Wie viel Einsparpotenzial gibt es bei Heizung und Strom in den städtischen Gebäuden? Die Grünen wollen daraus sogar die Personalkosten für einen Energiemanager generieren. Doch noch ist unklar, wie dessen genaues Aufgabenprofil wäre. (Foto: AdobeStock)
Wie viel Einsparpotenzial gibt es bei Heizung und Strom in den städtischen Gebäuden? Die Grünen wollen daraus sogar die Personalkosten für einen Energiemanager generieren. Doch noch ist unklar, wie dessen genaues Aufgabenprofil wäre. (Foto: AdobeStock)

Grüne wollen Energiemanager für Winsen

Luhe-Stadt soll Stelle schaffen, um Kosten und CO2 einzusparen. Kommunen müssen Verbrauch ans Land melden.

Winsen. Der Kampf gegen den Klimawandel macht auch vor den Kommunen nicht halt. So ist auch die Stadt Winsen verpflichtet, im Rahmen des Niedersächsischen Klimagesetzes zum 31. Dezember 2023 einen Energiebericht für das Jahr 2022 abzuliefern. Ziel ist dabei, Einsparpotenziale zu erkennen und die Energiekosten in den kommunalen Liegenschaften um bis zu 20 Prozent zu senken. Damit das gelingen kann, müsse nach Ansicht der Grünen-Fraktion im Stadtrat ein Energiemanager in Vollzeit beschäftigt werden. Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Finanzen, Beteiligungen und Personal wurde daher über den Antrag zur Schaffung einer entsprechenden Stelle beraten.

Kommunen müssen Energiebericht liefern

Dr. Erhard Schäfer von den Grünen erläuterte zum Antrag: „Es ist aus unserer Sicht sinnvoll, dass schon dieses Jahr eine Stelle für einen Energiemanager in Vollzeit eingeplant wird. Es geht um so viele Zahlen, in die man sich einarbeiten muss.“ Die geforderten Inhalte wurden in dem an Bürgermeister André Wiese adressierten Papier zusammengefasst und decken sich mit den Forderungen des Niedersächsischen Klimagesetzes. Demnach soll der Energiebericht mindestens Angaben zu den im Kalenderjahr bei der Kommune angefallenen Kosten für Strom- und Heizenergie, die tatsächlichen Verbrauche und die damit verbundenen Emissionen von Kohlendioxid enthalten. Darüberhinaus sollen Einzeldaten, sofern vorhanden, nach Möglichkeit in Bezug auf die jeweilige Nutzfläche in dem betroffenen Gebäude gebracht werden.

Im Schriftstück der Grünen heißt es weiter, dass ein Energiemanagement technischen Sachverstand und kommunikatives Geschick erfordere. Die vielfältigen Aufgaben sowie die Arbeitsbelastung könnten nicht einfach zusätzlich von der Hochbau-Abteilung übernommen werden. Die Einrichtung eines Energiemanagements würde durch das Bundesumweltministerium anteilig mit bis zu 10 000 Euro gefördert, was allerdings keine Personalkosten einschließe, sondern nur Software und andere Arbeitsmittel wie Messtechnik. Die Personalkosten würden sich laut dem Antrag mit dem Einsparpotenzial amortisieren.

Viel oder doch wenig Arbeit?

Michael Schulze von der SPD wollte wissen, ob die Kommune nur Daten liefern müsse oder tatsächlich einen Bericht. Bürgermeister André Wiese erklärte daraufhin: „Die Kommunen sind verpflichtet, einen kommunalen Energiebericht zu erstellen. Aber was ist genau gefordert? Das Land schreibt, es sei kaum Arbeit.“ Doch was genau dort inhaltlich festzuhalten sei, darüber „streiten die Gelehrten“, hielt sich der Verwaltungschef vage. „Es wäre nicht das erste Mal, dass das Land etwas runterspielt, was sich am Ende als großer Brocken erweist“, haderte Wiese mit den Erfahrungen aus Hannover.

In der Abstimmung gab es vier Stimmen für den Antrag, vier Enthaltungen und eine Gegenstimme. Als nächstes wird das Konzept im Verwaltungsausschuss vorgestellt, bevor der Stadtrat sich mit der Thematik beschäftigt.

Von Andreas Urhahn