Anzeige
Der Hexentanzplatz bei Hanstedt ist eine der Stationen auf der Heideschleife Töps, die am 8. Oktober erreicht werden. (Foto: Lüneburger Heide GmbH)

Verhexte Wanderung auf der Heideschleife

Winsen. Auf Hexen stoßen Wanderer mitunter nicht nur auf dem Brocken im Harz. Auch in der Heide finden sich die Frauen mit ihren fliegenden Besen. Und vielleicht sind einige sogar unterwegs, wenn die Naturwanderung auf der Heideschleife Töps bei Hanstedt am Samstag, 8. Oktober, stattfindet.

Der Heidschnuckenweg feiert in diesem Jahr Geburtstag – und alle sind eingeladen mitzufeiern. Zwölf zertifizierte Natur- und Landschaftsführer stellen dazu jeden Monat eine der neuen Heideschleifen vor, diesmal führt der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer Jürgen Persiel.

Heideschleife ein
Naturerlebnis

Die Heideschleife Töps lädt dazu ein, die Vielfalt und Besonderheit der Natur und Landschaft in der Lüneburger Heide zu entdecken und ist gerade im Herbst, dem Indian Summer, besonders reizvoll. Auf der Strecke finden sich ein großer Schafstall, große und kleine Heideflächen, dunkle Wälder und hübsche Waldränder, klare Heidebäche und verwunschene Teiche. Die Wanderstrecke ist knapp 21 Kilometer lang und in rund sechs Stunden bequem zu schaffen.

Ganz so lang ist die Gruppe am 8. Oktober aber nicht unterwegs. Jürgen Persiel hat eine attraktive, knapp acht Kilometer lange Teilstrecke ausgesucht. So bleibt im Anschluss genügend Zeit, bis 22 Uhr noch den Herbstmarkt in Hanstedt mit Flohmarkt und Laternenumzug zu besuchen.
Die Wanderung startet beim Parkplatz am Weseler Weg. Schon nach kurzer Zeit werden eine große Heidefläche und der Schafstall erreicht. Die Heideschleife führt weiter in die Weseler Heide. Die Gruppe nimmt aber eine Abkürzung über den Kerkstieg. Auf dem alten Kirchweg gingen die Bürger von Wesel zur Kirche in Hanstedt.

Ein Hexentrank
bei der Rast

Über einen geschlängelten Pfad gelangt die Gruppe hinauf zum Hexentanzplatz. Dort erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gruselige Überraschung und ein Hexentrank. Doch auch wenn dort alles längst entsprechend dekoriert ist – eigentlich hat der Hexentanzplatz nur wenig mit den zauberkundigen Frauen zu tun. Der Ursprung ist viel prosaischer: In der Wandervogelzeit entstanden in Hanstedt kleine Wochenendhäuser. Da die Eigentümer auch Anhänger der Freikörperkultur waren, rodeten sie einen Platz, wo sie sich dann zu gymnastischen Übungen und Tänzen trafen. Den Hanstedtern war das Treiben etwas supekt. „Dort tanzen die Hexen“, sagten sie – und schon hatte der Platz seinen Namen.

Die Heideschleife hat auf ihrer gesamten Strecke noch einiges zu bieten. So führt der Weg durch die Ausläufer der Hanstedter Berge und an Waldrändern hinunter zur Schmalen Aue. Hinter Nindorf führt der schmale Pfad oberhalb der Aue, und die Mündung des Hümmingenbaches in die Aue lädt als idyllisches Plätzchen unter Eichen zur Verschnaufpause. Die Weseler Heide wird durchquert, und auch die Pastorenteiche liegen an der Heideschleife. Dort soll der Heidepastor Wilhelm Bode manchmal Inspiration und Ruhe zum Schreiben seiner Predigten gesucht haben.

Termin: 8. Oktober
Länge: 8 Kilometer
Beginn: 14 Uhr
Dauer: 2 bis 3 Stunden
Gutes Schuhwerk und dem Wetter angepasste Kleidung sollten nicht fehlen
Treff: Wanderparkplatz Weseler Weg in Hanstedt
Anmeldung bei Gästeführer Jürgen Persiel, Telefon 04173 – 7650,
E-Mail:

Hintergrund Der Heidschnuckenweg wurde am 7. Juli 2012 offiziell eröffnet. Zehn Jahre später ist er einer der beliebtesten Wanderwege im Norden Deutschlands und lockt jährlich tausende Wanderer an. Im Jubiläumsjahr beschenkt der Heidschnuckenweg die Wanderer und Wanderer in jedem Monat mit einer der zwölf neuen Heideschleifen. Auf den Wanderungen erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann viel Wissenswertes über die Kulturlandschaft Lüneburger Heide und die Besonderheiten des Weges und der Heideschleife. Informationen dazu finden sich unter www.lhg.me/24326 Der Heidschnuckenweg ist nicht umsonst beliebt und mehrfach prämiert. Auf 223 Kilometern führt von Hamburg aus durch die drei Landkreise Harburg, Heidekreis und Celle und durch über 30 große und kleine Heideflächen der Nord- und Südheide. Noch mehr zu entdecken gibt es durch die zwölf Heideschleifen. Auf den zwischen 1,2 und 21 Kilometern langen Rundwanderwegen kann man besondere Natur- und Landschaftselemente kennenlernen, in Cafés und Restaurants einkehren und sich einen noch besseren Eindruck von der Region verschaffen. Mehr Informationen zum Heidschnuckenweg finden sich unter www.heidschnuckenweg.de .