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Bürgermeister André Wiese verabschiedete Waltraut Heus herzlich nach 26-jähriger Beratungstätigkeit für die DMSG in den Ruhestand. (Foto: rin)

Wärmende Powerfrau verabschiedet

Winsen. Reichlich entschuldigend äußerte sich Winsens Bürgermeister André Wiese zu den kühlen Temperaturen in der Bürgerhalle des Rathaus. Aber zum Glück sei ja Waltraut Heus da, die mit ihrer menschlichen Wärme vieles aufheize. Die Dankeschönstunde für Helfer und Unterstützer des letztjährigen Run von Help zugunsten der Winsener MS-Kontaktgruppe mutierte zum emotionalen Dankeschön an und von Waltraut Heus, die sich nach 26 Jahren in den Ruhestand verabschiedete.

Der Run for Help sei eine Erfolgsgeschichte, unterstrich Gastgeber und Schirmherr André Wiese. „Alle, die daran mitwirken, sind hochgradig engagiert und unverzichtbar“, lobte er die Helfer. Sein Dank ging aber auch in Richtung der Großsponsoren: „Das sind keine Unbekannten, keine Eintagsfliegen, sondern Unternehmen, die in Winsen vernetzt und verwurzelt sind und deren vielfältige Unterstützung wir als Stadt zu schätzen wissen“, richtete er an die Vertreter der Sparkasse Harburg-Buxtehude, der Stadtwerke Winsen und der Firma Dr. Loges.

Die Gesellschaft 
stand im Mittelpunkt 

Um persönliches Lob kam Waltraut Heus, Leiterin der Beratungsstelle Winsen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), an diesem Abend nicht herum. Für sie habe immer die DMSG im Mittelpunkt gestanden, sie selbst habe sich nicht wichtig genommen, erzählte der Bürgermeister. „Da muss ich Ihnen aber ausnahmsweise mal ausdrücklich widersprechen“, traute sich Wiese dagegenzuhalten. „Jede Bewegung braucht eine Lokomotive. Für den Run for Help waren Sie das mit Ihrer umarmenden Freundlichkeit“, ergänzte er.

Dem schloss sich Jörn Stolle von der Sparkasse als Sprecher der Sponsoren an: „Es braucht Personen, die den Hut aufhaben.“ Und auch er erwähnte die „wärmende Power“ der Beratungsstellenleiterin. Gemeinsam mit Claudia Sönksen-Biller (Dr. Loges) und Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Georg Preuß überreichte Stolle den Spendenscheck an Barbara Neuß, Leiterin der Winsener MS-Kontaktgruppe, und an Waltraut Heus. Insgesamt 7734,28 Euro kamen beim letztjährigen Lauf zusammen. Mit diesen Spenden kann die Winsener Kontaktgruppe Ausflüge und andere Aktivitäten organisieren.

26 Jahre in
der Beratungsstelle

26 Jahre hat Waltraut Heus die Winsener DMSG-Beratungsstelle geleitet, nebenbei den Run for Help aufgebaut, sich um die Akquise von Sponsoren und Helfern bemüht und für das Großereignis eigentlich alle Strippen als Organisatorin in der Hand gehalten. Sie erinnere sich noch gut an die erste Veranstaltung, schilderte sie: „Damals waren 80 Läufer am Start, und die Rundenzähler hatten wir an zwei Tapeziertischen platziert.“ Vom Versuchsballon hat sich der Lauf zu einem perfekt organisierten „Volksfest“ mit mehreren Hundert Teilnehmern in diversen Disziplinen gemausert.

Ein besonderes Dankeschön schickte Waltraut Heus an die Winsener Winsener DMSG-Kontaktgruppe: „Es ist wichtig, dass ihr euch zeigt, die Gesellschaft euch wahrnimmt und ihr euch mit engagiert, so gut es geht.“ Sie ließ es sich nicht nehmen, jedem einzelnen in dieser Dankeschönstunde ein paar liebe Wortes mit auf dem Weg zu geben und erinnerte an viele kleine Begebenheiten. „Ich bin dankbar für meine erfüllende Arbeit für die DMSG. Ich hatte unglaublich viele tolle Begegnungen, habe aber auch viele Schicksale erlebt, die mich beschäftigt haben“, sagte Waltraut Heus. Und die erinnerte noch einmal daran: „Uns kommt es beim Run for Help nicht auf die Schnelligkeit an, sondern auf die Solidarität. Wir leben mit dem Run for Help einen Gemeinschaftserfolg.“
Von Kathrin Röhlke 

26. Run for Help
Planung mit Fragezeichen

Zum heutigen Tag ist die 26. Auflage des Run for Help noch mit ein paar Fragezeichen behaftet. Terminiert ist der Lauf, der die Volkslaufserie Heidjer-Cup im Landkreis Harburg bereichert, auf Freitag, 1. September.

Ob der Sportplatz der Berufsbildenden Schulen in Winsen inklusive der sanitären Anlage und Umkleidemöglichkeiten der Sporthalle dann allerdings genutzt werden kann, ist fraglich. Denn bis auf Weiteres dient die Halle als Unterkunft für Flüchtlinge.

Und auch die Nachfolge in der Organisation muss geklärt werden. Das bereitet der DMSG-Kontaktgruppe ein paar Kopfschmerzen, denn keines der Mitglieder ist aufgrund seiner Erkrankung in der Lage, eine verlässliche Organisation im bisherigen Umfang zu garantieren. Also müssen möglichst viele Schultern her, die das Projekt, das schon so viel geholfen hat, weiter am Leben zu halten.