Anzeige
„Mit der neuen Rettungswache haben die Rettungskräfte des DRK in Tostedt nach langer Standortsuche eine moderne Heimat gefunden“, sagt Landrat Rainer Rempe. (Foto: LK Harburg)

Rettungskräfte rücken zu mehr als 3500 Einsätzen aus

LK Harburg. Ein Etappenziel zur Stärkung des Rettungsdiensts im Landkreis Harburg ist erreicht: Die neue Rettungswache Tostedt ist offiziell eröffnet. Die stationierten Notfallsanitäterinnen und -sanitäter des DRK hatten zuvor bereits die erste Einsatzwoche von der neuen Wache aus absolviert.

Die neue Wache, von der die B75 und die B3 schnell zu erreichen sind, ist 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr von zwei Rettungsfahrzeugen und ihrer sechsköpfigen Besatzung besetzt. Die DRK-Rettungskräfte werden pro Jahr zu mehr als 3.500 Notfallrettungseinsätzen ausrücken.

Krankentransport
wird stationiert

In Kürze wird in Tostedt außerdem ein Krankentransportfahrzeug stationiert. So sichert der Landkreis Harburg von Tostedt aus die Notfallversorgung der Menschen zwischen Regesbostel, Halvesbostel und Sittensen im Westen, von Westerhof und der A261 über Tötensen, Elstorf und Moisburg im Norden, Welle, Inzmühlen, Holm und Eckel im Osten bis Sittensen, Lauenbrück und Wintermoor im Süden.

Notwendig war der Bau einer neuen Wache, da die alte, bereits 1986 im Verbund mit dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr erbaute Rettungswache längst aus allen Nähten platzte und auch nicht auf die gesetzlichen und technischen Anforderungen der heutigen Zeit wie Fahrzeuggrößen oder Hygienestandards ausgelegt war. Allein von 2014 bis 2016 stieg die Zahl der Einsätze von rund 2.000 (ca. 5 pro Tag) auf rund 2.820 (ca. 8 pro Tag). 2021 wurden von Tostedt aus bereits 3.500 Einsätze absolviert.

Neuer Standort nach
intensiver Suche gefunden

Um einen weiteren Rettungswagen und seine Besatzung für 16 Stunden täglich in Tostedt zu stationieren, konnte der alte Standort 2016 mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde und insbesondere der Freiwilligen Feuerwehr Tostedt interimsweise erweitert werden. Für eine zeitgemäße Erweiterung war, wie der Kreis-Rettungsdienstbedarfsplan 2020/2021 gutachterlich feststellte, jedoch ein neuer Standort nötig. Nach intensiver Suche legten sich Kreisverwaltung, DRK, Samtgemeinde und Gemeinde auf ein optimal gelegenes, 1800 m² großes Grundstück ganz in der Nähe der alten Wache und einer Flüchtlingsunterkunft des Landkreises am nördlichen Tostedter Ortsausgang fest.

Um den Bau der Wache kümmerte sich das DRK, das auch das Grundstück von der Gemeinde Tostedt erwarb und die Rettungswache im Auftrag des Landkreises Harburg betreibt. Finanziert werden die Baukosten durch eine Miete des Landkreises als Träger des Rettungsdienstes, die wiederum von den Krankenkassen erstattet wird. Der Neubau umfasst eine Gesamtfläche von 437 m², davon 179 m² für die drei Fahrzeuggaragen. Er bietet optimale und zeitgemäße Arbeitsbedingungen nach DIN-Norm für die Rettungskräfte des DRK. Gegliedert ist die Wache in drei Fahrzeughallen mit angrenzenden Räumen für Lagerung und Desinfektion. Zu den Wachräumlichkeiten gehören ein Wohn- und Aufenthaltsraum mit integrierter Küche, Büro, Sanitärbereiche und Umkleiden sowie Ruhebereiche.

Attraktiver für
Fachkräfte

„Unser DRK-Kreisverband ist froh und dankbar, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hier in Tostedt nun Arbeitsbedingungen anbieten zu können, die uns im Wettbewerb um die dringend benötigten Fachkräfte noch attraktiver machen“, so Norbert Böttcher, Präsident des DRK-Kreisverbands Harburg-Land. „Ab heute spricht das neue Gebäude für sich und für das überaus große Engagement des Landkreises Harburg für den Rettungsdienst“.

Die neue Tostedter Wache bildet nach der im Mai 2022 neu eröffneten Rettungswache Hanstedt-Nindorf die zweite Etappe zur Stärkung des Rettungsdiensts im Landkreis Harburg. „Diesen Weg werden wir kontinuierlich weiterbeschreiten“, betonte Landrat Rainer Rempe. „Wir werden wie hier in Tostedt auch in Zukunft alle Möglichkeiten nutzen, um dem Rettungsdienst im Landkreis Harburg den Rücken zu stärken. Für das DRK, die JUH und die Kreis-Rettungsdienstgesellschaft haben Kreisverwaltung und Kreispolitik immer ein offenes Ohr.“

Für die Erweiterung der Wache in Seevetal-Lindhorst startet in Kürze die Detailplanung, es soll so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden. Zusätzlich in Arbeit ist die Umgestaltung der Rettungswache in Winsen. Außerdem soll die Interimswache in der Samtgemeinde Elbmarsch einen dauerhaften Standort erhalten – eins der Themen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Ordnung und Feuerschutz.