Die Grafik zeigt die Unfälle im Landkreis Harburg. (Grafik Polizei)

Unfälle mit E-Bikes nehmen deutlich zu

Buchholz. 6061 Verkehrsunfälle, 311 mehr als im Vorjahr bilanziert die Polizei im Landkreis Harburg für das Jahr 2021. Bei den Unfällen wurden zwölf Menschen getötet, sieben mehr als im Vorjahr.

Autobahn

Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der PI Harburg kamen 2021 bei zwei Unfällen drei Personen ums Leben. In beiden Fällen fuhr ein Lkw-Fahrer auf ein Fahrzeug am Stauende auf. Insgesamt wurden 2021 auf Autobahnen im Landkreis Harburg 894 (785) Unfälle registriert. Auf den Autobahnen war im ersten Jahr der Pandemie das Verkehrsaufkommen zeitweilig um bis zu 50 Prozent zurückgegangen.

Grafik Polizei

Unfallflucht

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht ist weiter auf 1439 (1499) gesunken. Die Aufklärungsquote blieb mit 44,34 % auf dem Vorjahresniveau.

Unfallursachen

Als häufigste Unfallursache wurde im Jahr 2021 mangelnder Abstand erfasst. Hier gab es insgesamt 459 (478) Fälle.

Als weitere häufige Ursache ist nicht angepasste Geschwindigkeit zu nennen. Diese spielte in 377 (301) Fällen eine Rolle. Mit einigem Abstand folgen Fehler
beim Gewähren der Vorfahrt 279 oder beim Abbiegen 130.

Alkoholeinfluss war in 95 (88) Fällen die Ursache für den Unfall. Eine Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente spielte in 16 (5) Fällen eine Rolle.

Wildunfälle

Die Polizei registrierte im letzten Jahr 1328 (1209) (1373) Wildunfälle. Dabei wurden 3 Menschen schwer und 14 leicht verletzt.

Risikogruppe junge Fahrer

Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 963 (883) Unfällen beteiligt. In 725 (667) Fällen waren sie auch die Unfallverursachenden. Rund Dreiviertel der Unfälle werden also durch Fahranfängerinnen und Fahranfänger verursacht, sie haben aber nur rund 7 Prozent Anteil an der
Gesamtbevölkerung. Präventionsmaßnahmen, wie das Fahrschul- und das Schutzengelprojekt oder auch Radfahrprüfungen an den Schulen werden auch weiterhin von der Polizei unterstützt, um die Risikogruppe möglichst umfassend zu sensibilisieren.

Ältere Verkehrsteilnehmer

Ältere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren waren an 1176 (1148) Unfällen beteiligt. Das entspricht einem Anteil von ca. 20%. Aber bei etwa 78 Prozent der Unfälle 917 (891) waren sie auch Hauptverursachende.

Bei der Altersgruppe ab 75 waren im Jahr 2021 insgesamt 626 (648) Personen an Unfällen beteiligt. Davon wurden sie in 508 (519) Fällen auch als Verursachende erfasst. Das entspricht einem Anteil von über 80%.

Radverkehr 

2021 wurden im Landkreis Harburg bei 247 Unfällen 264 Radfahrer (Fahrräder und Pedelecs) als Beteiligte polizeilich erfasst. Bei 31 Unfällen wurden Personen auf ihrem Rad schwer verletzt (Fahrrad/Pedelec: 21/10).

Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen mit einem Fahrrad beteiligt waren, sank auf 194 (212). Dagegen stieg die Zahl der Unfälle, an denen Pedelecs beteiligt waren, auf 57 (34). Hier spiegeln sich die weiter steigenden Verkaufszahlen von Pedelecs wider (Nur in einem Fall war ein S-Pedelec (mit Versicherungskennzeichen) an einem Unfall beteiligt. Die Person wurde nicht verletzt).

Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Harburg, sagt dazu: „Menschen auf dem Rad tragen leider oft selber zur Verursachung eines Unfalles bei.

Viele Menschen wähnen sich auf Gehwegen abseits vom Pkw-Verkehr sicherer. Gerade dort werden die Radler aber oft an Einfahrten und Einmündungen von Pkw übersehen. Radfahrerinnen und Radfahrer sind – wo keine Radwege vorgeschrieben sind – auf der Fahrbahn am sichersten unterwegs, da sie sich dort im Blickfeld der Kraftfahrzeuge bewegen und am ehesten wahrgenommen werden.

Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg: „Andererseits gibt es noch viele Unsicherheiten in Bezug auf die Regeln für den Radverkehr. So wissen viele Führerscheininhaber nicht, dass der Schutzstreifen dem Radverkehr vorbehalten ist. Er darf nur in Ausnahmefällen (z. B. entgegenkommender Lkw) überfahren werden. Halten oder Parken auf dem Schutzstreifen ist ganz verboten.“

Auch, dass beim Überholen von Radfahrern – selbst wenn sie sich auf einem Schutzstreifen befinden – innerorts ein Mindestabstand von 1,5m einzuhalten ist (außerorts: 2m), ist für viele Kraftfahrzeugführerinnen und Kraftfahrzeugführer
noch nicht selbstverständlich.

Motorradunfälle

Bei 125 Unfällen mit Krafträdern aller Art waren 70 Personen mit einem Krad >125 ccm beteiligt. Aus dieser Gruppe kam ein (0) Mensch ums Leben, 14 (17) Personen wurden schwer und 28 (36) leicht verletzt. Die Zahl der Verunglückten auf schweren Maschinen sank im Landkreis Harburg, entgegen dem Landestrend,
deutlich.