Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ließ in den vergangenen Wochen im Landkreis Harburg spürbar nach.
Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ließ in den vergangenen Wochen im Landkreis Harburg spürbar nach. (Foto: Johanniter)

Die Impfzahlen brechen ein

Das Interesse an einer Corona-Schutzimpfung im Landkreis Harburg ist seit Jahresanfang eingebrochen: Gab es in der ersten Woche noch 7746 Impfungen, waren es zuletzt nur noch 3628.

Winsen. Die Zahl der Impfungen in der Region bricht ein, mit teils eklatanten Folgen: So musste der Landkreis Lüneburg Ende Januar rund 5000 Dosen verschiedener Corona-Impfstoffe vernichten, weil das Verfallsdatum abgelaufen war. Der Landkreis Harburg musste zwar erst ein paar Dosen von Moderna entsorgen, doch auch hier gilt: In den Impfstützpunkten und auch bei mobilen Terminen schwankt das Interesse zwischen mau und mäßig.

Die Hoffnungen ruhen nun auf Novavax

Kreissprecher Andres Wulfes nennt auf WA-Anfrage Zahlen: Waren in der ersten Woche des neuen Jahres noch 7746 Corona-Schutzimpfungen im Landkreis Harburg vorgenommen worden, so sank die Zahl in der Woche zwei auf 6463 und auf 5156 in der dritten Woche. In der vierten Januar-Woche ließen sich dann nur noch 3628 Menschen im Landkreis Harburg den Piks geben – eine Halbierung also.

„Es wird immer schwerer, Menschen, die sich jetzt noch nicht haben impfen lassen, letztlich doch noch zu überzeugen“, sagt Wulfes. Noch drastischer sind die Zahlen im Nachbar-Landkreis Lüneburg gesungen: Von 3000 täglich Ende vergangenen Jahres auf rund 500 derzeit.

Im Kreis Lüneburg gibt es schon Termine

Die Hoffnungen in Lüneburg ruhen nunmehr auf dem so genannten Totimpfstoff Novavax. Das proteinbasierte Vakzin ist nunmehr von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Personen ab 18 Jahren zur Grund-immunisierung empfohlen worden.

Der Koordinator der Lüneburger Impfteams hofft, dass auch Menschen, die bislang mit einer Impfung gezögert haben, sich nunmehr dafür entscheiden werden. Ab 6. März könne man sich im Kreis Lüneburg mit Novavax impfen lassen, erklärt ein Kreissprecher: „Das Niedersächsische Sozialministerium hat uns die Lieferung von Impfstoff zu diesem Termin zugesagt.“

Doch während für den Landkreis Lüneburg entsprechend Termine über das zentrale Impfportal freigeschaltet wurden, ist man im Landkreis Harburg noch nicht so weit: „Wir wissen noch nicht wann und welche Mengen wir bekommen“, erklärt Andres Wulfes. Unklar sei außerdem, ob für dieses ergänzende Angebot eigens Termine geschaffen oder Novavax im Rahmen der derzeitigen Impfangebote verabreicht wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Landkreis Harburg gegenüber den Nachbarkreisen hinterher hinkt. Schon beim Impfangebot für Fünf- bis Elfjährige hatte man sich etwa in Winsen und Buchholz mit seinen Kindern noch in die Schlange stellen müssen, während es im Kreis Lüneburg längst feste Termine gab – mit dem Ergebnis, dass viele Menschen aus dem Landkreis Harburg einen Termin etwa im Impfstützpunkt Embsen westlich der Salzstadt buchten. Denn über die zentrale Terminvergabe des Landes kann man sich auch über Angebote in den Nachbarkreisen informieren. Ob auch viele Impfwillige aus dem Landkreis Harburg sich in Lüneburg jetzt auch für Novavax angemeldet haben, konnte der Sprecher nicht sagen.

Kinderimpfungen ziehen wieder an

Während die Zahl der Impfungen bei den Erwachsenen in den vergangenen Wochen einbrach, gebe es bei den Termine für Fünf- bis Elfjährige weiter eine große Resonanz, erklärt Andres Wulfes: „In der erste Woche hatten wir da 576 Impfungen, die beste Woche war die zweite Januarwoche mit 956 Impfungen.“ In Woche drei sei der Wert mit 703 zwar etwas abgesackt, in der vierten aber stieg die Zahl wieder auf 741. Jungen und Mädchen dieser Altersgruppe haben eigene Termine. Sie sind wie die für Jugendliche und Erwachsene auch auf Seite 2 des WA zu finden.

Von Thomas Mitzlaff