Die Schulelternratsmitglieder Franziska Schulthoff (links) und Markus Rosenbrock warben jetzt mit Vorsitzender Silke Dolle für die Umwandlung der Hanstedter Oberschule in eine Intergrierte Gesamtschule. (Foto: po)
Die Schulelternratsmitglieder Franziska Schulthoff (links) und Markus Rosenbrock warben jetzt mit Vorsitzender Silke Dolle für die Umwandlung der Hanstedter Oberschule in eine Intergrierte Gesamtschule. (Foto: po)

Genügend Kinder für eine IGS

Schulelternrat der Oberschule Hanstedt wirbt massiv für Integrative Gesamtschule.

Hanstedt. Der Wunsch nach einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hanstedt ist groß. Deswegen wirbt der Schulelternrat der dortigen Oberschule massiv für die Einrichtung einer solchen. Auf einer Informationsveranstaltung unterstrich Elternratsvorsitzende Silke Dolle kürzlich noch einmal, dass die Samtgemeinde Hanstedt es aus eigener Kraft schaffen würde, eine IGS zu füllen. Das gäben die Schülerzahlen her.

Über 80 Interessierte, darunter nicht nur Eltern, sondern auch Lokalpolitiker aus dem Schulausschuss des Landkreises verfolgten die Diskussionsveranstaltung, die Markus Rosenbrock aus dem Schulelternrat moderierte. Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus und André Bock, Landtags- und Kreistagsabgeordneter, stellten sich den Fragen aus dem Plenum.

Silke Dolle informierte anschaulich über die Vorteile einer IGS: So würden momentan täglich etwa 600 Schüler mit Schulbussen zu weiterführenden Schulen nach Buchholz, Salzhausen und Jesteburg gebracht. Das sei weder nachhaltig noch gewinnbringend – auch nicht für die Jugendarbeit in den Vereinen der Samtgemeinde: Lange Fahrtzeiten der Kinder und unterschiedliche Schulzeiten erschweren deren Arbeit.

Nach Ansicht des Schulelternrates könne die Samtgemeinde allein genug Kinder für eine vierzügige IGS vorweisen. Die Schülerzahlen der Grundschulen gäben das her, erläuterte Silke Dolle: Von den rund 135 Schülern pro Grundschuljahrgang wechselten durchschnittlich 40 bis 50 auf ein Gymnasium.

Eine IGS würde folglich die Kosten in der Schülerbeförderung für den Landkreis senken, für eine bessere Vernetzung der Region durch Einbindung von Vereinen, Organisationen und Betrieben durch die Schulform sorgen und bei den Schülern eine Identitätssteigerung mit der Region hervorrufen, lauten andere Hauptargumente des Schulelternrates. Soziale Komponenten wie der Erhalt von Freundschaften nach der Grundschulzeit seien weitere Faktoren.

Der Schulelternrat lobte die jetzige Oberschule eindeutig für ihre gute Arbeit. In vielen Bereichen sei die Oberschule Hanstedt schon jetzt vergleichbar mit einer kleinen Gesamtschule. „Es fehlt nur ein wichtiges Kriterium: Die Oberschule kann nicht alle Bildungsabschlüsse anbieten, und dadurch findet eine Selektion statt“, argumentierte Silke Dolle weiter. Über die Vorteile einer IGS konnten sich die Anwesenden gleich live und aus erster Hand informieren lassen: Holger Blenck, Schulleiter der IGS Buchholz, und Nicole Dörffling, Elternratsvorsitzende dieser Schule, schilderten den Schulalltag eindrücklich. rin

Schulentwicklungsplan

Politik muss sich positionieren

Bislang gibt es im Landkreis drei Integrierte Gesamtschulen in Buchholz, Hittfeld und Winsen. Die Schulform genießt regen Zuspruch. Neben Hanstedt gibt es auch andere Kommunen, die für die Einrichtung einer weiteren IGS auf ihrem Gebiet werben. Dazu zählen beispielsweise die Standorte Nenndorf und Jesteburg. Wie sich die Schullandschaft im Landkreis Harburg weiter entfalten soll, darüber wird der Schulentwicklungsplan Auskunft geben, an dem der Kreisschulausschuss mit der Verwaltung und externen Beratern arbeitet. Welche Schulform macht wo Sinn? Wie sehen die Schülerzahlen aus? Welche An- oder Umbauten an den bestehenden Schulen wären erforderlich? All diese Aspekte müssen bei der Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Hat sich die Politik für einen Standort beispielsweise für eine IGS entschieden, wird eine Elternbefragung vom Landkreis vor Ort durchgeführt. Zudem muss ein entsprechender Antrag an die Landesschulbehörde, unter anderem zuständig für die Lehrerversorgung, ergehen. Sollte der Landkreis seine Entscheidung bis zum 31. Oktober fällen, könnte der Schulbetrieb unter Umständen bereits zum Schuljahr 2023/2024 starten. Die nächste Sitzung des Schulausschuss des Landkreises ist für Mittwoch, 2. März, anberaumt. Dann könnte das Thema auf die Tagesordnung rücken.