Ekkehard Brüggemann mit den Minicomputern, für die das Softwarepaket des Medienzentrums kostenlos angeboten wird. (Foto: LK Harburg)

Alles für den perfekten Schnitt

LK Harburg.  Jugendarbeit ohne Medieneinsatz – das ist heute undenkbar. Eben mal kurze Videos mit der richtigen Software professionell schneiden, eigene Podcast- und Hörspiele gestalten oder Jugendlichen den Einstieg in Grafikbearbeitung und Programmieren bieten – diese Möglichkeiten will das Medienzentrum des Landkreises Harburg erleichtern.

Die richtige Software 

Das Medienzentrum bietet dazu kostenlos ein Paket offener Software für Medien-Bildungsprozesse auf Kleinstcomputern. Das Medienzentrum hat das Softwarepaket in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) zusammengestellt. Es kann kostenlos von interessierten Institutionen, aber auch für private Zwecke heruntergeladen und genutzt werden.

Das Paket beinhaltet neben einem kompletten Office-Paket auch Software für Videoschnitt, Podcasting- und Hörspielproduktion, 3D-Druck, Robotik, Programmierung und Grafikbearbeitung. Damit bietet das Paket eine Vielzahl von Lösungen, die in Medienbildung benötigt werden. „Das Ganze läuft auf kleinen Minicomputern, die mit Maus und Tastatur knapp 100 Euro kosten“, stellt Martin Berthold, Techniker am Medienzentrum die weiteren Vorzüge des Systems heraus.

„Offene Bildungsprozesse benötigen offene Bildungsmedien, die wir nach unseren Bedarfen verändern und anpassen können“, erklärt Ekkehard Brüggemann, Leiter des Medienzentrums des Landkreis Harburg und Medienpädagogischer Berater des NLQ. „Somit versuchen wir grundsätzlich Herausforderungen in Bildung mit offenen und nachhaltigen Lösungen anzugehen und wollen möglichst nur bei spezifischeren Anforderungen auf digitale Speziallösungen von Verlagen und Softwareunternehmen zurückgreifen.“

Gespannt aufs Feedback 

„Ich empfinde solche Initiativen als sehr gewinnbringend. Wir sind wahnsinnig gespannt auf das Feedback der Lehrkräfte und freuen uns auch über Mitstreiter für weitere Entwicklungen“, ergänzt Christian Schlöndorf, Leiter des Fachbereichs „Medienbildung“ am NLQ.

Die Strategie, freie Software für Bildung einzusetzen, soll in Zukunft im Labor „DIGILAB“ des Medienzentrums weiter umgesetzt werden. Das „DIGILAB“ entsteht im Medienzentrum in Hittfeld. Dazu wird das gut 170 Quadratmeter große, bisherige Lernzentrum des Gymnasiums Hittfeld umgebaut. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant. Hier sollen sowohl Kinder und Jugendliche in ihrer Medienkompetenz gestärkt und vor allem auch Angebote für pädagogische Fachkräfte und Bildungseinrichtungen gemacht werden. Das Land hat das Medienzentrum für dieses beispielhafte Projekt als Digitalen Ort Niedersachsen ausgezeichnet.

Die Softwaresammlung für den Raspberry PI 4 / 400 kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden und steht kostenlos jedermann zur Verfügung: https://m1z.eu/mediensoft . Ein Einführungsvideo findet sich unter https://m1zeu.mediensoftvideo .