Der hvv spricht von einem Erfolg beim 9-Euro-Ticket, die Metronom-Kunden in der Region sind ziemlich genervt von Verspätungen, Ausfällen und übervollen Zügen. (Foto: jj)

Das 9-Euro-Ticket hat jeder zweite HVV-Fahrgast

Hamburg. Das 9-Euro-Ticket als Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung bis 31. August 2022 wird vom Hamburger Verkehrsverbundes HVV als Erfolg bezeichnet Die Kunden des Metronom, er gehört zum hvv, mögen sich da angesichts von Zugausfällen, Verspätungen, übervollen Zügen verwundert die Augen reiben.

Mit Beginn des letzten Monats im 9-Euro-Aktionszeitraum liegen jetzt erste aktuelle Ergebnisse der begleitenden Marktforschung vor, die der hvv in den Monaten Juni und Juli durchgeführt hat. Die Marktforschung im hvv besteht aus mehreren Erhebungswellen im Aktionszeitraum und einer Nachbefragung im Herbst.


Die ersten Ergebnisse sind laut einer Mitteilung des hvv:

  • Fast jeder zweite Befragte besitzt das 9-Euro-Ticket.
  • Die Nutzung des hvv nimmt spürbar zu und hat das Vor-Corona-Niveau übertroffen.
  • Der Anteil der Fahrgäste, die mindestens wöchentlich den ÖPNV nutzen, stieg um 7 Prozent.
  • Von 10 Nutzer*innen des 9-Euro-Tickets halten es für ein sehr attraktives Angebot.
  • Die Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket finden weit überwiegend im hvv statt (92%).
  • Die Zufriedenheit mit den Fahrten liegt insgesamt bei 87 Prozent,
  • Unzufriedenheit mit dem Platzangebot wird überwiegend bei längeren Fahrten (verbundextern) genannt.
  • 54 Prozent der 9-Euro-Ticket-Besitzer*innen geben an, ihren Pkw seit dem 1. Juni seltener genutzt zu haben; für 12 Prozent der Fahrten wäre ohne das 9-Euro-Ticket nicht der hvv, sondern der Pkw genutzt worden. Dies entspricht mehreren Mio. eingesparten Pkw-Fahrten pro Monat.

Die Mehrheit der Käufer*innen ist auch zur Zahlung eines höheren Ticketpreises bereit. Verbundweit wurden bisher bereits 1,8 Millionen Tickets verkauft (800.000 für den Juni, 700.000 für den Juli und bisher 300.000 für den August). Hinzu kommen jeweils die 680.000 Abonnentinnen und Abonnenten, die ebenfalls nur 9 Euro im Monat zahlen. Im Vergleich zu 2019 waren fünf Prozent mehr Fahrgäste mit den Bussen, Bahnen und Fähren unterwegs. Damit wurde erstmals seit Beginn der Pandemie das Vor-Corona-Niveau nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten.