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Wie teuer wird der Strom? Da eine neue Ausschreibung notwendig geworden ist, musste neu kalkuliert werden. (Foto: AdobeStock)

Salzhausen dreht an der Gebührenschraube

Salzhausen. Auf den ersten Blick würde man sagen, dass Wasser und Strom bei der Erhebung von Gebühren eher keine Berührungspunkte haben. Aber die Zeiten sind heute so: Die Energiekosten sind erheblich angestiegen und mit ihnen die Strompreise. Die sorgen jetzt in der Samtgemeinde Salzhausen dafür, dass man die Mehrkosten für Strom über höhere Gebühren für Wasser zumindest annähernd wieder ausgleichen will. Dazu sind jetzt die Satzungen bei Wasserabgaben, Abwasserbeseitigung und Abwasseranlagen geändert und die Gebühren jeweils erhöht worden. Die Vorschläge der Samtgemeindeverwaltung sind jetzt beim Samtgemeinde-Rat im Gasthaus Bleecken in Toppenstedt beschlossen worden.

„Das ist die Folge der enorm angestiegenen Energiepreise“, unterstreicht Bürgermeister Wolfgang Krause im WA-Gespräch. Zudem erwarte man auch, dass der Landkreis Harburg die Kosten bei den Grundstücksabwasseranlagen und der Abwasserbeseitigung an die Kommunen weitergeben werde.

Die Samtgemeinde
muss neu rechnen

Wie teuer wird der Strom? Da eine neue Ausschreibung notwendig geworden ist, musste neu kalkuliert werden. Hatte die Samtgemeinde Salzhausen bisher 25 Cent für die Kilowattstunde gezahlt, liegt der neue Preis bei 67 Cent. Dieser Tarif gilt zunächst nur bis Ende 2023. Für die zweite Jahreshälfte wird eine zumindest leichte Absenkung erwartet. Gerechnet wird daher mit einem Durchschnittspreis von 57 Cent, was allein die daraus resultierenden Mehrkosten auf rund 68 000 Euro katapultiert.
Für die bisher laufende Kalkulation ist das ein Schlag ins Kontor. Geplant hatte die Verwaltung die Jahre 2021 bis 2023, alle drei Jahre werden die Gebühren jeweils neu kalkuliert. Zum Defizit aus den Stromkosten rechnet die Samtgemeinde außerdem noch mit einer sechsprozentigen Lohnerhöhung für den öffentlichen Dienst. Die Tarifverhandlungen stehen jetzt an.

Feuerwehr zahlt
ihren Anteil am Wasser

Unter diesen Umständen wird der Kalkulations-Zeitraum nun unterbrochen und neu gerechnet. Das Ziel dabei ist, ein vorhandenes Defizit auszugleichen. Bei der Wasserabgabe lag der Preis pro Kubikmeter bisher bei 1,21 Euro. So wird jetzt geplant für die Jahre 2023 bis 2025. Der Durchschnitt der jährlichen Ausgaben liegt in der neuen Kalkulation bei etwas weniger als 750 000 Euro. Knapp 410 000 Kubikmeter Wasserverbrauch werden angenommen, die Zählergebühr liege bei rund 130 000 Euro.

Die Feuerwehren steuern im Schnitt rund 22 000 Euro für ihren Anteil am Wasserverbrauch bei, die Verwaltung kommt über Gebühren auf rund 700 Euro. Alle Angaben beziehen sich jeweils auf den Jahresdurchschnitt. Miteinzubeziehen in die Rechnung ist, dass bereits aus 2021 ein Defizit von knapp 96 000 Euro mitgenommen wurde, dass sich mit dem Defizit aus 2022 jetzt auf rund 97 000 Euro beläuft.

Defizit senken
ist 
das Ziel

In ihrer Kalkulation strebt die Samtgemeindeverwaltung einen Ausgleich dieses Defizites nicht an, sondern begnügt sich mit einer Senkung auf rund 50 000 Euro bis 2025. Unter dem Strich bedeutet dies eine Erhöhung des Kubikmeter-Preises von 1,21 auf 1,48 Euro. Die Mehrwertsteuer ist da noch nicht mit enthalten.

Vergleichsweise moderat fällt die Gebührenerhöhung beim Abwasser aus. Überschüsse und Rückstellung sorgen hier für ein finanzielles Polster von knapp einer Million Euro. So reicht der Sprung von zwei auf 2,15 Euro pro Kubikmeter aus, um die Kosten zu decken. Außerdem bleibt die Rückstellung von 264 000 Euro unangetastet, während die rund 720 000 Euro Überschüsse mit in die Kalkulation gehen. So werden dann insgesamt auf drei Jahre gerechnet rund 4,5 Millionen Kosten für Abwasser gedeckt.

Bei den Gebühren für Grundstücksabwasseranlagen setzt der Landkreis Harburg die Entgelte neu fest. Für die Entsorgung der Fäkalien ergeben sich somit folgende Preise: Aus Kleinkläranlagen werden 4,55 Euro pro Kubikmeter und aus abflusslosen Sammelgruben 76 Cent pro Kubikmeter fällig. Hinzu kommen jeweils 45,70 Euro für das beauftragte Abfuhrunternehmen hanseWasser Bremen GmbH.
Von Björn Hansen