Anzeige
Jorgen Haberer setzte den Schusspunkt für die Wolves beim 24:24 in Neerstedt.
Jorgen Haberer setzte den Schusspunkt für die Wolves beim 24:24 in Neerstedt. (Foto: Nils Heitmann)

Emotionale Achterbahnfahrt für die HSG Seevetal/Ashausen

Teuer erkauft ist der Punktgewinn der Verbandsliga-Handballer der HSG Seevetal/Ashausen: Beim 24:24 in Neerstedt zog sich Regisseur Moritz Holm eine Bänderverletzung im Knöchel zu und fällt vermutlich mehrere Wochen aus.

Ashausen. Eine emotionale Achterbahnfahrt erlebte Nils Bengelsdorf, Trainer der Verbandsliga-Handballer der HSG Seevetal/Ashausen. Am Ende sicherte sich sein Team immerhin einen Punkt, bezahlte diesen aber teuer mit der Verletzung von Spielmacher Moritz Holm.

TV Neerstedt – HSG Seevetal/Ashausen 24:24

Die Auswärtspartie der Wolves in Neerstedt war von vielen unglücklichen Gegebenheiten geprägt; Bengelsdorf selbst übte sogar Selbstkritik nach dem Unentschieden. „Wir haben im Trainerteam einige wirklich sehr schlechte Entscheidungen getroffen“, berichtete der Coach, dem deutlich mehr als der verlorene Punkt der Ausfall von Moritz Hom wehtat.

Nach 14 Minuten lagen die Wolves mit 4:10 hinten. Die ungewöhnliche Härte, mit der die Gastgeber zu Werke gingen, aber auch das späte Eintreffen von Goalgetter Leon Petersen, der erst 20 Minuten nach Anpfiff in die Halle kam, waren Ursachen für die klare Führung der Neerstedter. Bis zur Pause hatten sich die Wolves aber gefangen und auf 13:17 verkürzt.

Heinzelmann übernahm die Mittelposition

Der Ausfall von Holm (Knöchelverletzung) erforderte einige Umstellungen: Fabian Heinzelmann (6/2) übernahm die Mittelposition, Schwager Björn Heinzelmann (7) spielte auf der halben Position. Weil Keeper Niklas Kölln keine guten Tag erwischt hatte, biss Philip Pape nach noch nicht gänzlich auskurierten Muskelverletzung auf die Zähne und übernahm zwischen den Pfosten. Beim 17:22 büßten die Wolves auch noch Kreisläufer Jan Niclas Keßler (2) mit der dritten Zeitstrafe ein.

Da sah Bengelsdorf schon alle Felle wegschwimmen, hatte die Rechnung aber ohne Torwart Pape gemacht. Der verrammelte seinen Kasten förmlich und ließ in den letzten 18 Minuten nur noch zwei Gegentore zu. Allerdings trafen seine Vorderleute auch nur siebenmal. Aber zehn Sekunden vorm Abpfiff hielt Pape einen weiteren Wurf beim 24:24 und schickte seinen Außen völlig allein auf die Reise. Eine Grüne Karte der Wolves-Trainer auf dem Zeitnehmertisch machten den möglichen Sieg aber zunichte. „Das war ziemlich unclever von uns. Den verlorenen Punkt müssen wir Trainer auf unsere Kappe nehmen“, gestand Bengelsdorf.

HSG Schwanewede/N.– MTV Eyendorf 29:28

Eine komplett verschlafene ersten Halbzeit kostete die Eyendorfer ein vielleicht besseres Ergebnis. Zur Pause lagen die Hausherren mit 15:9 deutlich vorne, phasenweise betrug die Führung sogar acht Treffer. Die MTVer mussten eine komplette Rückraumreihe ersetzen: Neben Fabian Witthöft und Vito Clemens sagten auch Jannes Macht und Justin Wendisch erkrankt ab. Dafür konnte Eyendorf Linkshänder Raphael Künstler noch einmal reaktivieren, und der A-Jugendlichen Abilash Kanagasabai mussste auf Halb ran.

MTV-Trainer Frank Breier fand in der Pause offenbar die richtigen Worte. Nach dem Wiederanpfiff minimierte sein Team die hohe Fehlerzahl und trat deutlich ruhiger und geduldiger auf. Zwölf Minuten vorm Abpfiff war der MTV beim 22:23 wieder dran. Eineinhalb Minuten vorm Abpfiff erzielte Luca Weiß (6) sogar das 28:28, knapp eine Minute später beim 28:29 hatte Gerrit Otte (7/1) sogar per Strafwurf die Möglichkeit, einen Punkt zu sichern, scheiterte aber. Trotzdem kamen die Eyendorfer noch einmal in Ballbesitz: 20 Sekunden blieben den Gästen nach der Auszeit von Breier fürs Unentschieden, doch der MTV konnte den Ball nicht mehr im gegnerischen Kasten unterbringen.

„Mein Team hat eine tolle Moral bewiesen. Insgesamt konnten wir zwar vier Siebenmeter nicht verwandeln, die Partie haben wir aber als Team verloren“, betonte der Trainer, der seinem Team keinen Vorwurf machen wollte.

Von Kathrin Röhlke