Wohnmobil Winsen
Matthias Wiegleb von der Stadtverwaltung zeigt der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin, Cornell Babendererde, den modernen Kassenautomaten am neuen Wohnmobilstellplatz Eppens Allee. (Foto: rin)

Willkommen an alle Wohnmobilisten

Es ist angerichtet für die Wohnmobilisten der Welt, und zwar im Herzen von Winsen. Am Mittwoch eröffnete Cornell Babendererde, erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, den neuen Wohnmobilplatz an der Eppens Allee.

Winsen. Nähe zur Innenstadt und zum Wasser – zwei Faktoren, die für Wohnmobilisten eine erhebliche Rolle spielen, sind dort erfüllt. Neun Mobile finden an der Eppens Allee Stellplätze für Wagen von einer Länge von bis zu sieben Metern – inklusive der dazugehörigen Infrastruktur. Fürs Grauwasser gibt es eine Bodenrinne, für die chemische Toilette eine Entsorgungssäule. Für Strom und Frischwasser können Wertmarken dazugebucht werden; was nicht verbraucht wird, erstattet der Automat sogar zurück.

Gebühr zehn Euro pro Tag

„Mit den Parkgebühren von zehn Euro pro Tag haben wir uns an den umliegenden Stellplätzen orientiert“, sagt Matthias Wiegleb von der Winsener Stadtverwaltung, der zugeben muss, dass zwischen Planungsbeginn und Fertigstellung ein paar Jahre gelegen haben. Wichtig: Der Platz kann für maximal drei Tage gebucht werden, und er ist kein Campingplatz. „Markise ausfahren, Campingstühle raus und Grill an – das alles ist hier nicht erlaubt“, erklärt der Verwaltungsmann.

Trotzdem, und da ist sich Klaus-Michael Albrecht vom gleichnamigen Wohnmobilanbieter im Luhdorfer Gewerbegebiet sicher, wird der Platz an der Eppens Allee die Herzen der Wohnmobilisten höher schlagen lassen. „Hier ist es schön ruhig und trotzdem ist man nur einen Katzensprung von der Innenstadt entfernt“, sagt der Fachmann, der die Stadt bei der Standortwahl und -ausstattung mit beraten hat.

Nur zehn Minuten bis zum Bahnhof

Tatsächlich scheint die Örtlichkeit genau für Wohnmobilisten kreiert zu sein: Die Luhe fließt in unmittelbarer Nachbarschaft, bis zum Bahnhof sind es zehn Gehminuten und dann darf sich der vielseitig interessierte Wohnmobilist nach Lüneburg oder Hamburg kutschieren lassen. „Und zusätzlich liegt ein gutes Fahrradwegenetz direkt vor der Tür“, bestätigt Albrecht die optimale Lage.

Denn heute verfüge fast jedes Wohnmobil auch über einen Fahrradträger. „Wohnmobilisten erkunden die Gegend unheimlich gerne mit Fahrrädern. Dafür ist das hier ein idealer Ausgangsort“, findet der Fachmann. Der Golfplatz Green Eagle und das in Aussicht stehende Naturbad seien weitere Pluspunkte.

Best Ager zwischen 60 und 70 besonders interessiert

Der Unternehmer Albrecht kann sich natürlich über den Wohnmobilboom der letzten zehn Jahre nicht beschweren. Zuwachsraten im zweistelligen Bereich wurden auch durch Corona kaum ausgebremst. „Viele, die gerade im ersten Pandemiejahr keinen Urlaub machen konnten, haben sich, um überhaupt rauszukommen, mal ein Wohnmobil gemietet“, sagt er.

Viel massiver trifft seine Branche der Ukraine-Krieg. Die Zulieferer haben massive Probleme, Fließbänder in der Fahrzeugfertigung stehen still. „Teilweise bekommen Kollegen nur Zusagen für die Auslieferung von 50 Prozent der bestellten Wohnmobile für dieses Jahr“, berichtet er. Aber am allgemeinen Trend, dass insbesondere die sogenannten Best Ager zwischen 60 und 70 Jahren aufs Wohnmobil kommen, werde das nichts ändern, glaubt Albrecht.

Von daher liegt Dr. Cornell Babendererde wohl richtig, wenn sie sagt: „Winsen ist ein Kleinod. Das dürfen viele Menschen gerne entdecken.“

Von Kathrin Röhlke

Wohnmobilplätze in Winsen

Wohnmobilplätze in Winsen gab es bisher schon auf der Bleiche und am Freizeitbad Die Insel. Während die Plätze auf der Bleiche aufgelöst werden, bleiben jene am Bad bestehen; geplant sind für die Zukunft weitere Plätze am Naturbad. Was den Platz Eppens Allee auszeichnet, ist die gebotene Infrastruktur mit den Entsorgungsmöglichkeiten, Frischwasser und Stromanschluss. Das gab es bisher in Winsen gar nicht.

Die Kosten für die Anlage an der Eppens Allee belaufen sich auf rund 120.000 Euro. Vor allem der Anschluss an den Kanal machte davon einen Großteil aus. Verzögert wurde die Fertigstellung durch eine Etatverschiebung im städtischen Haushalt und die Coronapandemie.