Anzeige
Die Vorstandsmitglieder des Landkreises Harburg setzen mit dem Hissen der ukrainischen Flagge ein Zeichen der Solidarität (v. li.): Christa Peter, Landrat Rainer Rempe, Erster Kreisrat Kai Uffelmann, Kreisrat Josef Nießen und Reiner Kaminski. (Foto: LK Harburg)

Landkreis Harburg, Kommunen und Hilfsorganisationen ziehen an einem Strang


Krieg in der Ukraine: Welle der Hilfsbereitschaft ist auch im Landkreis Harburg groß / Zentrale Anlaufstationen für Unterstützer, aber auch für Hilfesuchende werden geschaffen.

LK Harburg. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks befinden sich schon mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine auf der Flucht. Es sind vor allem Frauen und Kinde. Viele werden auch nach Deutschland kommen. Allerorten werden Hilfsangebote geschaffen, Spenden gesammelt und Unterbringungsmöglichkeiten gesucht – das gilt auch für den Landkreis Harburg. „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welch großer Hilfsbereitschaft die Menschen in der Region auf die schreckliche Lage in der Ukraine reagieren“, sagt Landrat Rainer Rempe.

Hilfe bündeln 

Immer wieder rufen Bürgerinnen und Bürger bei der Kreisverwaltung an, die Wohnraum zur Verfügung stellen möchten. Andere wollen spenden oder organisieren gleich selbst Hilfstransporte, um Güter direkt an die ukrainische Grenze zu bringen.
Um all diese Hilfsangebote zu bündeln und zentrale Anlaufstellen für Unterstützungsangebote zu schaffen, arbeiten der Landkreis Harburg, die Kommunen, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Johanniter-Unfall-Hilfe, in enger Abstimmung daran, entsprechende Strukturen zu schaffen. „Wir wollen alles dafür tun, dass die Hilfe für die Menschen aus der Ukraine so reibungslos wie möglich dort ankommt, wo sie benötigt wird“, so Rempe. „Eine große Unterstützung hierbei sind unsere Hilfsorganisationen, die sich sofort bereit erklärt haben, sich mit ihrem Know-how zu beteiligen und die auch schon mit vielen privaten Initiativen in Kontakt stehen“, schildert der Landrat die Situation.

Wohnraum zentral verwalten

Für alle, die den Kriegsflüchtlingen Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, richtet das DRK die zentrale Telefonnummer 04171 – 7694444 ein. Sie ist ab dem 7. März um 9 Uhr besetzt. Hier werden Wohnraumangebote gesammelt und vermittelt. Um eine Unterbringung auch einer größeren Anzahl von Menschen sicherzustellen, laufen gemeinsam mit den Hilfsorganisationen außerdem die Vorbereitungen, im Notfall schnell zentrale Unterbringungsmöglichkeiten in Betrieb nehmen und die Menschen dort auch versorgen zu können.

Die Hotline der Johanniter zur Koordinierung von Unterstützungsangeboten durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer lautet 04172 – 966113 und ist ab dem 7. März von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, besetzt. Weitere Informationen finden sich auch unter: www.johanniter.de/harburg-ukraine.

Ansprechpartner in jeder Kommune

In jeder Kommune sowie beim Landkreis Harburg wird es außerdem einen zentralen Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Unterstützung ukrainischer Kriegsflüchtlinge und für die Betroffenen selbst geben. Auch hier wird zeitnah über eine Kontaktmöglichkeit informiert.

Und auch die hohe psychische Belastung der Menschen haben die Helferinnen und Helfer im Blick: Die Johanniter bieten hier eine Unterstützung bei Erstgesprächen an.

„Uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Kommunen und Hilfsorganisationen funktionierende Strukturen vor Ort zu schaffen, um den Menschen schnell und unbürokratisch helfen zu können. Dies können wir nur gemeinsam schaffen“, sagt Rainer Rempe. Gleichzeitig begrüßt er, dass die EU eine Entscheidung im Hinblick auf den rechtlichen Status der Kriegsflüchtlinge getroffen hat.

Impfangebote für Flüchtlinge 

Und auch das Thema Corona-Impfung spielt weiter eine große Rolle – in der Ukraine sind erst etwa ein Drittel der Menschen geimpft. Der Landkreis Harburg bietet allen Herkommenden an, vom hiesigen Impfangebot Gebrauch zu machen. „Wenn Sie selber Vertriebene aus der Ukraine untergebracht haben oder mit ihnen auf anderem Weg in Kontakt stehen, informieren Sie sie gerne über diese Möglichkeit“, fordert Landrat Rainer Rempe alle auf. „Es ist genügend Impfstoff vorhanden.“

Sein Dank geht an alle, die sich in dieser Situation solidarisch zeigen: „Auch wenn wir mit Entsetzen auf den Krieg in der Ukraine blicken, so macht es doch auch Mut zu sehen, wie eng alle zusammenstehen, um den Menschen, die zu uns kommen, zu helfen. Ich möchte allen herzlich für ihre Bereitschaft, dabei zu unterstützen, danken.“

Als Zeichen der Solidarität weht seit dieser Woche auch die Flagge der Ukraine vor dem Kreishaus. „Damit verändern wir sicher nicht die Welt, aber wir zeigen, dass wir an der Seite der Ukraine und ihrer Bevölkerung stehen. Dieser Krieg muss so schnell wie möglich durch Russland beendet werden“, so Rempe.

Benefiz-Konzert in Seevetal

Am Freitag, 11. März 2022, findet um 19 Uhr auf Initiative der Gemeinde in der Burg Seevetal ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Opfer des Ukraine-Krieges statt. Dabei sind unter anderem die vielleicht schönste Coverband des Nordens „Papa Rockt“, die Musical Company mit einem Ausschnitt ihres Musicals „Rent“, die Bigbands der Gymnasien Hittfeld und Meckelfeld und viele andere bekannte Musiker der Region, die allesamt auf ihre Gage für diesen Abend verzichten. Am Schluss werden sich alle Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne zu einem Abschlusslied versammeln.

Der Einlass beginnt ab 18 Uhr. Es gelten die 2G-Bedingungen. Der Eintritt beträgt 5 €. Weitere Spenden sind willkommen. Die Einnahmen des Abends fließen zweckgebunden entsprechenden Hilfseinrichtungen zu. Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede würde sich über eine hohe Teilnehmerzahl und eine große Spendenbereitschaft freuen, um damit ein starkes Zeichen der Gemeinde und der Region zu setzen.

Der Vorverkauf startet am Freitag, 4. März. Karten gibt es in der Burg Seevetal, in der Wassermühle Karoxbostel, beim Getränkehandel Otto Bode in Hittfeld, im Gartenfachzentrum Matthies sowie im Restaurant Horse in Pub in Harburg / Langenbek.