Flitzt mit dem Mountainbike zum Weltmeistertitel: Reinhold Wolter in Andorra.
Flitzt mit dem Mountainbike zum Weltmeistertitel: Reinhold Wolter in Andorra. (Foto: po)

Winter-Duathlon: Zweimal WM-Gold im Schnee

Gleich Doppel-Gold holte sich Reinhold Wolter jetzt bei den Weltmeisterschaften im Winter-Duathlon und -Triathlon ab. Das Besondere: Der Brackeler ist Jahrgang 1936!

Brackel. Als Sportler kommt man ganz schön rum. Die, die richtig gut sind, bereisen sogar die Welt. So wie Reinhold Wolter aus Brackel, der gerade mal wieder bei Weltmeisterschaften (WM) am Start war, und zwar im Zwergstaat Andorra.

Die über 2000 Kilometer lange Reise nach Andorra ist für die Wolters auch ein Familienurlaub: Ehefrau Waltraud begleitet Reinhold selbstverständlich, zumal der sportliche Senior, Jahrgang 1936, immer beste Siegchancen hat. So auch in Andorra, als sich Wolter zum Doppelweltmeister im Winter-Duathlon und -Triathlon kürte.

Los ging es für den Brackeler, der für den VfL Jesteburg und die LG Nordheide startet, mit dem Duathlon. 18,8 km waren für die Senioren zu bewältigen: Zwei Runden wurde über insgesamt 6,4 km auf Forstwegen, Naturpfaden und Almwiesen gelaufen. Dabei mussten 427 Höhenmeter bewältigt werden.

5,4 km laufen

Dann tauschten die Sportler die Laufschuhe gegen Ski: Auf einer anspruchsvollen Strecke mit steilen Anstiegen und rasanten Abfahrten und in einer Höhe von 2100 m waren die 12,4 zu absolvierenden km kein Pappenstiel. Aber Wolter biss sich durch und gewann in der Altersklasse 85 bis 89. Zwar war der Brackeler auch einziger Starter, aber seiner Leistung tut das keinen Abbruch.

Und damit hatte der Senior noch nicht genug: Nur 50 Stunden später stellte sich Reinhold Wolter der nächsten Herausforderung beim Weltmeisterschaftsrennen im Winter-Triathlon. Dabei gesellte sich noch die Disziplin Radfahren dazu.

Auf schneebedecktem Gelände mussten die Starter 5,4 km laufen. Daran schlossen sich drei Runden über insgesamt 9 km mit dem Mountainbike an. „Das war wirklich eine hammerharte Strecke“, musste selbst Reinhold Wolter gestehen. Denn der Schnee war teilweise aufgeweicht, wechselte mit schmalen Wegen und steinigem Gelände. „In manchen Passagen mussten wir das Rad schieben oder tragen“, berichtete der Brackeler. Aufgeben ist für Reinhold Wolter aber nie eine Option.

Sonnenschein und moderate Temperaturen

Und deswegen absolvierte er natürlich auch noch die 9,3 km lange Skistrecke mit 490 Höhenmetern. Erst nach 4:14,56 std war der Wettkampf für den Brackeler vorbei. Der Zieleinlauf mit einem langen Spalier aus klatschenden Zuschauern, Funktionären und Ordnern war dann eines Weltmeisters würdig und Belohnung für die Strapazen.

Insgesamt 17 Tage gönnten sich die Wolters in Andorra. „Die Weltmeisterschaften waren perfekt organisiert“, resümierte der Brackeler Gold-Junge. „Und Andorra zeigte sich von seiner besten Seite mit täglichem Sonnenschein und moderaten Temperaturen.“

Von Kathrin Röhlke