Das neue Luchse-Team
Das neue Luchse-Team setzt sich zusammen aus (hinten, von links) Trainer Dubravko Prelcec, Geschäftsführer Sven Dubau, Svea Geist, Levke Kretschmann, Wiebke Meyer, Jule Meisner, Cara Reiche, Finja Harms, Jasmina Rühl, Danique Trooster, Sarah Lamp und Co-Trainerin Heike Axmann sowie (vorne, von links) Marthe Nicolai, Luisa Hinrichs, Anna Ansorge, Antonia Pieszkalla und Hanne Morlandstø. (Foto: rin)

Luchse präsentieren Wunschteam

Eine neue Leichtigkeit haben die Bundesliga-Spielerinnen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten entdeckt. Der Spaß am Handball ist in der 2. Liga offenbar zurück.

Buchholz. „Sie sind jung, und sie wollen!“ Besser als Heike Axmann, Co-Trainerin bei den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten, kann man die beinahe komplett für die 2. Handball-Bundesliga neu zusammengestellte Mannschaft nicht beschreiben. Mit einem kleinen Turnier stellte der Klub jetzt den Kader, seine Ziele und Aufgaben nach dem Abstieg aus dem deutschen Oberhaus vor.

Was in der 1. Bundesliga ein No-Go war, ist in der kommenden Saison bei den Luchsen ausnahmsweise mal erlaubt: Denn Fehler werden in der 2. Liga wohl nicht so brutal bestraft wie in der 1. Bundesliga. Genau das Richtige also für ein junges Team mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren, das Oldie Mareike Vogel mit ihren 36 Jahren noch mal deutlich nach oben hievt. Gemeinsam mit Sarah Lamp (31) und Neuzugang Hanne MorlandstØ (26) aus Norwegen soll die erfahrene Luchse-Torhüterin das Team der jungen Wilden führen.

Traumwerte bei ersten Tests

„Hier sitzt unsere Wunschliste“, sagt Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau fast ein bisschen stolz. Jede der jungen Spielerinnen, die der Presse gegenübersitzt, wollte der Trainerstab auch haben. „Was an erfahrenen Spielerinnen weggegangen ist, haben wir in Jung und Nett zurückgekriegt“, meint Dubau grinsend. Der Umbruch ist gravierend: Zwölf Abgängen stehen neun Neuzugänge gegenüber. Chefcoach Dubravko Prelcec, Co Heike Axmann und Torwarttrainerin Tine Lindemann müssen eine komplett neue Mannschaft formen, die mit 15 Spielerinnen nicht gerade üppig besetzt ist.

Seit wenigen Wochen trainieren die Handballerinnen wieder. Prelcec ist von der Vor-Vorbereitung, die seine Spielerinnen individuell ableisten mussten, begeistert: „Alle Tests, die wir mit den Mädels durchgeführt haben, sind besser als im letzten Jahr zu dieser Zeit ausgefallen.“ Die Kraftwerte begeistern den Coach. Ganz vorne liegt dabei erstaunlicherweise Skandinavien-Export Hanne MorlandstØ, die „fast so stark ist wie Lulu Cronstedt letzte Saison“, verraten die Coachs. Cara Reiche verfügt über eine explosive Schnelligkeit, wie sie Luchse-Abgang Alexia Hauf zeigte.

Vertrauen zum Trainerstab wächst

Eine besondere Mentalität offenbart das Team auch schon. „Da fragt keine groß, die machen erst mal alle“, sagt Heike Axmann und bestätigt wie Prelcec, dass das Arbeiten mit den jungen Talenten unglaublich Spaß mache. Die beiden Trainer können die Mannschaft formen und ihnen vor allem reichlich neuen Input geben. „Einige Spielerinnen kennen quasi nur ihren Heimatverein oder haben zumindest noch nicht viel Erfahrungen mit anderen Klubs und anderen Trainingsmethoden“, bestätigt der Kroate Prelcec. Da ist dann vieles Vertrauenssache. „Aber sie erkennen, dass unsere Tipps helfen. Und heute laufen Sachen schon besser, die gestern überhaupt nicht funktionierten“, schildert er.

Der Trainerstab ist natürlich besonders stolz darauf, mit den beiden deutschen Top-Talenten Levke Kretschmann und Wiebke Meyer arbeiten zu dürfen. Beide hatten auch Angebote von anderen Klubs. Levke Kretschmann katapultierte sich letzte Saison mit 239 Saisontoren, davon 187 aus dem Feld, in Dienst des MTV Heide auf Platz 2 der Torschützenliste in der 2. Bundesliga. Mit Wiebke Meyer, die 2019 vom TV Oyten nach Leipzig gewechselt war, gewinnen die Luchse endlich wieder eine wurfstarke Linkshänderin für den rechten Rückraum dazu. Beide und auch ihre jungen Kolleginnen sind in der Lage, schnell die Traineranweisungen auf dem Feld umzusetzen.

Die Stimmung im Team habe sich deutlich verändert, und zwar zum Positiven. Das sagt Svea Geist. Die Kreisläuferin gesteht: „Die letzte beiden Spielzeiten mit dem dauernden Abstiegsdruck waren für uns schon sehr belastend. Aber jetzt haben wir eine neue Leichtigkeit entdeckt. Handball macht wieder richtig Spaß!“

Von Kathrin Röhlke