Diese Eichen am Nordrand des Baugebietes für bezahlbaren Wohnraum müssen erhalten bleiben, fordern die Grünen. Foto: po

Bebauungsplan „Unter den Linden (West)“: Grüne fordern öffentliche Diskussion

Stelle. „Bürgerbeteiligung scheint in Stelle ein Fremdwort zu sein“, schimpfen die Grünen im Steller Gemeinderat. „Da ist eine gemeindeeigene Fläche mitten im Herzen von Stelle, ein Sahnestück sozusagen, zu vergeben und wie man hört, soll der Verwaltungsausschuss hinter verschlossenen Türen darüber entscheiden“, heißt es in einer von Helga Schenk und Lothar Steffen unterzeichneten Pressemitteilung. Andere Kommunen würden „bei solch bedeutenden Bauvorhaben“ einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben und die Öffentlichkeit beteiligen, schreiben sie. Hintergrund: Im März 2020 hat der Steller Gemeinderat den Bebauungsplan „Unter den Linden (West)“ als Satzung beschlossen. Für einen Teilbereich mit gemeindeeigenem Grundstück liegen jetzt erste städtebauliche Vorentwürfe von Investorengruppen vor, die dort den vom Rat beschlossenen bezahlbaren Wohnraum realisieren wollen.
Lothar Steffen von den Grünen fordert jetzt eine öffentliche Präsentation der Architekturentwürfe, um allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich ein Bild von der geplanten Bebauung zu machen. Sein Vorschlag: „Entweder organisiert die Gemeinde eine Ausstellung der Pläne und Erläuterungsberichte im Rathaus oder auf der Webseite der Gemeinde werden alle Pläne eingestellt.“ Dabei müsse es für die Besucher die Möglichkeit geben, eine Bewertung oder einen Kommentar abzugeben.
„Die neuen Wohngebäude liegen mitten im Ortskern in der Nähe des Rathauses und werden deshalb das Ortsbild besonders prägen“, heißt es von den Grünen. Von großem Interesse werde es sein, ob eine Kombination von hochwertiger Architektur, attraktivem Wohnumfeld und gleichzeitig bezahlbarem Wohnraum gelingen könne. Dabei haben die Grünen auch das im Bebauungsplan festgesetzte Erhaltungsgebot für die alten Eichen am Nordrand des Grundstücks im Blick. „Diese Qualitätsmaßstäbe müssen das Entscheidungskriterium für die konkurrierenden Investoren entwürfe sein und nicht der höchst erzielbare Grundstückspreis für die Gemeinde“, fordern Fraktion und Ortsverbande. wa