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(Symbolbild) Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Unsere Lebensspuren im Netz

LK Harburg. Wir surfen und surfen im Netz und hinterlassen so jeden Tag ein immer deutlicheres Profil von uns.  Kurz, wir werden getrackt. Die Veranstaltung des Medienzentrums des Landkreises Harburg über Spuren im Internet ist groß. Die Plätze vor Ort am 7. Februar (19 Uhr im Filmmuseum Bendestorf) sind bereits vergeben, es wird eine Warteliste geführt. Die Teilnahme an der Veranstaltung zum „Safer Internet Day“ ist aber noch online möglich.

Alltägliche
Überwachung

In der hybriden Veranstaltung geht es um das Datenexperiment „Made to measure“, das sich mit der alltäglichen Überwachung und Profilbildung von Internetnutzern beschäftigt. Der Dokumentarfilm mit Live-Interaktion wird im Produzentenkino gezeigt und hinterher diskutiert, und zwar mit den Produzenten der Gruppe Laokoon, der Medienethikerin Dr. Nina Köberer vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung. Die Moderation übernimmt Matthias Haist, Medienpädagoge am Medienzentrum.

Die 80 Plätze im Filmmuseum sind vergeben, eventuell besteht die Chance, über eine Warteliste nachzurücken. Die Veranstaltung wird aber zusätzlich für bis zu 500 Personen live im Internet übertragen, Anmeldungen sind noch möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die digitale
Doppelgängerin

Lässt sich das Leben eines Menschen allein anhand persönlicher Onlinedaten rekonstruieren, ohne dass man dieser Person je begegnet ist? Um diese Frage geht es bei dem Datenexperiment „Made to measure“. Die Künstlergruppe Laokoon erschafft allein auf Grundlage von Suchanfragen die digitale Doppelgängerin einer ihr unbekannten Person.

Zusammen mit einer Schauspielerin und einer Datenanalystin erweckt Laokoon die in den Daten verborgenen Geschichten zum Leben. Die Gruppe inszeniert und filmt Stationen der Datenspenderin in den vergangenen fünf Jahre. Am Ende des Experiments kommt es zu einer Begegnung der realen Person und seinem „databasierten“ Double. Das Ergebnis des crossmedialen Datenexperiments von Film und interaktiver Storytelling-Website ist verblüffend und beunruhigend zugleich.

Die Gruppe Laokoon verbindet in ihren Arbeiten investigative Recherche mit künstlerischen Ausdrucksformen. So entstehen Essays, Dokumentarfilme, Theaterproduktionen, Lectures und Hörspiele zu politischen und philosophischen Themen, in deren Zentrum stets die Frage steht, wie sich die Vorstellung von Mensch und Gesellschaft im digitalen Zeitalter verändert. Laokoon wurde im November 2022 in New York mit dem „Information is beautiful“-Awards ausgezeichnet.

Weitere Infos und Anmeldungen über https://m1z.eu/m2m . Anmeldeschluss ist der 1. Februar.