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Das KTG-Team der LK 1 hatte richtig Freude daran, endlich wieder an die Geräte gehen zu können. Es turnten (hinten, von links) Annika Rücker, Lilly Dittmann, Michelle Sitko, Christina Kruse sowie (dabor, von links) Leni Andresen, Jule Schelde und Lilly Sophie Heilandt sowie Alexandra Hinkel (vorne). (Foto: Francesco Cordeddu)

Ein Schritt zurück zum Turnalltag

Winsen. Weil wegen der Coronapandemie insgesamt drei Jahre lange kaum Turnwettkämpfe stattfanden, hat die KTG Lüneburger Heide im letzten Herbst selbst die Initiative ergriffen. Der Verein schloss sich der Idee des Niendorfer SV an, Freundschaftswettkämpfe für die Turnerinnen auszutragen. Fünf Teams in der modifizierten Kür der Leistungsklasse 1 (LK 1) und fünf Teams in der LK 2 und die KTG Lüneburger Heide waren jeweils dabei.
Doch wie schwierig es tatsächlich werden sollte, überhaupt drei Starterinnen pro Gerät stellen zu können, erfuhr die KTG schon beim ersten Wettkampf in Niendorf: Die Grippewelle hatte ordentlich zugeschlagen und viele Kunstturnerinnen mit Fieber an Bett gefesselt. Dazu fehlten andere verletzt. Also änderten die Veranstalter die Ausschreibung und hoben die Altersbegrenzungen auf.

Unterstützung für
Einsteigerinnen

Ein guter Schachzug, wie sich herausstellen sollte: Denn bei der KTG sprangen kurzerhand die früheren Top-Turnerinnen Michelle Sitko, Christina Kruse und Annika Rücker, inzwischen junge Frauen, ein und unterstützten die zehn- und elfjährigen Küreinsteigerinnen Leni Andresen, Jule Schelde und Lilly Sophie Heilandt in der LK 1. Gleiches galt für Lina Fenske, die wieder ins Training einstieg und bei der LK 2 aushalf. Die erst achtjährige Merle Schelde lernte quasi im Schnelldurchgang einen Salto rückwärts am Boden und trug so wertvolle Punkte zum Teamergebnis bei. Und Schwester Nele turnte trotz gebrochenem Zeh eine leichte Schwebebalkenübung. „Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie stark der Zusammenhalt innerhalb der Kunstturngemeinschaft ist“, freute sich KTG-Verantwortliche Birgit Kruse über den Zusammenhalten ihrer Turnfamilie.
Auch wenn es um das Teamerlebnis ging, schielten die Mädchen natürlich auch ein bisschen aufs Ergebnis. Nach dem ersten Wettkampftag lagen die KTG-Teams noch auf den Rängen 4 und 5, doch schon beim Heimwettkampf in Winsen sollte sich das ändern: Dort positionierte sich das Team der LK 1 mit Annika Rücker, Lilly Dittmann, Michelle Sitko, Leni Andresen, Jule Schelde, Lilly Sophie Heilandt und Alexandra Hinkel auf Platz 2 und konnte sich im Endkampf noch die Bronzemedaille sichern. Das LK 2-Team mit Nora Niblett, Elena Bausch, Nele Schelde, Merle Schelde, Raissa und Oleksandra Kuzmenko und Lina Fenske wurde 4.
„Aber viel wichtiger waren die Gemeinschaft, die Integration, die schnelle Leistungsentwicklung und die Freude jeder einzelnen Turnerin“, urteilte Birgit Kruse. „Jede war bereit, für die andere einzuspringen; man half sich gegenseitig.“ Als Kampfrichterinnen waren von der KTG außerdem Tine Stange und Laura Brakmann unermüdlich im Einsatz. rin