Der Salzstock in Gorleben wurde jahrzehntelang für die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll erkundet. Das Erkundungsbergwerk wurde stillgelegt. (Foto: Philipp Schulze)

Nur Bohrungen bringen sichere Erkenntnisse zu Atommüll-Endlager

Lüneburg. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sucht in ganz Deutschland Standorte für die möglichst sichere Endlagerung von Atommüll. Auch Gebiete in der Region sind ausgewählt worden. Daher hat der Landkreis Lüneburg zusammen mit seinen Nachbar-Landkreisen Uelzen und Harburg ein Gutachten über die Eignung der von der BGE vorgesehenen Gebiete beauftragt. Der Entwurf liegt nun vor und wurde am 19. Mai öffentlich diskutiert. Er ist unter www.landkreis-lueneburg.de/endlagersuche abrufbar.

Fünf potentielle Standort

Unter den deutschlandweit 90 Teilgebieten, die nach einem ersten Zwischenbericht als mögliche Standorte für ein Endlager in Betracht gezogen werden, liegen fünf im Landkreis Lüneburg. Die Gutachter der Landkreise, die Firma DEEP.KBB, betrachteten unter anderem diese fünf potentiellen Standorte im Landkreis Lüneburg. Ihr Fazit: Sie entsprechen den Kriterien des BGE. Allerdings sind sich die Experten einig, dass nur Bohrungen umfassende Daten über die Eignung der Teilgebiete liefern können. Erst dann könne seriös beurteilt werden, ob beispielsweise die Mächtigkeit von Tonschichten oder die Ausdehnung von Salzstöcken ausreichen, um dort ein Endlager zu errichten. Geplant sind die Bohrungen jedoch erst im zweiten Auswahlschritt, nachdem von den 90 Teilgebieten zehn selektiert wurden.

„Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle liegt beim Bund“, erläutert Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat des Landkreises Lüneburg. „Aufgabe der Landkreise ist, die Bevölkerung gut zu informieren und das Verfahren zu kommunizieren.“

Hintergrund

Um die bundesweite Suche nach einem Endlagerstandort für Atommüll auf lokaler Ebene zu begleiten, gründete der Landkreis nach einem Beschluss des Kreistages am 16. November 2020 den Begleitausschuss zur Endlagersuche. Ihm gehören 13 Kreistagsabgeordnete und als vier beratende Mitglieder der Vorsitzende der Reaktor-Sicherheitskommission und je ein Vertreter der LAG Atom, der Leuphana Universität und des BUND an. Der Begleitausschuss befasst sich intensiv mit dem schrittweisen Auswahlverfahren. Dabei sollen auch die Menschen in der Region umfassend informiert werden. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/endlagersuche