Die kreiseigenen Gebäude sollen bis zum Jahr 2040 klimaneutral betrieben werden. Ein Fahrplan wurde nun im Ausschuss für Agrar, Umwelt- und Klimaschutz vorgestellt. (Foto: dre)
Die kreiseigenen Gebäude sollen bis zum Jahr 2040 klimaneutral betrieben werden. Ein Fahrplan wurde nun im Ausschuss für Agrar, Umwelt- und Klimaschutz vorgestellt. (Foto: dre)

Ambitionierter Fahrplan für den Klimaschutz

Kreis will bis 2040 alle eigenen Gebäude klimaneutral betreiben. Gefragt sind Photovoltaik und Wärmepumpen.

Winsen. Ambitionierte Ziele stellten Oliver Waltenrath und Ulrich Garbrecht vom Landkreis am Mittwochnachmittag in der Sitzung des Ausschusses für Agrar, Umwelt und Klimaschutz vor. In zwei Präsentationen zeichneten die Herren aus der Verwaltung zum einen die Entwicklung des Energiebedarfs kreiseigener Gebäude und den Sanierungsbedarf selbiger nach.

Der Leiter Klimaschutz Waltenrath erklärte zu Beginn anhand eines Diagramms die Entwicklung der Gesamtkosten in den Bereichen Strom, Erdgas, Nahwärme und Wasser. Letzteres machte dabei mit gut 46 000 Euro einen zu vernachlässigenden Teil des gesamten Volumens von rund 2,5 Millionen Euro aus. Die Ausgaben für Strom seien demnach innerhalb der letzten zehn Jahre um ungefähr 30 Prozent angestiegen. Grund dafür sei unter anderem die Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom, der zum Großteil aus dem Netz stammt ­– und außerhalb des Landkreises erzeugt werde. Lediglich sechs Prozent der benötigten elektrischen Energie werde durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Landkreis-Immobilien bereitgestellt. Diesen beziehe man zu einem Sonderpreis, der sich durch Pachteinnahmen weiter reduziere.

Starker Preisanstieg 2023 erwartet

Waltenrath machte jedoch deutlich, dass der Landkreis ab 2023 mit einem starken Preisanstieg aufgrund der jüngsten Entwicklung auf dem Markt rechne. Unter Klimaaspekten – und hier maßgeblich durch die Umstellung auf Ökostrom – verursache der Landkreis im Vergleich zu 2011 63 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Um die vollständige Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 zu erreichen, so wie es auf Bundesebene gefordert ist, müssten pro Jahr weitere 2,5 Prozent eingespart werden. Außerdem sei die Abkehr vom Energieträger Erdgas unumgänglich.

Langfristig könne dadurch auch Geld gespart werden, wenn die Wärme durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien vor Ort erzeugt würde. Vorrangig soll dies durch Wärmepumpen geschehen. Der Strompreis soll außerdem mit dem gezielten Ausbau von Photovoltaikanlagen unter dem Durchschnitt gehalten werden, stellte Oliver Waltenrath weiteres Sparpotenzial durch gezielte Investitionen in Aussicht.

Energieeffizienz der Gebäude im Fokus

In der Folge ging Ulrich Garbrecht detaillierter darauf ein, wie die Klimaneutralität im Gebäudesektor erreicht werden soll. Die Energieeffizienz der Gebäude möchte man etwa steigern. Dies könnte geschehen, indem man Liegenschaften besser dämmt und neue Fenster einbaut. Außerdem sollen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz kommen, die einen Wärmeverlust durch geöffnete Fenster vorbeugen. Die Energieversorgung soll insgesamt nachhaltiger werden. Das bedeute, dass der Strom aus möglichst vor Ort installierter Wind-, Sonnen- und Wasserkraft bezogen werden soll und somit dem Landkreis in absehbarer Zeit Energieunabhängigkeit sichere.

Dass diese Ziele zeit- und kostenintensiv werden, darüber war man sich im Ausschuss parteiübergreifend einig. Kreisrat Josef Nießen forderte: „Das muss sich im nächsten Haushalt auch niederschlagen.“ Dem pflichtete Elisabeth Bischoff von den Grünen bei: „Wir müssen jetzt anfangen und nicht erst wieder bis übermorgen warten, wenn wir dem Klimawandel vor Ort noch etwas entgegensetzen wollen.“

Von Andreas Urhahn