Anzeige
Berufsfotograf Dirk Eisermann aus Lauenburg war zu Gast bei der Eckermann-Realschule in Winsen. Im Rahmen eines Workshops erzählte er nicht nur von seiner persönlichen Berufserfahrung als Fotograf für Stern, Spiegel und die Zeit, sondern gab auch praktische Tipps. (Foto: po)

Schüler lernen Tricks für gute Handyfotos

Winsen. Das Smartphone ist aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Schnell mal die Kamera an, zur Seite swipen und zack, Schnappschuss gemacht. Aber wie macht man eigentlich ein wirklich tolles Handyfoto? Das zu lernen und die Schule als fotografischen Raum zu erfahren, sind Ziele des neu gegründeten Wahlpflichtkurses „Fotografie“ an der Johann-Peter-Eckermann-Realschule in Winsen.

In einem gemeinsamen Workshop mit Dirk Eisermann, Fotograf aus Lauenburg, lernten Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs ihr Smartphone mal anders zu nutzen. Sie lernten, Details, Ausschnitte oder Einzelheiten eines Objektes festzuhalten, vom „Knipser“ zum wirklichen Fotografen zu werden und somit scheinbar Alltägliches zur einer fotografischen Fundsache werden zu lassen. Dirk Eisermann ist unter anderem bekannt für seine fotografische Zeitreise der 1980er Jahre durch Polen, die damalige CSSR und Ungarn entlang des Eisernen Vorhangs.

„Im Sinne einer aktiven Medienkompetenz erlernen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der Bildgestaltung, wie etwa die Positionierung von Objekten im „Goldenen Schnitt“ oder die Beleuchtung in der digitalen Fotografie“, sagt Lehrerin Carina Wagner. Sie freut sich besonders über den Wow-Effekt bei den jungen Menschen, wenn sie merken, was alles mit dem eigenen Smartphone möglich ist.

Immer auf den 
Hintergrund achten

Doch bevor es an das Entdecken des räumlichen Sehens und der Bedeutung von Perspektive ging, hatten die Achtklässler die Möglichkeit, sich mit der Profiausrüstung eines Fotografens auseinanderzusetzen und wichtige Tipps vom Profi zu erhalten. So sei es ungemein wichtig, zweidimensional zu denken, nicht nur den Vordergrund, sondern auch den Hintergrund eines Bildes zu beachten. Wo sind beispielsweise Linien, die stören könnten, das Objekt gar verschneiden?

Am Ende gehe es darum, so Eisermann, Ruhe in das Bild zu bringen und diesen einen besonderen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Dabei habe er selbst oftmals das Drumherum bei seinen fotografischen Einsätzen vergessen und sei so vertieft in die Fokussierung auf das Objekt vor der Kamera gewesen, dass er in lebensbedrohliche Situationen gekommen sei, so Eisermann. Beispielweise 1985 bei der Demobilisierung in Nicaragua oder 1989 bei der Revolution in Rumänien.

Die anschließende digitale Spurensuche der Schüler nach ihrem eigenen, ganz besonderen Motiv war dann auch von Erfolg gekrönt. So entstand eine fotografische Ausstellung, die auf der Internetseite unter www.eckermannschule.de betrachtet werden kann. wa