Dieses Kitz wurde bei Hittfeld gerettetet. (Foto: Carsten Weede)

Frauenpower und Drohnen für die Kitzrettung

Seevetal. Im Frühsommer fällt auf Seevetaler Wiesen und Feldern die Futterernte oft mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen, Wiesenbrütern und anderen Jungtieren zusammen. Besonders Kitze schützen sich damit, dass sie sich instinktiv tief ins Gras „drücken“. Sie laufen aufgrund dieser Überlebensstrategie auch bei großer Gefahr nicht weg. Um die Jungtiere vor der ersten Mahd zu retten, sind in den nächsten Wochen wieder Jäger und Ehrenamtliche unterwegs, um die Flächen abzusuchen.

Den Tod auf dem Feld verhindert

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede konnte sich jetzt aus nächster Nähe von einer Kitzrettung per Drohne überzeugen und lobte den ehrenamtlichen und effizienten Einsatz der Helferinnen sowie die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit von Landwirten und Jägerschaft: „Landwirte und Jäger stehen gemeinsam in der Verantwortung, den Mähtod und damit Tierleid zu verhindern“, hebt sie hervor. Bürgermeisterin Weede weist darauf hin, dass die Kitzrettung per Drohne auch eine Form der Ausübung des Jagdrechts darstellt, die Einbindung der Jagdpächter ist somit immer erforderlich. Im Gegensatz zu der oft langwierigeren Suche mit vielen Helfern oder Hunden gelingt es durch die Wärmebildkamera der Drohne schnell ganze Flächen abzusuchen und die Kitze mittels der Koordinaten in der Wiese zügig aufzufinden und zu bergen.

Jungjägerin im Einsatz

Eine der Ehrenamtlichen, die jetzt zum Einsatz kam, ist Sophie Heitmann, in ihrer Freizeit Jungjägerin und Kitzretterin. Beruflich ist die 26-jährige Tostedterin im Kämmereiamt der Seevetaler Gemeindeverwaltung tätig. Gemeinsam mit weiteren jungen Ehrenamtlichen steht sie frühmorgens auf und läuft durch nasskalte Wiesen, die Rettung der Tiere ist die beste Belohnung. Bemerkenswert: Beim Hegering Tostedt, der hier als Gast im Bereich des Hittfelder Hegeringes ausgeholfen hat, kommt eine Truppe junger Frauen zum Einsatz,
die mit viel Power und Fachwissen unterwegs ist.

Die Jäger warnen übrigens dringend davor, auf eigene Faust Jungtiere zu retten, denn diese dürfen auf keinen Fall einfach berührt oder von ihrem Standort entfernt werden. Interessierte können sich zu diesem Thema bei der Kreisjägerschaft informieren oder bei den örtlichen Hegeringen z.B. in Hittfeld, Buchholz, Tostedt oder Winsen; örtliche Ansprechpartner finden sich online unter www.jlh-online.de. Landwirte, deren Flächen zum Hegering Hittfeld gehören, wenden sich an die Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit Bettina Wilkens (). Auch hier können Suchaktionen im Feld oder per Drohne organisiert werden.