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Feierten den Turniererfolg ausgiebig: die Fußballer des TSV Winsen. (Foto: ks)

Erst Niederlagen-Serie, dann Stadtpokal gewonnen

Winsen. Nach sieben Stunden Turnier reckte Kapitän Lukas Cibis den Stadtpokal in die Höhe. Gerade hatte sein TSV Winsen im Endspiel des traditionsreichen Hallenfußballturniers Gastgeber MTV Ashausen-Gehrden mit 3:1 geschlagen und den Titel geholt.

Nach zwei Jahren fand das Turnier um den 35. Sparkassencup der Stadt Winsen endlich wieder statt. Fans und Spieler waren entsprechend heiß. Das Finale begann unglücklich für die Ashäuser, die sich als absolute Minimalisten entpuppten und mit nur einem Sieg gegen Stelle die Vorrunde überstanden hatten. John Mikel wollte den Ball zum eigenen Keeper Noel Schmidt zurückspielen. Dieser hatte das Tor aber verlassen, und der Ball rollte zur Winsener Führung in die Maschen.

Der MTV versuchte sich zurückzukämpfen, aber die starken Winsener Techniker gestalteten das Endspiel jetzt souverän und ließen sich das Spiel nicht mehr nehmen. Iskender Capli und Abudulgani Kanat per Neunmeter erhöhten auf 3:0. Ashausens Vincent Grzywaczewski verkürzte – ebenfalls per Neunmeter – noch auf 1:3. Mit seinem sechsten Treffer wurde er zugleich bester Torschütze des Turniers. Zusammen mit Winsens Ali Hamade hatte er vor dem Endspiel fünf Tore erzielt. Am Ende wurde Grzywaczewski auch verdient zum besten Spieler des Turniers gewählt.

Winsen hatte seit Oktober
nichts mehr gewonnen

Nach dem Abpfiff um 17.42 Uhr kannte die Freude auf Winsener Seite keine Grenzen. Die Kreisstädter standen zum dritten Mal in Folge im Finale des prestigeträchtigen Turniers. „Ein verdienter Sieger“, stellte auch Jörn Stolle fest. Er war traditionell nicht nur als Sponsorenvertreter der Sparkasse Harburg-Buxtehude dabei, sondern moderierte auch das Turnier.

Dabei lief der Start für den späteren Sieger ernüchternd: Die Winsener verloren ihr Auftaktmatch ausgerechnet gegen den MTV Luhdorf-Roydorf mit 0:1. Die Erste des MTV war in der Winterpause komplett nach Winsen gewechselt, sodass vier ehemalige Luhdorfer nun für die Winsener aufliefen. „Die Winsener haben aber dann, strukturell guten Hallenfußball mit Plan gespielt und mit ihren starken Individualisten das Turnier geprägt“, befand Stolle.
Die Winsener keineswegs mit Selbstvertrauen ins Turnier gegangen. „Wir haben seit Oktober kein Spiel mehr gewonnen“, sagte Kapitän Lukas Cibis.

Beim Budenzauber haben sie
noch nicht gezaubert

Beim ersten Hallenauftritt, dem Budenzauber in Lüneburg, gab es auch nur Niederlagen. „Ich wollte mich hier heute nur nicht blamieren“, räumte er ein. Das klappte: Im zweiten Gruppenspiel gelang mit 2:1 der erste knappe Sieg, und Cibis beschrieb, wie die Erleichterung in der Kabine förmlich zu greifen war: „Danach haben auch unsere Techniker so richtig angefangen zu laufen und zu fighten.“ Am Ende stand für den Winsener Kapitän Cibis der zweite Turniersieg in Folge, hatte er doch bei der letzten Auflage 2020 noch mit dem MTV Borstel-Sangenstedt den Stadtpokal gefeiert – damals gegen Finalgegner TSV Winsen.

So richtig Fahrt nahm der diesjährige der Stadtpokal aber erst ab der K.o.-Phase auf. Der MTV Luhdorf-Roydorf strich als Erster der Gruppe B im Viertelfinale gegen den MTV Ashausen-Gehrden (1:3) die Segel. Titelverteidiger MTV Borstel-Sangenstedt brachte der Sieg in Gruppe A kein Glück: Mit 1:3 verloren die Grünen gegen Kreisligist SG Elbdeich. Dieser hatte erst im letzten Gruppenspiel mit dem 4:0 gegen den TSV Auetal seine ersten Punkte eingefahren. Damit waren Auetaler wegen des schlechteren Torverhältnisses überraschend raus aus dem Turnier. Elbdeich hingegen musste sich erst im Halbfinale nach Verlängerung mit 1:2 gegen den späteren Turniersieger geschlagen geben. Elbdeichs Keeper Lennart Brückner erzielte erst in der Schlusssekunde der regulären Spielzeit mit seinem dritten Turniertreffer den Ausgleich. Außerdem wurde er zum besten Torwart des Turniers gewählt.

Alle Herausforderungen
souverän gemeister

„Vielen Dank an die Mannschaften, dass es den Budenzauber endlich wieder in Winsen gibt“, war auch Bürgermeister André Wiese begeistert vom Turnier, den Fans und dem Veranstalter MTV Ashausen-Gehrden. Rund 700 Zuschauer besuchten den Tag über das Turnier. Rund 60 Helfer sorgten für Ausrichter MTV Ashausen-Gehrden für einen reibungslosen Turnierablauf. Obmann Daniel Timm gab das zahlreiche Lob gleich weiter an Norman Merten, der federführend die Organisation für den MTV übernommen hatte. Auch von Jörn Stolle am Mikrofon und Philipp Meyn, der mit Musik für Stimmung sorgte, war er begeistert: „Grandios, wie alle die Herausforderungen souverän gemeistert haben.“ Jörn Stolle, der die Ausrichter mit seiner Erfahrung begleitet hat, konnte das Lob nur zurückgeben: „Hut ab, was der MTV Ashausen in den letzten Wochen und Tagen geleistet hat“.

Zu Ende war das Turnier nach der Siegerehrung noch lange nicht: Die After-Show-Party startete im Ashäuser Schützenhaus. Wer wollte, nutzte den vom Gastgeber organisierten Shuttelservice.
Von Karsten Schaar