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Fährt wieder: Hinrich Wendt hat das Auto von Jannes Griewer (links mit seiner Mutter Annika) repariert (Foto: Stadt Buchholz)

Repair Café macht Jannes glücklich

Buchholz. Mit dem Repair Cafè hat die Stadt offenbar einen Nerv getroffen. Bei der Eröffnung am vergangenen Sonnabend war der Andrang groß. So groß, „dass wir eine halbe Stunde früher als geplant angefangen haben“, sagt Claudia Krohn. Wie berichtet, hatte die Leiterin der Abteilung Soziales, Begegnung und Kultur den Reparaturtreff gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop ins Leben gerufen. Die Freiwilligenagentur Fee (freiwillig•ehrenamtlich•engagiert), hatte parallel Ehrenamtliche für das Café gesucht und gefunden, die Freude daran haben, kaputtes wieder heil zu machen, statt es wegzuwerfen.

Vom Staubsauger bis
zur Lampe, alles repariert

„Elektro ist der Renner“, berichtet Sylke Burmeister von Fee. „Staubsauger, Bügeleisen, Toaster, Lampen – hier wird heute alles mögliche repariert.“ Darauf hofft auch Ulrieke Liegner. Die ist extra aus Bendestorf gekommen und hat ihre alte Stereoanlage mitgebracht. CD-Player und Kassettendeck funktionieren nicht mehr. „Das habe ich mir vor mehr als 25 Jahren von meinem Jugendweihe-Geld gekaut“, erzählt die 40-Jährige. Für sie hat die Kompaktanlage einen hohen ideellen Wert – wegwerfen und neu kaufen kommt deshalb nicht in Frage. Weil alle Tische in der Halle belegt sind, gesellt sie sich nach der Anmeldung zu den Wartenden in der Teestube, die sich mit (kostenlosem) Kaffee und Kuchen die Wartezeit verkürzen.

Lebensdauer von
Geräten verlängert

Nach etwa 15 Minuten wird Liegner von einem Mitglied des Orga-Teams an den Tisch von Stefan Ehlert, einer von zwölf ehrenamtlichen Reparateuren, geführt. „Ich lebe nachhaltig und verlängere gern die Lebensdauer von Geräten“, sagt der Buchholzer. Den CD-Player bekommt Ehlert schnell wieder zum Laufen. Das Kassettendeck nicht – die notwendigen Ersatzteile fehlen. Liegner nimmt es gelassen. Sie kann wieder CDs auf ihrer Anlage abspielen – „für mich hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt“.

Am Tisch gegenüber schauen Jannes und seine Mutter Annika Griewer gebannt Fred Mordhorst und Hinrich Wendt auf die Finger. Jannes hat sein liebstes Spielzeug – ein ferngelenktes Auto – mitgebracht. Der Motor streikt. Den von Mordhorst diagnostizierten Totalschaden wegen eines Defekts auf der Platine, versucht Wendt mit einer aufwendigen Operation noch abzuwenden. Dazu zerlegt er das Modellauto in seine Einzelteile, baut den Elektromotor auseinander, schaut sich jedes Teil genau an – und bringt es schließlich doch noch zum Laufen. Sein Lohn: Ein glücklicher Jannes.

Nach gut 30 Besuchern und rund 30 Reparaturen schließt das erste Buchholzer Repair Cafe gegen 17 Uhr. „Wir haben heute sehr viele Menschen gesehen, die mit kaputten Dingen kamen und sie wieder instandgesetzt mit nach Hause nehmen konnten“, bilanziert Burmeister zufrieden, „das erste Repair Café war ein voller Erfolg.“ Der soll zur Serie werden: Einmal im Quartal öffnet das Repair Café in Buchholz seine Türen. Das nächste Mal am Sonnabend, 11. Februar, wieder von 14 bis 17 Uhr im Jugendzentrum – und mit Kaffee und Kuchen in der Teestube.