Vor allem Pendler auf den Metronom-Linien RE3/RB31 müssen Geduld aufbringen, weil sich durch Bauarbeiten die Trassen- und Gleiskapazitäten in den Sommermonaten drastisch reduzieren. (Foto: t&w)
Vor allem Pendler auf den Metronom-Linien RE3/RB31 müssen Geduld aufbringen, weil sich durch Bauarbeiten die Trassen- und Gleiskapazitäten in den Sommermonaten drastisch reduzieren. (Foto: t&w)

20 Gelenkbusse ersetzen Metronom-Züge

Ab dem 11. Juni fahren aufgrund von Bauarbeiten weniger Züge zwischen Uelzen und Hamburg. Die KVG und Partnerunternehmen setzen als Ersatz für entfallende Zugverbindungen 20 Gelenkbusse ein – für Fahrgäste, die als Fahrtziel oder Startpunkt einen der Bahnhöfe zwischen Winsen und Harburg haben. Der Landkreis Lüneburg passt Busfahrpläne für Linien in Stadt und Kreis an.

Lüneburg. Vor einer logistisch außergewöhnlichen Herausforderung stehe die KVG, sagt Unternehmenssprecher Oliver Blau mit Blick auf kommenden Sonnabend, 11. Juni. Von da an werden zwischen Uelzen, Lüneburg und Hamburg wegen umfangreicher Gleisbauarbeiten deutlich weniger Züge fahren als sonst (LZ berichtete). Es gibt einen Schienenersatzverkehr: Busse der KVG befördern stattdessen die Fahrgäste, die als Fahrtziel oder Startpunkt einen der Bahnhöfe zwischen Winsen und Harburg haben. Die geänderten Fahrpläne für den Zeitraum bis zum 15. Juli stehen nun fest. Informationen über die Fahrplanänderungen ab dem 16. Juli wird das Unternehmen Metronom rechtzeitig bereitstellen.

Jeden Tag – fünf Wochen lang

„Jeden Tag, fünf Wochen lang, müssen Menschen, die jetzt noch den Zug nehmen, dann in den Bus umsteigen“, erklärt Blau vor dem Hintergrund, dass es vor allem zwischen Winsen und Hamburg-Harburg zu massiven Einschränkungen kommen wird, weil die Bahnhöfe Ashausen, Stelle, Maschen und Meckelfeld aufgrund der Baumaßnahme gar nicht oder nur selten vom Metronom angefahren werden können. „Im Wesentlichen zwischen Winsen und Harburg kommen 20 Gelenkbusse zum Einsatz, die wir zusammen mit Partnerunternehmen bereitstellen“, berichtet er. Kein leichtes Unterfangen, denn weder Fahrzeuge, noch Personal hätten in der Größenordnung ohne Weiteres zur Verfügung gestanden. „Aber mit den anderen Unternehmen zusammen funktioniert es – Busse und Fahrer sind vorhanden“, sagt Blau.

Linie RE3 hält in Bardowick und Radbruch

Vor allem Pendler auf den Metronom-Linien RE3/RB31 müssen Geduld aufbringen, weil sich durch die Baumaßnahme die Trassen- und Gleiskapazitäten in den Sommermonaten drastisch reduzieren. Der Metronom kann zwischen Hamburg, Lüneburg und Uelzen statt den gewohnten vier Verbindungen pro Stunde und Richtung nur noch je eine Verbindung anbieten, heißt es vom Unternehmen: Die Züge der Linie RB31 werden bis auf sehr wenige Ausnahmen komplett entfallen. Auch die Verstärkerzüge der RE3 entfallen.

Die während der Baumaßnahme nur noch stündlich einmal pro Richtung verkehrenden Züge der Linie RE3 werden aber zusätzlich in Bardowick und Radbruch halten. Die Gesamtfahrzeit verlängert sich dadurch zwischen Hamburg und Lüneburg, zum Teil gebe es Abweichungen in der Fahrzeit von bis zu zehn Minuten.

