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Dank der Zusammenlegung von Startzeiten kam zumindest beim Kinderlauf über 2000 m ein leichtes Volkslauf-Gefühl auf. (Foto: ks)

Kälte und Terminkollision beim Adventscross

Winsen. Es war schon vor den Startschüssen während des Aufwärmens ungewöhnlich ruhig im Winsener Schützengehölz. Insgesamt nur 41 Läufer und Läuferinnen gingen beim 48. Adventscross der LG Nordheide an den Start. Minustemperaturen, aber Sonnenschein, eine gewohnt gute Organisation und gut präparierten Strecken warteten auf die Läufer.

Schütt mit hohem 
Anfangstempo

Einer der mutigen Starter, die der Eiseskälte trotzten war Jannik Schütt. „Es ist schon sehr, sehr kalt“, befand der schnellste Läufer über die 9000 m. „Ich habe versucht, anfangs bei den Mittelstrecklern mitzugehen. Die ersten drei Runden waren dann aber sehr schnell.“ Auf den weiteren sechs Runden musste der Langstreckler dem hohen Anfangstempo dann ein wenig Tribut zollen und kam nach 31:27 min ins Ziel. Damit lag Schütt allerdings deutlich vor Kai Schöchle (38:36 min/RSC Lüneburg) und Andor Tsakonakis (44:46 min/LG Nordheide).

Beteiligung
nur gering

Zu einer ähnlichen Einschätzung kam Janina Lüllau. „Es ist zwar kalt, aber tut auch total gut, bei diesem Wetter zu laufen“, meinte die Läuferin von Blau-Weiss Buchholz, die die optimale Streckpräparierung lobte. Janina Lüllau wurde hinter Helene Beyer (40:09 min/SV Grün-Weiß Harburg) Zweite in einer Zeit von 41:14 min. Auf Rang 3 kam Nina Guske (50:17 min/ohne Verein) ins Ziel. Bei den Männern und Frauen waren jeweils nur vier Starter und Starterinnen über die längste Strecke angetreten.

Da sich eine geringe Beteiligung bereits im Vorfeld der Veranstaltung abgezeichnet hatte, reagierte die Organisation mit der Zusammenlegung von Startzeiten. Für die 4000 m der Frauen, die gemischte Langstrecke über 9000 m und die Männer-Mittelstrecke über 5000 m fiel ein gemeinsamer Startschuss. „Die Läufe zusammenzulegen, war in diesem Jahr gerechtfertigt“, argumentierte Birgit Costard, Vorsitzende der LG Nordheide. So kam bei den Startern immerhin ein richtiges Lauf-Feeling auf.

Ähnlich verfuhren die Ausrichter auch mit den kürzeren Distanzen. Die drei Mädchen, die eigentlich über 1400 m antreten sollten, wurden – natürlich mit Einverständnis – gemeinsam mit den 2000-m-Läufern auf die Strecke geschickt. „Die drei Läuferinnen alleine starten zu lassen, wäre nicht gut gewesen“, unterstrich Costard. Aber die Mädels der U 10 schlugen sich prächtig. Selma Cohrs vom TSV Winsen hielt in 10:02 min mit den Älteren gut mit. Auch Marieke Dose (10:33 min) und Mara Steiwer (11:00 min/beide MTV Pattensen) steckten die etwas längere Strecke gut weg.

Birgit Costard sah den Grund für die doch enttäuschende Teilnehmerzahl vor allem in der momentanen Erkältungswelle, die durchs Land zieht. Dazu kamen die extrem kalten Temperaturen. Viele Teilnehmer oder Eltern hätten deswegen die Entscheidung getroffen, nicht zu starten. Auch war der Termin in diesem Jahr ungünstig. Das dritte Dezemberwochenende fiel in diesem Jahr auf den vierten Advent. Zeitgleich richtete außerdem der HSV in Hamburg sein Hallensportfest aus. Dort wurden erstmals auch die 3000 m angeboten, was vor allem einige Lüneburger Läufer in die Hansestadt zog.
Von Karsten Schaar