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Kurze Pause fürs Foto: Mitglieder der Buchholzer Kolpingsfamilie und der Jugendwerkstatt Chancen schaffen beladen einen LKW mit Altkleidern. (Foto: Stadt Buchholz)

Kolpingsfamilie spendet für Nähprojekt in Buchholz

Buchholz. Für die Buchholzer Kolpingsfamilie ist es gute Tradition. Zweimal im Jahr – im Frühjahr und Herbst – „sammeln wir zwei Wochen lang Altkleider“, berichtet Hubert Franke, der dem Vorstand der Kolpingsfamilie angehört. Gesammelt wird in Buchholz und den umliegenden Ortschaften. „Wir holen die Sachen oft direkt bei den Spenderinnen und Spendern ab.“ Die Spendenaufrufe – vor allem in den Gottesdiensten – finden Gehör. „Bei der ersten Altkleidersammlung nach Corona im vergangen Jahr haben wir 14 Tonnen zusammenbekommen“, sagt Franke.

Auch in diesem Herbst ist der Spendenberg groß. So groß, dass er glatt zwei Garagen füllt. Das will verladen werden. Unterstützung bekommt die Buchholzer Kolpingsfamilie, die zur katholischen St. Petrus Gemeinde gehört, dabei von der Buchholzer Jugendwerkstatt Chancen schaffen. Jugendliche und ihre Anleiter packen mit an, wuchten mit Kleidung und Schuhen prall gefüllte Plastiksäcke und Pappkartons auf die Ladefläche eines 7,5 Tonners.

Helfen ist 
Familien-Leitsatz

Die Hilfe der Jugendlichen ist kein Zufall. „Man hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte unsere Einrichtung mal bei einem Kolping-Treffen vorzustellen“, erklärt Kathrin Nickisch, stellvertretende Leiterin der Jugendwerkstatt und Angehörige der Kolpingsfamilie. Konnte sie. In ihrem Vortrag kam unter anderem auch die jüngste Idee zur Sprache – „unser Nähprojekt und die Tatsache, dass uns Maschinen fehlen“, erzählt Nickisch. Die Kolpingsfamilie wusste getreu eines ihrer Leitsätze „verantwortlich leben und solidarisch handeln“ zu helfen, spendete eine Nähmaschine samt Zubehör für das Projekt. Für Nickisch und ihre Jungs war deshalb klar: „Wir helfen beim Beladen des Lasters.“

Nach einer knappen Stunde ist dessen Ladefläche proppenvoll und der LKW fährt los. Ziel: Das  Recyclingwerk der Kolpingsfamilie in Osnabrück. „Dort wird die Kleidung aufbereitet“, erläutert Franke. „Was noch gut verwendbar ist, geht in Länder, in denen gerade Bedarf ist.“ Klassische Abnehmer finden sich in Asien und Afrika. Kleidung, die nicht mehr zu retten ist, wird verarbeitet und dient als Rohstoff für die Autoindustrie. Wegen der vielen Spenden wird in diesen Tagen noch eine zweite Ladung für Osnabrück gepackt. Nickisch und ihre Jungs stehen schon bereit: „Wir packen wieder mit an.“ Ehrensache.

<b>Chancen schaffen</b>

Die vom ESF (Europäischer Sozialfonds) geförderte Jugendwerkstatt ist eine Einrichtung der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit. Sie unterstützt und begleitet Jugendliche im Prozess der beruflichen Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt.

Dank der gespendeten Nähmaschine ist inzwischen der wöchentliche Nähkurs gestartet. Parallel wird derzeit die Metallwerkstatt der Einrichtung von den aktuellen Kurzteilnehmern und ihrem Anleiter in eine Designwerkstatt umgestaltet. Im Mitte September begonnenen Hauptschulkurs sind noch sind einige Plätze frei. Die Jugendwerkstatt freut sich unter

<b>Kolpingsfamilie</b>

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 215.000 Mitgliedern in 2.286 Kolpingsfamilien, davon etwa 37.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Bereich der Kolpingjugend (Zahlen Stand: Juli 2021).

Es ist Teil des Internationalen Kolpingwerkes und des Kolpingwerkes Europa. Im Sinne Adolph Kolpings will der Verband Bewusstsein für verantwortliches Leben und solidarisches Handeln fördern. Dabei versteht sich das Kolpingwerk als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft. Schwerpunkte des Handelns sind die Arbeit mit und für junge Menschen, unser Engagement in der Arbeitswelt, das Zusammenwirken mit und der Einsatz für Familien und für die Eine Welt.“ (Quelle: www.kolping.de)