Die Stadthalle und der Kulturverein um Markus Laudahn bleiben getrennt. Die Sanierung der Veranstaltungshalle dauert mindestens bis zum Frühjahr kommenden Jahres an. (Foto: jhk)

Kein passender Ort für kulturelle Veranstaltungen

Der Winsener Kulturverein kann nach wie vor keine Events in der Stadthalle veranstalten. Der Vorsitzende Markus Laudahn muss mit seinem Team somit weiterhin auf den Marstall zurückgreifen.

Winsen. Erst kam der Corona-Lockdown, dann das Impfzentrum und schließlich wurde die Stadthalle auch noch als Lokales Ankunftszentrum (LAZ), in dem die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine registriert und weitervermittelt werden sollten, genutzt. Im Herbst soll die Sanierung der Stadthalle starten und planmäßig bis März andauern. Für den Kulturverein Winsen und seinen Vorsitzenden Markus Laudahn fiel und fällt damit die Veranstaltungs-Option Nummer eins weg – inzwischen seit Jahren.

Marstall bietet zu wenig Platz

„Wann können wir endlich anfangen, wieder realistisch mit der Stadthalle als Veranstaltungsort zu planen?“ Mit dieser Frage müssen sich Laudahn und der Vorstand des Kulturvereins inzwischen seit vielen Monaten immer wieder beschäftigen. Im Februar 2020 veranstaltete der Kulturverein in der Winsener Stadthalle sein letztes Event.

„Es ist hart, wenn man bedenkt, dass die letzte Veranstaltung in der Stadthalle schon zweieinhalb Jahre zurückliegt“, bedauert der Vorsitzende des Kulturvereins. Seit der Belegung der Stadthalle sind Markus Laudahn und sein Team in den Winsener Marstall umgezogen, richten dort Veranstaltungen aus.

„Aber das ist überhaupt nicht zu vergleichen. Der Marstall ist in unseren Augen viel zu klein. Wir können dort nicht das anbieten, was wir unter Kultur verstehen“, erklärt Laudahn, der aber auch weiß, dass es aktuell keine andere Lösung gibt: „Wir haben natürlich gehofft, dass es nach dem Impfzentrum wieder in der Stadthalle losgehen kann. Jetzt sieht die Situation leider anders aus.“

Soziale Begegnungen im Marstall nur begrenzt möglich 

Kultur stehe auch für soziale Begegnungen. Diese seien laut Laudahn im Marstall aufgrund des Platzmangels nur sehr begrenzt möglich. Für den Kulturverein und seine Anforderungen sei der Marstall nicht ausreichend und gut genug ausgestattet. „Theater braucht Kulissen, Requisiten, Platz – eine große Garderobe, einen Rückzugsort für Darsteller und Künstler und einen Begegnungsraum für das Publikum. All das kommt im Marstall leider zu kurz“, sagt Markus Laudahn, der aber auch betont, dass der Marstall für so große Veranstaltungen schlichtweg nicht ausgelegt sei.

In der Stadthalle sind die Gegebenheiten anders und besser. Der Kulturverein würde nur zu gerne zeitnah in die Stadthalle zurückkehren. „Wir haben dort einen großen Saal und genügend Platz für alle unsere Sachen. Die Stadthalle ist immens wichtig für die Kultur – und die Kultur wichtig für die Gesellschaft“, betont der Vorsitzende.

Lage des Marstalls ist optimal

Trotzdem habe der Veranstaltungsort Marstall auch etwas Gutes: „Der Marstall liegt optimal im Herzen Winsens. Er bietet ein besonders schönes Ambiente.“ Laudahn lobt zwar die Kreisstadt, wünscht sich aber mehr kulturellen Zuspruch: „Winsen ist in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Im kulturellen Bereich sehe ich aber noch eine Menge Verbesserungspotenzial. Die Kultur braucht mehr Raum.“

Weil die Stadthalle auch in der kommenden Saison kaum zur Verfügung stehen wird, ist der Kulturverein mit seinem Programm auf Nummer sicher gegangen. „Viele Künstler und Events brauchen bis zu eineinhalb Jahre Vorlauf. Wir haben vorläufig nur Veranstaltungen geplant, die auch im Marstall umsetzbar sind. Ich hoffe, dass wir größere Events wieder in das Programm 2023/2024 aufnehmen können. Daran werden wir arbeiten“, erklärt Markus Laudahn.

Von Jan-Hendrik Koch