Jelle Böttcher und Katja Löschmann vom A-Latein-Team hier bei einer Generaprobe belegte mit Blau-Weiss Buchholz in Bremen Rang 3 zum Bundesliga-Auftakt.
Jelle Böttcher und Katja Löschmann vom A-Latein-Team hier bei einer Generaprobe belegte mit Blau-Weiss Buchholz in Bremen Rang 3 zum Bundesliga-Auftakt. (Foto: Angelina Thranow)

A-Lateinformation: Angriff auf Platz 2 fehlgeschlagen

Zu viele individuelle Fehler kosteten die A-Lateinformation von Blau-Weiss Buchholz ein besseres Ergebnis: Zum Auftakt der 1. Bundesliga musste sich das Team von Trainerin Franziska Becker mit Rang 3 zufriedengeben.

Buchholz/Bremen. Beim ersten von geplanten fünf Turnieren in der Tanzsport-Formations-Bundesliga in Bremen sind Überraschungen ausgeblieben. Erfreulich aus Buchholzer Sicht: Die acht Paare von Blau-Weiss Buchholz haben sich erwartungsgemäß hinter den klar favorisierten Teams des vielfachen Weltmeisters, Grün-Gold-Club Bremen, und den WM-Vierten von der TSG Bremerhaven den 3. Platz ertanzt. 200 Zuschauer verfolgten den Wettbewerb live vor Ort, über 1700 Fans fieberten beim Livestream vorm heimischen Bildschirm mit.

Im Training lief es besser

Gemischte Gefühle herrschten nach dem Turnier bei Blau-Weiss-Trainerin Franziska Becker: Ihre Paare belegten beim Bundesliga-Auftakt in der Messehalle 7 in Bremen zwar souverän den 3. Platz im Finale, die beste Platzierung seit 2019, aber es wäre aus ihrer Sicht mehr nach oben drin gewesen. Der Vorwurf geht dabei gar nicht unbedingt an die sieben Wertungsrichter, die das Blau-Weiss-Team mit 2-3-3-3-3-4-4 bewerteten, sondern eher an die eigenen Paare. „Ich bin hin- und hergerissen. Wir haben zwar ein gutes Finale getanzt, aber das, was ich im Training gesehen habe, war definitiv viel besser als die hier gezeigten Leistungen. Diese individuellen Fehler dürfen wir uns künftig nicht mehr erlauben, wenn wir Platz 2 angreifen wollen.“

Sieger wurde Grün-Gold Club Bremen

Sieger wurde erwartungsgemäß das mehrfache Weltmeister-Team vom Grün-Gold Club Bremen mit der Einstudierung „Emozioni“. Auf Platz 2 landete der WM-Vierte von der TSG Bremerhaven mit „Time Machine“. Die Blau-Weissen wussten zwar zur Musik „Million Voices“ mit einer erheblichen Leistungssteigerung im Vergleich zur Deutschen Meisterschaft im November zu überzeugen, der Angriff nach vorn kann aber nur mit einer makellosen Leistung gelingen. „Wer von den Juroren dann Fehler zählt, zieht auch noch die Note 4, wobei wir uns konzeptionell und qualitativ dann deutlich nach hinten absetzen“, bestätigt Franziska Becker.

Corona sorgt für Verunsicherung 

Die engagierte Trainerin erklärt weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass wir ein anspruchsvolles Konzept mit komplexer Schrittchoreographie trainieren müssen, um uns als Bundesliga-Zweiter und möglicher WM-Qualifikant ins Spiel zu bringen. Hier vom Anspruch zurückzugehen zugunsten von Synchronität und selbstbewusstem Eindruck, kommt für uns aber nicht in Frage. Wir können uns immer noch steigern. Wir müssen zeigen, dass wir da oben hin wollen, die adäquate Leistung dann aber auch souverän abliefern.“

Coronabedingt ist aber noch sehr fraglich, wie viele Chancen es in der Bundesliga überhaupt noch geben wird. Zwar sollen die Turniere – wie geplant – weiter im 14-Tage-Rhythmus stattfinden. „Unser Vereinschef Arno Reglitzky und sein Vorstandsteam tun alles, um uns optimale Bedingungen zu ermöglichen. Wir können uns in der vereinseigenen Teststation täglich alle am Trainingsort testen“, zeigt sich Tanzsport-Abteilungsleiter Olaf Steffen zuversichtlich.

„Eine Riesenleistung“

Gestern gab es nun die Zusage, dass das Heimturnier am Wochenende 12/13. Februar in der Buchholzer NordHeideHalle stattfinden darf. Ob und wie viele Zuschauer dann zugelassen sind, wird sich zeigen. Die nächste Station für die deutschen Formationstänzer ist aber erst einmal die Bremerhavener Stadthalle. Das Turnier dort in zwei Wochen wird live auf sportdeutschland.tv übertragen. Zuschauer sind dort nicht erlaubt.

„Insgesamt können wir von einem sehr erfolgreichen Formations-Wochenende sprechen. Wir waren mit allen drei Teams vorne mit dabei – das schafft derzeit kein anderer deutscher Verein im Formationsgeschehen. Überhaupt ist es auch nur unsrem Verein bislang gelungen, mit vier komplett besetzten Teams an den Start zu gehen. Das ist eine Riesenleistung vom gesamten Trainerstab. Ich bin wahnsinnig stolz, wie die Trainer das Schiff durch die Pandemie schaukeln. Motivation zum Dranbleiben hat uns das Wochenende allemal gegeben, auch die Stimmung unter den Tänzerinnen und Tänzern war hervorragend. Alle hatten große Lust, sich nach einer so langen Pause wieder zu präsentieren“, resümierte Headcoach Franziska Becker.

Ergebnisse der weiteren Blau-Weiss-Formationen

Noch weiter an der Leistung schrauben

Das zweite Buchholzer Leistungsteam hatte sein Auftaktturnier am zweiten Tag in der Nord-Staffel der 2. Bundesliga. Die von Florian Hissnauer und Lara Schäfer trainierte B-Formation belegte den angestrebten Spitzenplatz mit Rang 2 und der Wertung 2-2-3-3-4. Sieger wurde eindeutig der TSC Walsrode, Platz 3 ging an das Team der TKH Hannover. Hissnauer äußerte nach dem Wettbewerb: „Auch im B-Team gab es zu viele Individualfehler für ein besseres Ergebnis. Aber mit dem Resultat können wir erst einmal zufrieden sein. In den nächsten Wochen werden auch wir noch an der Leistung schrauben, damit der 2. Platz dann klarer ertanzt werden kann.“

In der Landesliga konnte das Blau-Weiss-D-Team mit einer mutigen Leistung zu seinem neuen Thema „Physical“ in der Landesliga überzeugen und erreichte mit vielen Turnierdebütanten gleich den 3. Platz hinter Pinneberg und Nienburg. Dementsprechend zufrieden war das Trainerteam mit Steffen Sieber, Dustin Dreyer, Florian Köttner und Fina Petersen.

Von Wolfgang Gnädig