BU: Medienrummel, als Alexander Tietz, Chef des Wildparks Lüneburger Heide, zahlreiche Gäste am Montag bei der Eröffnung der neuen Rettungswache auf dem Parkgelände begrüßte. Zwei Fahrzeuge mit entsprechendem Personal sind hier ab sofort rund um die Uhr stationiert. (Foto: tm)
BU: Medienrummel, als Alexander Tietz, Chef des Wildparks Lüneburger Heide, zahlreiche Gäste am Montag bei der Eröffnung der neuen Rettungswache auf dem Parkgelände begrüßte. Zwei Fahrzeuge mit entsprechendem Personal sind hier ab sofort rund um die Uhr stationiert. (Foto: tm)

Die Lebensretter vom Wildpark

Der Landkreis hat seine modernste Rettungswache in Nindorf eingeweiht. Von dort werden jährlich 3300 Einsätze gefahren.

Nindorf. Rund 27.000 Mal im Jahr rücken die Rettungskräfte im Landkreis Harburg aus, um Menschen in Not zu helfen. „Und ein entscheidendes Kriterium ist dabei die Geschwindigkeit, in 95 Prozent der Fälle müssen die Retter innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein“, nannte Landrat Rainer Rempe am Montag in Nindorf die Vorgaben. Dort, in unmittelbarer Nachbarschaft des Baumwipfelpfades Heidehimmel, wurde am Montag die modernste Rettungswache des Landkreises eingeweiht, von der aus vor allem die Bürger in den Samtgemeinden Salzhausen und Hanstedt zeitnah versorgt werden sollen. Rund 3300 Einsätze werden von hier aus jährlich gefahren – und es sei in vielerlei Hinsicht „unser womöglich außergewöhnlichster Rettungsdienststandort“, stellte Rempe fest.

Im Schatten des Heidehimmels

Da ist zum einen die Lage: Auf dem Gelände des Wildparks Lüneburger Heide, quasi „im Schatten des Heidehimmels“, sagte der Landrat. Die Lage sei aus strategischer Sicht optimal, denn sie entspreche genau den Vorgaben eines entsprechenden Gutachtens, dass eine Ansiedlung westlich der Autobahn 7 und östlich von Nindorf empfohlen hatte. Die Wache ersetzt ab sofort die alte Einrichtung im ehemaligen Krankenhaus Salzhausen, die im Laufe der Jahre zu klein geworden war, aber angesichts längerer Anfahrtswege auch ungünstig lag.

Es dürfte aber auch nicht allzu häufig vorkommen, dass ein Tierpark auf eigene Kosten eine Rettungswache baut und diese dann an die Kommune vermietet. Knapp eine Million Euro haben Fahrzeughalle und Sozialräume gekostet, der Landkreis pachtet beides auf dem 1400 Quadratmeter großen Gelände für mindestens 25 Jahre.

28.000 Notfallfahrten jährlich im Kreis

Wildparkchef Alexander Tietz hatte schnell seine Bereitschaft für das Projekt bekundet, als die Kreisverwaltung auf ihn zugekommen war. „Die Lage ist optimal: Hier wird kein Dorf tangiert, die beiden Rettungsfahrzeuge sind schnell auf der Landesstraße und der Autobahn und die Wache hat eine eigene Zufahrt“, listet Tietz auf. Wagen und Personal stehen an dem Standort künftig rund um die Uhr bereit.

Insgesamt sieben Rettungswachen im 24-Stunden-Betrieb hält der Landkreis vor. Von dort werden neben den rund 28.000 Notfallfahrten jährlich auch noch 20.000 Krankentransporte gefahren. Investiert werde zeitnah auch noch in andere Wachen, betont Rempe: So würden die Einrichtungen in Tostedt und Winsen modernisiert und die in Lindhorst erweitert.

Erster Einsatz war eine Hilfeleistung

Dann durchschnitt der Landrat symbolisch in Anwesenheit vieler Gäste aus Verwaltung, Politik und anderer Einrichtungen das rot-weiße Band und gab die neue Rettungswache frei. Tatsächlich aber waren die Fahrzeuge schon am vergangenen Wochenende zwei Mal alarmiert worden: Eine Fahrt zur einer Hilfeleistung in Ramelsloh sowie ein schwerer Verkehrsunfall stehen bereits in der Bilanz.

Von Thomas Mitzlaff