Kik Winsen
In die KiK-Filiale im Winsener Südertor am Ende der Rathausstraße wird die Postbank einziehen. (Foto: he)

Winsens Wall Street wächst

Die Postbank zieht zu Volksbank, Sparkasse und Haspa in die Rathausstraße. Post darf bauen.

Winsen. Einen prominenten Platz in der Winsener Innenstadt hat sich jetzt die Postbank gesichert. Das Unternehmen zieht aus der Brahmsallee um in das Südertor in der Rathausstraße, wo aktuell die Modekette KiK ihre Filiale hat. Der Winsener Verwaltungsausschuss hat dafür sein Okay bereits gegeben – ebenso für den Neubau der Post an der Boschstraße.

Seit 2008 sitzt die Postbank gemeinsam mit der Deutschen Post in einem Gebäude an der Brahmsallee, das in wenigen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert. Im kommenden Jahr endet dort allerdings das Mietverhältnis für beide Parteien, das definitiv nicht verlängert wird. „Ich kann bestätigen, dass das Mietverhältnis für unsere Filiale dort endet und wir derzeit die Umsetzung eines Umzugs in den Standort in der Rathausstraße prüfen“, erklärte Oliver Rittmaier, Mediensprecher der Postbank, dem WA auf Nachfrage.

Umzug wird keine Verkleinerung

Das Ob dürfte mit der Zustimmung des Winsener Verwaltungsausschusses geklärt sein, bleibt die Frage nach dem Wann. Im Raum steht ein Umzug zum 1. Januar 2023, doch auch da hält sich Rittmaier bedeckt. „Bis die Prüfung des Umzugs abgeschlossen ist, kann ich zum genauen Termin keine Informationen mitteilen“, so der Mediensprecher. Der Wechsel aus der 450 Quadratmeter großen Filiale an der Brahmsallee in die Innenstadt soll allerdings keine Verkleinerung werden. „Ein neuer Standort sollte in Leistung und Fläche ähnlich sein“, stellte Rittmaier klar.

Der Umzug der Postbank sorgt somit für ein kleines Wall-Street-Feeling in der Winsener Innenstadt. Mit der Hamburger Sparkasse (Haspa), der Sparkasse Harburg-Buxtehude, der Volksbank Lüneburger Heide und eben der Postbank reihen sich am südlichen Ende der Rathausstraße künftig vier Kreditinstitute (fast nahtlos) aneinander.

Für die Modekette KiK steht somit ebenfalls ein Standortwechsel an. Wohin es sie zieht, ist offenbar noch nicht final geklärt. „Da das Unternehmen aktuell noch in laufenden Verhandlungen ist, bitte ich um Verständnis, dass wir uns noch nicht weitergehend zu diesem Thema äußern können“, erklärte Sprecher Georg Babing auf WA-Nachfrage.

Post-Auflage erfüllt

Mit der Ansiedlung der Postbank in der Innenstadt gab es vom Winsener Verwaltungsausschuss auch grünes Licht für den Zustellstützpunkt der Deutschen Post im Gewerbegebiet Boschstraße. Der VA hatte dem Unternehmen dort bereits Mitte Dezember ein 10 000 Quadratmeter großes Grundstück in Aussicht gestellt, allerdings unter dem Vorbehalt, „dass für die dauerhafte Sicherstellung von Postdienst- und Postbankleistungen in der Innenstadt ein konkretes und verbindliches Gesamtkonzept vorgelegt wird“, so Stadtsprecher Theodor Peters damals (der WA berichtete). Mit dem Postbank-Standort im Südertor wurde diese Auflage nun erfüllt, sodass der VA auch dem neuen Verteilerzentrum an der Boschstraße sein endgültiges Okay gab.

Bei der Post freute man sich über das Okay, doch bis zur Umsetzung sei es laut Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt noch ein weiter Weg. „Wir beginnen jetzt mit der weiteren Planung. Noch ist das Grundstück gar nicht gekauft“, stellte der Pressesprecher klar. Gerüchten, nach denen die Post zum 1. Januar ein neues Domizil bezogen haben müsse, widersprach er. „Wir müssen definitv nicht zum Jahresende aus dem Gebäude raus sein“, so Hogardt. Er gab aber zu, dass die Planungen jetzt mit Hochdruck angeschoben werden müssen. „Die ganz große Eile haben wir aber noch nicht“, erklärte der Sprecher.

Neuer Stützpunkt in Tostedt

Auch in Tostedt ist die Post aktiv geworden. Dort wird an der Straße Zinnhütte am kommenden Montag ein neuer DHL-Zustellstützpunkt eingeweiht. Über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort die Briefe und Pakete für 21 Zustelltouren sortieren und zustellen. Über 11 000 Haushalte sollen künftig vom neuen Standort aus mit rund 70 000 Briefen und etwa 7300 Pakete wöchentlich versorgt werden.

Von Dominik Heuer