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Als sich Kira Kubbe und Julian Windisch als Duo im Boot erst mal eingegroovt hatten, lief es für die beiden Lokalmatadoren auf der Luhe fast schon perfekt.
Als sich Kira Kubbe und Julian Windisch als Duo im Boot erst mal eingegroovt hatten, lief es für die beiden Lokalmatadoren auf der Luhe fast schon perfekt. (Foto: ks)

Kanuregatten: Mixed-Duo groovt sich ein

Action am E-Werk in Luhdorf: Die besten Kanuten aus Norddeutschland waren bei den Regatten auf der Luhe dabei. Gastgeber MTV Luhdorf-Roydorf sahnte beste Plätze ab.

Luhdorf. Mit schnellen, kraftvollen Paddelschlägen nähert sich Jan-Miguel Prüsmann auf der Luhe dem nächsten Tor. Dann windet sich der Kanute fast akrobatisch um die Torstange. Dabei ist das Boot mit der hinteren Hälfte unter Wasser. Solch spektakulären Szenen konnten die Zuschauer zwei Tage während der Kanuslaloms des MTV Luhdorf-Roydorf am E-Werk verfolgen. Am Sonntag fand als Höhepunkt der erste Lauf zur Niedersächsischen Meisterschaft statt.

Top-Voraussetzungen empfingen die Athleten, die aus dem gesamten norddeutschen Raum angereist waren. Gelegentliche Windstöße brachten allerdings nicht nur die Torstangen in Bewegung. Auch die Ziel-Lichtschranke löste einmal falsch aus. „Das konnten wir aber korrigieren“, sagte MTV-Organisator Christoph Mülder.

Eigentlich war die Veranstaltung in Luhdorf traditionell für vier Wochen später terminiert. Doch nun wurde der Termin mit Braunschweig getauscht. Auf dem Wasser war den Sportlern der Spaß an Wettkampf und Wetter anzusehen. So nahmen es die Luhdorfer Kira Kubbe und Julian Windisch im Mix-Zweier-Canadier mit Humor, dass sie im ersten Rennen gleich das dritte Tor fast ausließen und dadurch viel Zeit verloren. „Wir sind in dieser Saison nur ein paar Mal zusammen gefahren“, erklärten sie. Die Abstimmung musste also erst einmal wachsen.

Kubbe und Windisch paddelten zur Bestzeit

Das Mixed-Duo steigerte sich allerdings von Lauf zu Lauf und setzten während des ersten Laufs zur Niedersächsischen Meisterschaft mit zwei Strafsekunden in 126,27 sek die Bestzeit. Clarissa Klemp und Torgen Siegismund wurden mit nur 0,33 sek Rückstand Zweite. Meike und Markus Kern sowie Alexa Reuten und Ben Peschke belegten im Kräftemessen von ausschließlich MTV-Kanuten die nächsten Plätze.

In seiner Paradedisziplin Kajak-Einer setzte sich der Norddeutsche Meister der Junioren, Jan-Miquel Prüsmann, in 81,01 sek durch. Der Luhdorfer lieferte damit die schnellste Zeit überhaupt. Vereinskamerad Ben Peschke lag mit 6,86 sek aber nur knapp dahinter.

Zwei Mädchen aus der Ukraine waren dabei

Auch Kira Kubbe, die im Juniorinnenalter für Deutschland bei Weltmeisterschaften startete und dann länger pausiert hatte, siegte als Norddeutsche Meisterin im Kajak sowie in ihrer Lieblingsdisziplin Canadier. Sie war mit sieben Starts in unterschiedlichen Klassen die Vielstarterin des Wochenendes. Unter anderem trat sie mit den Herren in der Canadier- und der Kajak-Mannschaft an.

Mit in Luhdorf dabei waren auch Valentyna (16) und Oleksandra Horlova (18). Die beiden Mädchen aus der Ukraine wohnen gerade mal seit einer Woche in Bremen bei Lynn und Michael Reys. „Es war ihre Entscheidung zu starten“, erzählte Michael Reys, dessen Söhne ohnehin gemeldet waren. So ging es für die beiden Kanutinnen im Kajak auf die Luhe. Sie starteten auch mit Lynn Reys in der Kajak-Mannschaft. Sprachlich gab es keine Probleme – Dank eines Übersetzer-Programms.

„Wir sind froh, dass wir hier so akzeptiert werden und dass es die Möglichkeit gibt, an Wettkämpfen teilzunehmen“, meinten die Schwestern. „In der Ukraine ist es im Moment nicht möglich, weil der Aggressor immer wieder mit Raketen schießt“, übersetzte das Programm. Hilfe für sie gab es auch aus der großen „Kanu-Familie“ Deutschlands. So wurden unter anderem Paddel und sogar ein Boot zur Verfügung gestellt.

Von Karsten Schaar