Marleen Kadenbach zeigte als einziger Luchs eine gute Leistung in Oldenburg und steuerte 10 Treffer bei, darunter drei verwandelte Siebenmeter. (Foto: rin)
Marleen Kadenbach zeigte als einziger Luchs eine gute Leistung in Oldenburg und steuerte 10 Treffer bei, darunter drei verwandelte Siebenmeter. (Foto: rin)

Luchse enttäuschten

VfL Oldenburg zieht nach guter Leistung mit 27:21-Erfolg ins Olymp Final4 ein. Luchse an diesem Tag ohne Chancen.

Buchholz. Eine letztlich indiskutable Leistung sorgte bei den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten für das Aus im Viertelfinale des DHB-Pokals. Nach der 21:27-Pleite bleibt den Luchsen damit das große Highlight, der Einzug in das Olymp Final4, das man im Vorjahr noch enthusiastisch feierte, verwehrt. Oldenburg führte dagegen ein Siegestänzchen nach dem Abpfiff auf und trifft am 28. Mai in Stuttgart im Halbfinale auf den Buxtehuder SV. Das zweite Spiel bestreiten Bundesliga-Spitzenreiter Bietigheim und der Thüringer HC.

„Naja, wir haben jetzt eine Baustelle weniger“, meinte Luchse-Coach Dubravko Prelcec nach dem Spiel sarkastisch. Nun kann sich sein Team voll und ganz auf den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga fokussieren. Ob der bei allen noch oberste Priorität hat, wird man in den nächsten Spielen sehen: Den insgesamt zehn Spielerinnen verlassen das Team am Saisonende.

Die Luchse konnten zu keinem Zeitpunkt der Pokalpartie ihr Potenzial abrufen. Zwar zeigten immer mal wieder einzelne Spielerinnen gute Aktionen, doch es entwickelte sich daraus kein Flow, der das ganze Team mitzog. Vielmehr verbauten sich die Luchse etwaige Chancen, das Ergebnis enger zu gestalten, durch viele individuelle Fehler.
Schon die erste Halbzeit deutete an, dass sich die Luchse schwertun würden, diese Partie für sich zu entscheiden. Die Gastgeberinnen generierten allein fünf ihrer 16 Tore nach 30 Minuten über die Außenpositionen, fünf weitere aus der Neun-Meter-Distanz. Während Oldenburg eine 70-prozentige Trefferquote aufwies, kamen die Luchse nur auf 50 Prozent. Gravierend: Acht technische Fehler leisteten sich die Luchse allein in den ersten 30 Minuten.

Auf dem Spielprotokoll manifestierten sich die statistischen Daten so: Nach dem 3:3 durch Evelyn Schulz blieben die Luchse acht Minuten ohne Treffer. Oldenburg zog auf 8:4 weg. Nach dem 8:12 durch Marleen Kadenbach, folgten ab der 23. Minute fünf weitere torlose Minuten. Erst beim 9:15 durch Svea Geist stiegen die Luchse wieder ins Geschehen ein. Doch das war zu wenig: 16:10 führte der VfL zur Halbzeitpause.

Nach dem Wiederanpfiff schickte Prelcec sein Team in einer 3:2:1-Abwehrformation auf die Platte. Das schien zunächst zu fruchten: Beim 14:18 durch Marleen Kadenbach und 16:20 durch Natalie Axmann stimmte die Körpersprache. Das Team feierte Torerfolge und gute Abwehraktionen. Doch die vermeintliche Aufholjagd wurde jäh gestoppt, als Julia Harms in guter Position von der Rechtsaußenposition es mit einem Heber über Oldenburgs Keeperin Nele Reese versuchte. Damit scheiterte sie wie ihre Kolleginnen, die das auch schon probiert hatten. Nele Reese kaufte den Luchsen wie so viele Würfe auch diesen Versuch ab. Im direkten Gegenzug ging Julia Harms, die sich immer noch über die ausgelassene Chance ärgerte, etwas zu hart zur Sache und kassierte eine Zeitstrafe.

Insgesamt fehlte es den Luchsen an Spritzigkeit und Aufgewecktheit. Das machte sich im Angriff durch viele halbgare Aktionen und in der Abwehr durch fehlende Beweglichkeit deutlich. Gegen das Überzahlspiel der Oldenburgerinnen, die regelmäßig die Torfrau herausnahmen und mit sieben Angreiferinnen agierten, war kein Kraut gewachsen. Immer wieder gelang es, insbesondere Rechtausußen Maike Schirmer (7) oder Paulina Golla (6) in Szene zu setzen. „Das ist ein Problem. Wir sind zwar in Kontakt mit der ballführenden Spielerin, aber nicht stark genug, sodass wir die Hand nicht auf den Ball kriegen und den nächsten Pass nicht verhindern können“, erklärte Prelcec.

Er versuchte, sein Team zwölf Minuten vorm Ende beim 17:23 noch einmal mit einer Auszeit in die Spur zu bringen. Doch auch das eigene Sieben-gegen-sechs im Angriff brachte keinen Erfolg. Vielmehr wirkte das Team fahrig, ging zu oft nur quer, statt den Weg in die Schnittstellen zu suchen. Erfreuliche Ausnahme war Marleen Kadenbach, die immer wieder probierte, den Schwung aus der zweiten Welle mitzunehmen und den Weg in die Tiefe zu gehen. Resultat waren ihre 10 starke Treffer.

Luchse-Coach Dubravko Prelcec war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Das hatte vor allem einen Grund: „Wir wussten genau, was auf uns zukommt: Wir wollte eine kompakte Abwehr gegen das Oldenburger Überzahlspiel stellen und uns gegen die Sperren wehren. Das hat aber ebenso wenig geklappt wie ein souveränes Angriffsspiel. Das war viel zu viel mit dem Kopf durch die Wand. Der VfL Oldenburg wollte den Sieg mehr und hat sein Spiel unbeeindruckt durchgezogen.“

Von Kathrin Röhlke