Anzeige
MTV-Vorsitzende Sandra Dose freut sich auf das neue Sporthaus im Hintergrund, auch wenn noch viel Arbeit ansteht. (Foto: rin)

Mithilfe fürs Sporthaus gefragt

Pattensen. Das Haus ist leer, die blaue Containermulde wartet mit offenen Schlund darauf, gefüttert zu werden. „Einmal war die Mulde schon voll“, sagt Sandra Dose mit Blick auf das frühere Hausmeisterhaus auf dem Gelände des Pattensener Sportplatzes. Die Vorsitzende des MTV Pattensen arbeitet mit ihrem Verein momentan daran, die Sportanlage am Hirtenbrink weiter zu perfektionieren, und zwar durch die Umwandlung des Hausmeisterhauses in ein Sporthaus!

Tatsächlich war das etwa 90 Quadratmeter große Einfamilienhaus aus dem Jahr 1981 schon einmal das Sporthaus des MTV Pattensen – damals noch mit Reet eingedeckt. Dann wurde es zur Hausmeisterwohnung. Als der Hausmeisterdienst nicht mehr nötig war, vermietete der Verein das Haus. Im vergangenen Herbst dann zogen die letzten Mieter aus und die Pläne des MTV-Vorstands konnten konkretere Formen annehmen.

„Wir diskutieren hier in Pattensen nicht über fehlendes ehrenamtliches Engagement“, verdeutlicht die MTV-Vorsitzende. Selbst während der Pandemie wuchs der Verein weiter. „Uns treiben vielmehr seit Längerem fehlende Hallenzeiten um.“ Mit dem Sporthaus soll Abhilfe geschaffen werden. Denn im Zen-trum steht ein rund 70 Quadratmeter großer Sportraum, der insbesondere ruhigeren Gruppen wie Yoga, Pilates und Co. Platz bieten soll.

Mängel im Haus größer
als zunächst erwartet

Schon bei der ersten Begehung wurde dann allerdings klar, dass der Verein deutlich tiefer als erwartet in die Tasche greifen muss, um die Mängel im Haus zu beheben. Vieles muss komplett saniert werden, wie der Kabel-Dschungel im inzwischen entkernten Gebäude auf den ersten Blick offenbart. Angefangen bei der Neueindeckung und Dämmung des Dachs, über die gesamte Elektrik und den Innenausbau inklusive der Sanitärbereiche rechnet der MTV mit Kosten von gut geschätzten 80 000 Euro.

Um den Bodenbelag, das Streichen und das Abdecken des Dachs kümmern sich die MTVer in Eigenleistung. „Das ist bei unserer dörflichen Struktur kein Problem. Da helfen zum Glück immer viele Mitglieder aus handwerklichen Berufen mit“, ist Sandra Dose stolz auf das Miteinander im Verein. Zuschüsse bei den kommunalen Förderern sowie bei Kreis- und Landessportbund für die Energiesparmaßnahmen sind eingereicht, werden aber erst im kommenden Jahr fließen. Deswegen hofft der MTV-Vorstand auch auf die Unterstützung von der Basis: Auf der Spendenplattform betterplace.org hat der Verein deswegen das Projekt „Hilf mit – vom Hausmeisterhaus zum Sporthaus“ eingerichtet und sammelt für die Sanierung. „Jeder kann spenden. Es hilft uns wirklich jeder Euro“, verdeutlicht Sandra Dose. Natürlich gibt es dafür auch Spendenbescheinigungen. „Zum Glück haben wir keinen echten Zeitdruck. Vielleicht schaffen wir es dieses Jahr schon, das Sporthaus in Betrieb zu nehmen“, hofft die MTV-Chefin.

„Tja, das wird dann mein letztes Projekt sein“, verrät Sandra Dose dann noch. Im kommenden Jahr will die dann 40-Jährige nicht erneut für den Vereinsvorsitz kandidieren. „Das habe ich dann zehn Jahre mit viel Freude und Herzblut gemacht. Jetzt sind andere dann.“ Schon jetzt sucht der Vorstand nach einem Nachfolger. „Das ist ein Ehrenamt, das unglaublich viel Spaß macht, weil wir so ein toller Vorstand sind“, schwärmt Sandra Dose vom Teamgeist im siebenköpfigen geschäftsführenden Vorstand. „Alle packen mit an und bringen sich mit ein“, sagt sie. Für das neue Sporthaus engagieren sich beispielsweise vor allem Jens Falck und Geschäftsführer Stephan Cordes.

Sportangebot ist
um 30 Prozent gewachsen

Dass das Vorstandsteam ordentlich was bewegt hat, lässt sich auch an Zahlen ablesen: „In den letzten sieben Jahren ist unser Sportangebot um 30 Prozent gestiegen. Zum Jahresbeginn hatten wir 1308 Mitglieder“, schildert die Vorsitzende. Der MTV Pattensen bieten dabei einen guten Mix. „Mir kommt es darauf an, dass wir allen Mitgliedern von null bis 99 Jahren ein sportliches Angebot machen können.“ Dabei bewies der Verein bislang ein gutes Händchen, denn junge Sportarten wie Parkour, Hula-Hoop und Sportakrobatik kommen gut an. „Die Gruppen sind voll. Das gilt auch für viele Kindergruppen“, erzählt Sandra Dose. Ein Grund mehr, warum das Sporthaus so dringend benötigt wird: Können die ruhigen Erwachsenengruppen ins Sporthaus umsiedeln, bekommt der Nachwuchs mehr Zeiten in der Turnhalle zum Austoben.

Das Sporthaus — So soll´s werden

Das neue Sporthaus soll nicht nur neue Heimat für Trainingsgruppen werden. Neben dem rund 70 Quadratmeter großen Gymnastiksaal kommen zwei Umkleiden für Fußballschiedsrichter, eine Dusche und WC sowie ein Büro für die Kassenwartin dazu.

Auch die Tennisspieler des Vereins sollen profitieren: Das WC soll für sie von außen zugänglich sein und ihnen den längeren Weg bis zur Halle ersparen. Die Garagen im Außenbereich des Sporthauses werden weichen. Dafür entsteht dort ein Outdoorfitnessbereich.

Die drei Outdoorsportgeräte, von denen ein Teil schon steht, wurden durch den Landessportbund gefördert. Auf einer Rasenfläche vorm Haus können im Sommer zusätzlich Kurse an der frischen Luft durchgeführt werden. Mehr Infos zur Spendenplattform sind auf der Homepage des MTV Pattensen zu finden.