BU: Das Egon’s wird gebraucht, aber ein neues Jugendzentrum in Winsen kommt in Sicht. Die Stadt stellte die ersten Ideen vor. (Foto: rin)
BU: Das Egon’s wird gebraucht, aber ein neues Jugendzentrum in Winsen kommt in Sicht. Die Stadt stellte die ersten Ideen vor. (Foto: rin)

Baurecht für das Jugendzentrum

Stadt startet Beteiligung der Öffentlichkeit zum Neubau. Gummiweg soll teilweise weichen.

Winsen. Das Winsener Ensemble entlang der Luhe soll weiter wachsen. Die Stadtbibliothek schließt bald die Lücke zwischen Marstall und Kreishaus, und direkt südlich des Kreishaus-Parkplatzes soll das neue Jugendzentrum errichtet werden. Dort, wo die Stadtjugendpflege sozusagen ihr Haupteinsatzgebiet hat, nämlich am Luhe-Spielplatz.

Montagabend im Marstall in Winsen startete die Stadt Winsen die „Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ zum Bebauungsplan Nummer 17 „Hinter den Höfen“. Thema war die „1. Änderung (Jugendzentrum)“. Immerhin sieben interessierte Bürger waren dabei, als Stefan Niesmann, stelltvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Stadtplanung und Bauordnung, und Stadtplaner Jannik Peters die Grundzüge der ersten Planung vorstellten. Die Veranstaltung ist der erste Schritt, um im Rahmen eines Bauleitverfahrens Baurecht zu schaffen. Das Bauleitverfahren soll 2024 beendet werden.

Grundsatzbeschluss zum Jugendzentrum in 2018

Bereits 2016 kam das Thema das erste Mal bei Stadtjugendpfleger Ralf Macke an, 2018 gab es dazu einen Grundsatzbeschluss des Verwaltungsausschusses der Stadt und eine Zukunftswerkstatt, seit 2019 gibt es den Bebauungsplan. Jetzt wird es konkreter, die ersten Entwürfe der Stadtplaner liegen vor. Das neue Jugendzentrum schmiegt sich danach im Osten an den Schloßring an, grenzt südlich an den Gummiweg am sogenannten Busparkplatz und westlich an die Skateranlage und das Spielfeld.

Geplant sind auf diesen rund 4000 Quadtratmetern zwei getrennte Gebäudekörper. Im Norden ist das Jugendzentrum mit einer Raumfläche von rund 1700 Quadtratmetern vorgesehen. Das Egon‘s in der Mozartstraße verfügt aktuell nur über rund 760 Quadtratmeter.

Kultur und Konzerte bis nach 22 Uhr

Der Eingang ist im Norden zum Kreishaus-Parkplatz hin. Im Süden soll „Junges Wohnen“ stattfinden. Beide Gebäude sind momentan mit drei Vollgeschossen in der Planung. Alternativ könnten es auch zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss mit Dachterrassen werden. Zwischen den Gebäuden sind Stellplätze vorgesehen.

Das Jugendzentrum soll vielfältig genutzt werden. Schüler- und Ferienbetreuung, Sport- und Kulturangebote, eine Werkstatt und auch Räume für Büroarbeiten, Schulungen und Seminare sind angedacht. Der Kiosk soll als Bistro in den Neubau inte-griert werden. Die Stadtverwaltung möchte das Jugendzentrum auch für kulturelle Veranstaltungen nutzen. Daher gehe man davon aus, dass dort auch nach 22 Uhr noch Betrieb herrschen werde, so Stadtplaner Jannik Peters.

In Sachen Verkehr wird es interessant. Da sehen die Planungen einen Rückbau des Gummiweges zwischen Schloßring und Luhe vor, denn da werden die neuen Gebäude stehen. Auch der Zebrastreifen über den Schloßring soll zurückgebaut werden. Stattdessen soll die Zuwegung für Fußgänger und Radfahrer östlich über den Schloßring und eine Querungshilfe erfolgen.

Teil des Gummiweges soll verschwinden

Das war dann der „Knackpunkt“. Olga Bock meldete Zweifel an der Akzeptanz dieser Umleitung an, da dort schon jetzt keine Fußgänger anzutreffen seien. CDU-Ratsherr Jan Jürgens warnte davor, die Bedeutung des Gummiweges zu unterschätzen. Die Menschen würden an ihren gewohnten Wegen festhalten wollen. Auch der Zebrastreifen solle erhalten bleiben. Jürgens regte zudem an, für das Bespielen der Werkstatt Kooperationen mit Winsener Handwerksbetrieben und deren Azubis zu suchen.

Zum Thema „Junges Wohnen“ liege noch kein konkretes Konzept vor, berichteten die Stadtplaner. Da ginge es jetzt vorrangig um die Schaffung von Baurecht. Solange wird auch die Finanzierung noch kein Thema sein. Entscheidend dafür dürfte später sein, ob die Stadt entsprechende Förderungen aktivieren kann. Wenn es um die Ausstattung des neuen Jugendzentrums gehe, solle auch der rotierende Jugendrat Winsen eingebunden werden, kündigte Jessica Karbon an. Sie ist Leiterin des Geschäftsbereichs Bildung, Soziales und Kultur bei der Stadt Winsen.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung läuft noch bis zum 14. Juni. Bis dahin kann jeder Bürger Bedenken und Kritik äußern oder Anregungen geben. Am einfachsten geht das über die Internetseite adhocracy.plus/winsen-luhe der Stadt Winsen. Dort sind alle Informationen und Planungsunterlagen abrufbar. Schriftliche und mündliche Eingaben nimmt der Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauordnung im Rathaus entgegen.

Von Björn Hansen

Grundstücke in Winsen

Filetstück und Fragezeichen

Das Jugendzentrum soll am Winsener Schloßring neu erbaut werden. Das ist eine gute Adresse für neue Projekte. Das ehemalige WA-Gelände am Schloßring hat die Firma Effinger Bausausführungen aus Meckelfeld erworben, das Büro Atrium-Immobilien aus Winsen hat die Projektierung übernommen. Dort ist allerdings noch offen, was Neubau und Nutzung angeht.

Zum Gelände gehört zudem ein leerstehendes Wohnhaus, das unter Denkmalschutz steht. Hier stecken die Beteiligten noch in der Bestandsaufnahme.

Als „Filetstück“ wird der Busparkplatz an der sogenannten Wolperding-Kreuzung bezeichnet. Die exponierte Lage macht es besonders wertvoll. Klar ist hier nur, dass es dort kein weiteres Seniorenwohnen in Winsen geben soll. Dagegen hatte sich der Stadtrat ausgesprochen. Das Grundstück gehört der Stadt Winsen.