Marco Kieckhäfer (links) und Jonas Eschig waren für den TSV Heidenau bei der Niedersachsenmeisterschaft im E-Football am Start. (Foto: privat)

Aus für E-Football-Duo im Achtelfinale

An der Konsole lassen sie Messi und Co. kicken: Marco Kieckhäfer und Jonas Esching vertraten den Fußballkreis Harburg jetzt beim Pokalwettbewerb des NFV im E-Football.

Heidenau. Zwei Spiele gewonnen – im Achtelfinale ausgeschieden. So lautet das Ergebnis von Marco Kieckhäfer und Jonas Eschig vom TSV Heidenau beim diesjährigen Niedersachsenpokal im E-Football, der jetzt digital als VGH Masters beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) ausgespielt wurde. Doch enttäuscht sind die beiden keineswegs, wie sie selbst sagen.

Im Vorfeld des Landespokals wurde eine Qualifikation ausgespielt, um die beiden teilnehmenden Mannschaften aus dem Landkreis Harburg zu ermitteln. „Aufgrund der geringen Anzahl an Teilnehmern wurde im Format Jeder-gegen-jeden gespielt“, berichtet Marco Kieckhäfer. Neben dem TSV Heidenau waren nur sechs weitere Mannschaften aus dem Kreisgebiet an dem E-Football-Wettbewerb interessiert.

„In der Quali war das Niveau schon sehr gut, und wir haben uns erst am letzten Spieltag für den NFV-Pokal qualifizieren können“, erzählt der 22-jährige Kieckhäfer. Neben dem TSV Heidenau schaffte auch der ESV Maschen mit Ole Albrecht und Leon Mehlberg den Sprung zum Landeswettbewerb, musste dort aber bereits nach der ersten Runde die Segel streichen.

Beim E-Niedersachsenpokal an der Konsole galten folgende Regeln: Ein Spiel wurde über 90 Minuten im Modus Zwei-gegen-zwei mit „FIFA 22“ auf der Playstation 4 oder 5 ausgetragen. Bei dem Spiel „FIFA“ ist die Fußballwelt virtuell dargestellt. Vereine und Spieler entsprechen der Realität. Die Aktionen der Kicker auf dem Bildschirm gibt der Spieler an der Controller vor.

Größenvorteil gab Ausschlag für Odense BK

Im Vorfeld mussten die teilnehmenden Mannschaften sich also eine Mannschaft aussuchen. Möglich waren alle internationalen Mannschaften, die es im Spielsystem gibt. Für Deutschland sind die ersten drei Profiligen visualisiert, für England sogar die ersten vier. Alle Spieler sind auf die Stärke 90 gesetzt, sodass alle Mannschaften gleichstark waren. Im Klartext ist damit der HSV genauso gut wie der FC Liverpool.

Trotzdem mussten sich die beiden Spieler vom TSV Heidenau genau überlegen, für welche Mannschaft sie sich entscheiden wollten. „Da alle Spieler gleichstark sind, haben wir geschaut, welche Mannschaft gegenüber anderen Größenvorteile hat. Diese Werte wurden für das Turnier nicht verändert und konnten bei Standardsituationen für Vorteile sorgen“, erklärt Marco Kieckhäfer, der im normalen Leben als Innenverteidiger beim TSV Heidenau spielt. Die Wahl der beiden TSV-Konsolenkönige fiel schlussendlich genau deswegen auf den dänischen Erstligisten Odense BK.

„Trainiert haben wir im Blick auf das Turnier fast gar nicht. Wir spielen aber in unserer Freizeit schon seit Jahren zusammen ,FIFAˇ.“ Für die beiden Heidenauer ist das Zocken zusammen ein Ausgleich zum Alltag. „Man kann sich einfach mal auf etwas anderes konzentrieren und hat zusammen Spaß. Außerdem kann man virtuell auch mal seine Wunschelf aufstellen, mit Kickern die im realen Leben vielleicht nicht so viel Spielpraxis bekommen“, sagt Kieckhäfer.

Enge Spiele mit Toren in der letzten Minute

In der ersten Runde mussten Marco und Jonas gegen die Mannschaft vom SV Lachem-Haverbeck aus dem Kreis Hameln-Pyrmont schon alles am Controller zeigen. Erst in der Schlussminute erzielten sie den 3:3-Ausgleichstreffer, bevor sie das Spiel per Golden Goal für sich entschieden.

In der Partie gegen den SV Engern aus dem Kreis Schaumburg in Runde zwei lautete das Endergebnis ebenfalls 4:3. Es war ein Hin und Her mit vielen Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Das entscheidende Tor aber erzielte das Heidenauer Duo in der letzten Spielminute.

Im Achtelfinale war das Glück dann nicht mehr auf der Seite der beiden Kreisvertreter. Zwar führten die Zwei gegen den VfL Rötgesbüttel (Kreis Gifhorn), der auch schon den ESV Maschen in Runde eins ausgeschaltet hatte, früh mit 1:0, unterlagen am Ende aber unglücklich mit 1:2.

„Alle Spiele waren eng. Wir sind weitergekommen, hätten aber genauso gut in der ersten Runde rausfliegen können“, fasst Kieckhäfer das Turnier zusammen. Mit dem Erreichen der letzten 16 von 64 teilnehmenden Mannschaften waren die beiden aber zufrieden.

Chancengleichheit an der Konsole

E-Football trotzdem noch in Männerhand

Sieger des E-Niedersachsenpokals wurden übrigens Niklas Hartmann und Alexander Manteufel vom SSV Stederdorf aus dem Kreis Peine. Auf sie wartet nun am 2. und 3. April die Vorrunde des DFB-E-Pokals.

An der E-Football-Endrunde des NFV beteiligten sich die Meister und Vizemeister aus 32 NFV-Kreisen. Niedersachsenweit hatten in den letzte drei Monaten 362 Zweier-Teams in den Kreispokalturnieren ihre Spielkonsolen gefordert. In die Endrunde zogen letztlich insgesamt 126 Gamer ein, die ein Durchschnittsalter von 21,9 Jahren aufwiesen.

Gefordert beim E-Sports sind allein Fingerfertigkeit und Reaktionsschnelligkeit an der Konsole. Von daher gilt für diese Sportart eine absolute Chancengleichheit für Frauen und Männer. Am E-Niedersachsenpokal nahm allerdings keine einzige Frau teil.

Von Jan-Hendrik Koch