Weil nachts auf der gesamten Strecke gar keine Züge fahren können, gibt es dann auch einen Schienenersatzverkehr zwischen Hamburg-Harburg und Lüneburg beziehungsweise Uelzen. Auch das Rufmobil der KVG steht nachts auf Anfrage für einzelne Touren bereit.

Busse fahren dicht getaktet

„Der Fahrplan für die Busse ist so angelegt, dass wir in der Regel versuchen werden, dicht getaktet von Winsen nach Hamburg-Harburg und in die Gegenrichtung zu fahren, jedoch gestaffelt. Das heißt, mehrere Busse fahren, starten aber nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt“, berichtet Blau.

Damit Bus und Bahn in Stadt und Landkreis Lüneburg weiterhin zusammenspielen, passen Kreisverwaltung und KVG darüber hinaus die Busfahrpläne an. Sie gelten ab dem 10. Juni bis mindestens 5. August. Die neuen Fahrpläne sind ab dem 8. Juni im Internet bei der KVG und beim HVV abrufbar.

„Unser Ziel ist es, vor allem für Pendler gute Busanschlüsse zu schaffen – sowohl zu den Bahnen als auch zu anderen Bussen. Außerdem soll es keine Änderungen in der Schülerbeförderung geben“, erklärt Stefan Borchers vom Fachdienst Mobilität des Landkreises. Die Zeiten der Hauptbuslinien werden auf die neuen Abfahrtszeiten der Züge ausgerichtet.

„Wir raten jedem dringend, sich die neuen Fahrpläne anzuschauen.“ – Stefan Borchers, Fachdienst Mobilität des Landkreises

Kreis und KVG haben keinen Einfluss auf die Baumaßnahmen der Bahn, die allerdings große Folgen auf den ÖPNV der Region haben. Borchers sagt: „Wir passen aktuell die Fahrpläne so an, dass zum Beispiel auch weiterhin die frühen Bahnabfahrten Richtung Hamburg um 5.26 Uhr erreicht werden. Wir raten jedem dringend, sich die neuen Fahrpläne anzuschauen und die persönlichen Fahrzeiten anzupassen.“

Infos und Fahrpläne zum Schienenersatzverkehr gibt es unter www.der-metronom.de/baustellen/re3-rb31-gleisarbeiten-zum-erhalt-der-infrastruktur. Die neuen Fahrpläne für Stadt und Landkreis Lüneburg sind ab dem 8. Juni abrufbar unter www.kvg-bus.de/fahrplaene/landkreis-lueneburg und www.hvv.de.

Von Stefan Bohlmann

Baustellen

Heißer Tanz im Sommer

In Sachen Verkehr kommt in der Region einiges zusammen – nicht nur auf der Schiene. Auch auf den Straßen in Richtung und rund um Hamburg kann es eng werden oder ist es bereits. Die Autobahnen 1 und 7 sind wegen Bauarbeiten ohnehin Nadelöhre. Wie berichtet, wurden darüber hinaus die bereits begonnenen Arbeiten auf der A39 zwischen Winsen-Ost und Winsen-West neu ausgeschrieben, weil die Autobahn GmbH des Bundes der ausführenden Firma gekündigt hatte. Mit der Fertigstellung dieses Abschnittes bis zur Vollsperrung der B 404 am 4. Juli wird es wohl nichts werden, wenn die beschädigte Wehrbrücke über die Elbe in Geesthacht im Zuge der Bundesstraße saniert werden soll.

Die Elbquerung ist schon jetzt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt, nachdem vor Ostern weitere Schäden an dem in die Jahre gekommenen Bauwerk gefunden wurden. Die Umleitung erfolgt seither über die ebenfalls marode Elbbrücke in Lauenburg. Bauexperten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein suchen derzeit gemeinsam mit den beteiligten Baufirmen und Fachplaner eine Lösung, um die Sanierung mit der Vollsperrung im geplanten Zeitfenster 4. Juli bis 24. August weiter zu ermöglichen.