Feuer in Glüsingen. (Foto: Köhlbrandt)

Feuer zerstört Bauernhaus in Glüsingen

Glüsingen. Acht Feuerwehren der Gemeinde Seevetal waren bei einem großen Feuer im Seevetaler Gemeindeteil Glüsingen am Dienstagabend im Einsatz. Der Brand zerstörte ein gut 10 x 20 Meter großes landwirtschaftliches Wohngebäude in der Straße Wennern. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt.

Mehr als hundert Retter im Einsatz

Um 18.22 Uhr alarmierte die Winsener Rettungsleitstelle zunächst die Feuerwehren Glüsingen und Meckelfeld sowie den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Seevetal. Beim Ausrücken des Einsatzfahrzeugs brannten bereits Teile des Daches in voller Ausdehnung, das Feuer breitete sich im Gebäudeinneren rasch aus. Unverzüglich wurden weitere Feuerwehren nachgefordert, im weiteren Einsatzverlauf kamen die Feuerwehren aus Fleestedt, Helmstorf, Hittfeld, Hörsten, Maschen und Ramelsloh zur Unterstützung hinzu. In Spitzenzeiten waren weit über 100 Feuerwehrleute der Feuerwehr Seevetal beteiligt.

Gefahr durch Asbest

Neben der Gefahr einer Brandausbreitung hatten es die Einsatzkräfte mit einer weiteren Gefahr zu tun: Das Gebäude war mit Eternitdachplatten eingedeckt, diese zersprangen platzend, und kleine Dachteile flogen unkontrolliert durch die Gegen. Eternitplatten aus älteren Zeiten enthalten den krebserregenden Inhaltsstoff Asbest. Aufgrund dieser Gefahr entschied der Einsatzleiter, Seevetals Gemeindebrandmeister Rainer Wendt, schon in der Anfangsphase, eine Brandbekämpfung zunächst nur aus sicherer Entfernung durchzuführen, um die Einsatzkräfte so gut wie möglich vor den zerplatzenden Dachplatten zu schützen.

Der Feuerwehr gelang es, den Brand nach gut 30 Minuten unter Kontrolle zu bringen. Für eine wirkungsvolle Brandbekämpfung mussten die Einsatzkräfte dann große Teile des Dachs mittels so genannter Einreißhaken öffnen, um hier an Glutnester zu kommen. Hilfe bei der Suche nach Glutnester brachte die Drohne der Feuerwehr Ramelsloh, aus der Luft wurden diese mittels der Wärmebildkamera der Drohne gezielt gesucht und dann gezielt abgelöscht. Um einen wirkungsvollen Löscherfolg zu erzielen, schäumten die Feuerwehrkräfte das Gebäude abschließend großflächig ein.

Nach dem Brand ging es für die Einsatzkräfte zur Dekontamination, denn beim Feuer wurde womöglich Asbest freigesetzt. (Foto: Köhlbrandt)

Dekontamination für Feuerwehren

Für die Feuerwehrleute hatten die Feuerwehren Hittfeld und Helmstorf am Feuerwehrhaus Glüsingen eine Dekontaminationsstelle aufgebaut, alle in der unmittelbaren Brandbekämpfung eingesetzten Feuerwehrleute wurden hier vollständig gereinigt und die vollständige Schutzbekleidung in speziellen Behältnissen verpackt. Die Einsatzkräfte erhielten vor Ort Ersatzkleidung. Auch ein Großteil der eingesetzten Schläuche musste an Ort und Stelle in eine Mulde verlastet werden, um hier eine vollständige Reinigung durchzuführen. Mittels des Wechselladersystems der Kreisfeuerwehr waren vor Ort sowohl der Tausch von Atemschutzgeräten als auch Schlauchmaterial möglich, alle Einsatzfahrzeuge wurden vor Ort wieder vollständig mit Schläuchen und Atemschutzgeräten bestückt. Für die letzten Einsatzkräfte endete der Einsatz erst in den späten Abendstunden.

Vor Ort machte sich neben Führungskräften der Kreisfeuerwehr auch Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede ein Bild von den Löscharbeiten.

An dem Gebäude entstand vermutlich ein Totalschaden, der Bewohner des Hauses wurde nicht verletzt. Die Hauptdurchfahrtstraße Glüsingens, die Glüsinger Straße musste für die Löscharbeiten voll gesperrt werden. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt und noch am Abend mit den Ermittlungsarbeiten zur genauen Brandursache begonnen.

Text: Matthias Köhlbrandt