Um die Verbesserung des Rettungsdienstes im Landkreis Harburg ging es jetzt im Ordnungsausschuss des Kreises. Foto: fw

Rettungsdienst im Landkreis Harburg: Neue Rettungswachen

Landkreis. Es tut sich was in Sachen Rettungsdienst im Landkreis. Das berichtete jetzt Annerose Tiedt, Fachbereichsleiterin Ordnung, jetzt im Ordnungsausschuss des Landkreises.
Fortschritte etwa gibt es bei der Verlegung des Rettungswachenstandortes Salzhausen nach Nindorf. Interimsweise ist die Wache zurzeit im Feuerwehrgerätehaus in Garlstorf untergebracht, aber diese Lösung wird nur noch bis Jahresende benötigt. Der Bauantrag für den Neubau einer Wache in Nindorf ist genehmigt, die Erschließung ist bereits erfolgt und Anfang Juni sollen die Erdarbeiten beginnen. Mit der Fertigstellung der Rettungswache, die dann auch das Gebiet der Samtgemeinde Hanstedt besser abdecken soll als bisher, rechnet man im Landkreis mit Ende des Jahres. Fortschritte für weitere Neubauten werden ebenfalls in Tostedt und Seevetal verzeichnet: In Tostedt wurde der Grundstein bereits gelegt und in Seevetal soll der Eigentumsübergang der entsprechenden Grundfläche im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Gute Nachrichten für die Wache in der Elbmarsch, die interimsweise in Eichholz untergebracht ist, hatte Tiedt ebenfalls im Gepäck: Im Landkreis ist man zuversichtlich, dass aus der Interimslösung eine eigenständige Wache entsteht.
Verstärkung gab es jetzt außerdem in der Notarztversorgung. Im Mai wurde ein zweites Notarztfahrzeug für den Landkreis in Winsen vorerst tagsüber in Dienst gestellt. Sobald eine Raumlösung gefunden ist, soll dieses Fahrzeug auch in der Nacht Dienst tun und damit das Notarztfahrzeug in Seevetal entlasten. „Ein entscheidender Schritt ist gemacht“, freute sich Klaus-Jürgen Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft, über diese Entwicklung.
Doch das ist nicht alles, was sich im Rettungsdienst in der kommenden Zeit ändern soll. Das Gutachten zum Rettungsdienstbedarfsplan, das inzwischen abgeschlossen ist, sieht noch weitere Schritte vor, die dafür sorgen sollen, dass die Rettungswagen im Landkreis tatsächlich nur Notfälle bedienen und die Eintreffzeiten verbessert werden. Dazu wird kurzfristig ein weiterer Krankentransportwagen (KTW) an der Wache Winsen den bereits existierenden 24-Stunde-KTW verstärken, um die Rettungswagen nicht mit Krankentransporten zu belasten. Der zusätzliche KTW soll montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr im Dienst sein.
In einem zweiten Schritt soll ein neues Konzept, nämlich das eines Notfall-KTW, implementiert werden. Dieser KTW soll eingesetzt werden, um bei nicht-lebensbedrohlichen Notfällen zu helfen. „Dieses Konzept soll zur Reduktion von Bagatelleinsätzen dienen“, berichtete Konstantin Keuneke, der die Abteilung für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis leitet. Der Notfall-KTW soll zum Einsatz kommen, wenn das Abfrageergebnis in der Rettungsleitstelle zu folgendem Ergebnis kommt, dass bei der Erkrankung oder Verletzung keine Verschlechterung oder Lebensbedrohung zu erwarten ist, der Patient transportfähig ist und keine apparative Ausstattung oder Personalqualifikation eines Rettungswagens erforderlich ist. Mit diesem Schritt wird erwartet, dass die Rettungswagen im Landkreis, die bislang stark in die Krankenbeförderung eingebunden sind, dann auch für die tatsächliche Notfallrettung zur Verfügung stehen und nicht wie bisher ein Rettungswagen genutzt wird, wenn Entlassungen aus dem Krankenhaus nach einer ambulanten Behandlung oder Klinikeinweisungen mit längerer Anfahrt anstehen. Um einen solchen Notfall-KTW zu konzipieren, wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Als Resultat der beiden Schritte erhofft man sich beim Landkreis eine Verbesserung der Eintreffzeiten für die Rettungswagen. Ob das tatsächlich erreicht wird, soll engmaschig kontrolliert werden. Geplant ist außerdem, dass ein halbes Jahr nach der Umsetzung beider Schritte die Arbeitsgruppe Vorschläge zusammenstellt, wie man mit den Ergebnissen der Kontrolle umgehen wird.