Holm hatten am 27. November ihr letztes Punktspiel bestritten. Da fällt die Einordnung des momentanen Leistungsvermögens ebenso schwer wie der Umgang mit dem Spielgerät unter Wettkampfbedingungen. Von daher waren die ersten 15 Spielminuten auf beiden Seiten von einigen Ungenauigkeiten im Passspiel, Timing und Abschluss gekennzeichnet.

Gästetrainer Christian Fleßner nahm nach 14 Minuten ein Time-out. Sein Team hatte sich ein 4:6 erkämpft und profitierte dabei von der fehlenden Feinjustierung in den Abläufen der Gastgeber. Zudem parierte Keeper Kjell Moormann ein paar freie Würfe der Wolves. Die Gastgeber kamen aber mit zunehmender Spielzeit immer mehr auf Betriebstemperatur.

6:0-Abwehr harmonierte mit dem Torwart

Vom 6:5 setzte sich die HSG Seevetal/Ashausen auf 12:6 und 16:9 bis zum Halbzeitpfiff ab. Basis dafür bildete eine saubere 6:0-Abwehr, bei der eine deutlich positive Entwicklung seit Saisonbeginn zu sehen ist. Dahinter stand mit Jonas Seifert ein mehr als verlässlicher Torwart, der seinem Team mit spektakulären Paraden den Rücken freihielt.

Auch wenn im Angriff nicht alles rund lief, ist die Offensive definitiv nicht die Baustelle der Wolves. Dafür verfügt das Team über zu viele individuell starke Spieler. Die erste Sieben stellte das unter Beweis: Strippenzieher Moritz Holm (5 Tore) auf der Mitte macht körperliche Defizite mit schnellen Eins-gegen-eins-Aktionen wett und setzt seine Mitspieler perfekt in Szene. Hüne Henri Fasterling (4) am Kreis kann in der zweiten Etage angespielt werden. Trotz seiner Länge ist er überaus wendig und bindet immer zwei Abwehrspieler. Die freien Räume nutzt Linkshänder Leon Petersen (11/3), der mit schnellem Antritt, gutem Wurfrepertoire und starken Abschlüssen begeistert.

Auch im Zeitspiel blieb das Team ruhig

Und wegen der guten Abwehr kam die HSG gegen Lüneburg auch prima ins Konterspiel, was gefundenes Fressen für Linksaußen Björn Heinzelmann (10) ist. Der kam vor allem auch im zweiten Durchgang zum Zug, als er im Innenblock deckte, gut antizipierte und einige Bälle klaute. Deswegen war die Partie nach 37 Minuten fast schon entschieden, als Leon Petersen beim 22:12 erstmals eine 10-Tore-Führung rausgeworfen hatte.

Wenig später folgte ein Highlight, als Moritz Holm einem von seinem Schlussmann parierten Ball fast an der eigenen Torauslinie greifen und ins leere Lüneburger Tor werfen konnte. Dabei gab aber erst der Aufpraller unmittelbar vorm Kasten den richtigen Effet, damit der Ball in die Maschen sprang. Positiv bei den Wolves: Auch im Zeitspiel blieb das Team ruhig. Fast schon gelassen spulte die Mannschaft alle noch möglichen Pässe druckvoll ab und hatte am Ende einen Mann freigespielt.

Zu viele Showeinlagen in der Schlussphase

Zehn Minuten vorm Abpfiff führten die Gastgeber mit 29:15. Lüneburg griff zur Auszeit, Seevetal/Ashausen in die Wechselkiste. Danach wurde es dann ein bisschen vogelwild bei den Gastgebern, die sich angesichts der klaren Führung Risikopässe erlaubten und einen Kempatrick probierten. Die Showeinlagen waren dann auch das Einzige, was Coach Bengelsdorf störten: „Ich gebe zu, das ist Jammern auf hohem Niveau.“ Er freute sich, dass die Lüneburger der Spieldurchführung überhaupt zugestimmt hatten. „Die Begegnung war eine tolle Motivation für meine Jungs. Das stumpfe Durch-die-Halle-laufen hat endlich ein Ende.“

Von Kathrin Röhlke