In Gödenstorf krachte ein Baum ins Hausdach, beschädigte dies schwer. (Foto: Mathias Wille)

„Zeynep“, das nächste Sturmtief naht – Landkreis gibt Warnung raus

Update Sturm/Orkan:  Warnung vor Sturmflut +++ Deiche nicht  betreten +++ Deichvorland meiden +++ Warn-Apps nutzen

LK Harburg. Norddeutschland rüstet sich für das Sturmtief „Zeynep“: Meteorologen rechnen ab Freitagnachmittag bis in den Samstagmorgen mit schwerem Sturm und Orkanböen, für ganz Norddeutschland wurde eine Unwetterwarnung ausgesprochen. An der deutschen Nordseeküste und in Hamburg wird zudem vor einer Sturmflut gewarnt – diese hat auch Auswirkungen auf den Pegelstand der Elbe im Landkreis Harburg.

Der Landkreis Harburg ruft daher alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, heute und an den kommenden Tagen das Betreten der Deiche zu vermeiden und sich auch nicht im Deichvorland aufzuhalten. Die Bevölkerung wird außerdem gebeten, sich über Warn-Apps wie Biwapp, Nina oder die WarnWetter-App über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

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Sturm „Ylenia“ richtete große Schäden im Landkreis an
Feuerwehr mussten zu Hunderten Einsätzen ausrücken 

Zu mehr als 500 Sturm-Einsätzen mussten die 107 Feuerwehren des Landkreises Harburg seit kurz vor Mitternacht ausrücken. Ylenia wütete. Ein Tragödie ereignete sich im Kreis Uelzen, dort stürzte eine Eiche auf ein Auto, der Fahrer starb. 

LK Harburg. Die ersten Alarmierungen gab es bereits kurz nach 23 Uhr am Mittwochabend, umgeknickte Bäume, blockierte Straßen und Wege. Ab 3.30 Uhr kamen die Einsatzmeldungen im Minutentakt Feuerwehren im ganzen Landkreis. Mehr als 500 Einsätze Ware es für die 107 Wehren im Kreis Harburg.

Einsatzbrennpunkt Buchholz

Nachdem bereits in der Nacht erste Gemeinden ihre Kommunalen Einsatzleitungen (KEL) in Betrieb genommen hatten, um die Rettungsleitstelle im Winsener Kreishaus zu entlasten, folgten gegen acht Uhr am Donnerstag alle weiteren Städte und Gemeinden des Landkreises.

Ein Einsatzschwerpunkt war einmal mehr die Stadt Buchholz, wo bis zum Mittag 115 Einsätze absolviert werden mussten. Aber auch die Wehren in Seevetal und Tostedt waren fast pausenlos im Einsatz.

Dach der Luhdorfer Sporthalle beschädigt 

In Luhdorf wurde das Dach einer Schulsporthalle erheblich beschädigt, bei Marxen stürzte ein Baum in die Oberleitung der dortigen Bahnstrecke und beschädigte diese schwer. Zahlreiche Bäume stürzten auch auf Gebäude. In der Gödenstorfer Bahnhofsstraße zerschmetterte eine Kiefer Dachstuhl und Giebelwand eines Einfamilienhauses. Die Bewohnerin bliebt unverletzt.

Die Feuerwehren des Landkreises bleiben weiterhin in Alarmbereitschaft. Für morgen Nachmittag warnt der Deutsche Wetterdienst vor einer erneuten schweren Sturmlage in Norddeutschland.

Blickpunkt Seevetal

Die 14 Feuerwehren der Gemeinde Seevetal mussten bis zum Mittag zu mehr als achtzig Einsätzen ausrücken.

Die Böen entwurzelten Bäume, die auf Häuser, Straßen und Wege stürzten. In Maschen drohte das Dach eines Logistikunternehmens auf rund 30 Metern Länge wegzuwehen. Die Feuerwehren der Gemeinde sind seit den Nachtstunden im Dauereinsatz. Zur Entlastung der Rettungsleitstelle ist im Feuerwehrhaus in Fleestedt die Kommunale Einsatzleitung der Gemeinde Seevetal in Betrieb gegangen, von hier werden die Einsätze in Seevetal koordiniert und gelenkt. Von 00.00 Uhr bis 11.00 Uhr absolvierten die Feuerwehren der Gemeinde mehr als 80 Unwettereinsätze.

Recht früh haben die Verantwortlichen der Feuerwehr Seevetal damit begonnen, sich auf die Sturmlage vorzubereiten. Um 23.15 Uhr wurde die Kommunale Einsatzleitung im Feuerwehrhaus Fleestedt in Betrieb genommen, da von einer Vielzahl an Hilfeleistungseinsätzen auszugehen war. Die ersten Einsätze ließen nicht lange auf sich warten.

In Maschen beseitigte die Wehr Ramelsloh einen umgestürzten Baum in der Maschener Schützenstraße. Die Feuerwehren Holtorfsloh, Machen und Meckelfeld waren in der Straße „Wilder Kamp“ tätig, hier stürzten mehrere Bäume auf ein Grundstück und verfehlten ein Wohnhaus nur knapp. Weitere gefährdete Bäume mussten über die Drehleiter beseitigt werden.
In Maschen stürzte in der Straße „Am Brook“ ein Baum über die Straße.

Die Feuerwehren im Dauereinsatz. (Foto: Köhlbrandt)

Straßen gesperrt

Während eine Vielzahl von Störungen durch die Einsatzkräfte behoben werden konnte, sind die Rosengartenstraße,
zwischen der B3 und Rosengarten-Sieversen, sowie die K 72, zwischen Sprötze und Holm-Seppensen, bis auf Weiteres gesperrt. Die Beseitigung der Bäume kann dort erst erfolgen, wenn sich die Wetterlage beruhigt hat.

Anhänger kippt auf Bundesstraße

Durch die starken Winde kippte auf der B 404 in Fahrtrichtung Geesthacht, kurz vor der Anschlussstelle Eichholz, ein mit nur leicht beladener Anhänger auf die Seite. Die Zugmaschine blieb stehen. Ein Bergungsunternehmen konnte den Anhänger wieder aufrichten. Das Abschleppfahrzeug begleitete das Gespann, um Windschatten zu spenden, bis zur nächsten Abfahrt. Die B 404 war zeitweise voll gesperrt.

Bad Bevensen: Eiche stürzt auf Auto, Fahrer stirbt

Auf der Landesstraße 252 zwischen Bad Bevensen und der Bundesstraße 4 verstarb in den Morgenstunden  nach ersten Erkenntnissen ein 37 Jahre alter Fahrer eines Autos durch einen umgestürzten Baum. Der Mann aus dem Landkreis
Lüchow-Dannenberg befuhr gegen kurz nach 9 Uhr mit seinem Skoda Octavia die L252 von Bad Bevensen kommend in Richtung Bundesstraße 4. Eine gut 60 Zentimeter dicke Eiche stürzte dabei auf den Pkw des 37-Jährigen. Der Mann verstarb noch im
Fahrzeug und konnte in der Folge nur noch tot aus dem Wrack geborgen werden. Die Unfallstelle musste für die Bergungsarbeiten teils voll gesperrt werden. Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Bevensen waren im Einsatz. Es entstand ein Sachschaden von gut 15.000 Euro.

Der Sturm geht weiter und die Einsätze auch.

Fotos/Text: Mathias Wille/ WA/Matthias Köhlbrandt/Feuerwehren LK Harburg