Foto: Sonja Haase

Aujeszkysche Krankheit bei Wildschweinen nachgewiesen: Tödlich für Hunde und Katzen

Lüneburg. Die „Aujeszkysche Krankheit“, virusbedingt und hochansteckend, wurde erneut bei einem Wildschwein im Nachbar-Landkreis Lüneburg nachgewiesen. Das Veterinäramt des Landkreises weist auf die hohe Gefahr für Hunde, Katzen und Hausschweine hin. Hunde sollten auf jeden Fall immer unter Aufsicht und an der Leine geführt werden. Hausschwein-Halter sollten besonderen Wert auf Hygiene legen. Hunde, Katzen und andere Fleischfresser erkranken immer tödlich. Menschen sind nicht vom Aujeszky-Virus betroffen.

Schnelle Übertragung

Die Aujeszkysche Krankheit überträgt sich schnell: Kommen ein Hund oder eine Katze mit Körperflüssigkeiten in Berührung, überträgt sich das Virus und sie sterben. Schnuppern kann bereits reichen. Es gibt keine Impfung und keine Therapie gegen das Virus. In diesem Zusammenhang weist der Landkreis auf die Leinenpflicht hin. Diese gilt ohnehin bis zum 15. Juli – in Naturschutzgebieten gilt sie ganzjährig.

Die Krankheit stellt auch eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinebestände dar. Das Veterinäramt des Landkreises Lüneburg fordert daher alle Schweinehalter auf, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bestände strikt einzuhalten. Außerdem wird dringend empfohlen, dass Jäger keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde und andere Fleischfresser verfüttern. Wichtig zu wissen: Das Virus weist eine hohe Überlebensfähigkeit auf, es wird auch nicht durch Fleischreifung und beim Gefrieren abgetötet.

Hintergrund Im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings wurden bei einer routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veterinärinstitut des LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) in Hannover am 30. Mai 2022 amtlich nachgewiesen. Dies ist damit bereits der dritte Nachweis von AK-Antikörpern in Wildschweinblutproben an verschiedenen Stellen des Landkreises Lüneburg seit November vergangenen Jahres. Die AK ist eine weltweit verbreitete, virusbedingte und hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist. Nur Primaten und Pferdeartige gelten als resistent. Der Mensch ist nicht betroffen. Bereits im November letzten Jahres sowie im vergangenen April wurde diese Schweineerkrankung bei Wildschweinen im Landkreis Lüneburg nachgewiesen. Weitere Informationen sowie ein Merkblatt für Jägerinnen und Jäger zur AK bei Wildschweinen sind zu finden unter www.laves.niedersachsen.de oder www.tierseucheninfo.niedersachsen.de. Weitere Informationen zur Aujeszkyschen Krankheit gibt es unter: www.landkreis-lueneburg.de/tierseuchen