Der US-Musiker Jon Batiste. Quelle: Stefan Jeremiah/AP/dpa

Grammys: Jon Batiste räumt elf Nominierungen ab – The Weeknd trotz Boykotts im Rennen

New York. Jon Batiste hat sich als wohl größte Überraschung bei der diesjährigen Bekanntgabe der Grammy-Nominierung erwiesen: Der vielseitige Musiker und Oscar-Preisträger wurde am Dienstag gleich elf Mal nominiert, so oft wie kein anderer. Er hat damit Chancen auf den Preis für das Album des Jahres („We Are“) sowie auf die Platte des Jahres („Freedom“), eine Wohlfühl-Ode an die Stadt New Orleans. Seine Nominierungen entfallen auf unterschiedliche Musikgenres, darunter R&B, Jazz, Amerikanische Roots-Musik, Klassik und Musikvideo.

Justin Bieber, Doja Cat and H.E.R. erhielten mit jeweils acht die zweitmeisten Nominierungen, Billie Eilish und Olivia Rodrigo haben Chancen auf jeweils sieben Grammys. Der Rapper Jay-Z, der für drei Grammys nominiert wurde, hält nun den Rekord für die meisten Nominierungen aller Zeiten: 83. Der 23-fache Grammy-Gewinner überholte Quincy Jones, der 80 Mal nominiert wurde.

Batiste erklärte in einer ersten Reaktion auf seine überraschende Dominanz, er sei „in einem Zustand des Erstaunens und des Schocks“. Er freue sich darüber, „dass wir etwas in völliger künstlerischer Integrität machen konnten und erreicht haben, dass es anerkannt wurde“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

The Weeknd trotz Boykotts nominiert

Ein Paukenschlag waren auch die drei Nominierungen für The Weeknd. Der kanadische Popstar hatte zuvor erklärt, er werde es seinem Label nicht erlauben, seine Musik einzureichen. Er hatte die Grammys in diesem Jahr zornig als „korrupt“ bezeichnet, nachdem er für die erfolgreichste Single des Jahres 2020, „Blinding Lights“, keine einzige Nominierung erhalten hatte.

Obwohl er einen Boykott künftiger Grammy-Verleihungen angekündigt hat, wurde er dennoch für seine Arbeit an Album-des-Jahres-Projekten nominiert, nämlich Doja Cats Deluxe-Edition „Planet Her“ und Kanye Wests „Donda“. Seine dritte Nominierung erhielt er für seine Mitarbeit an Wests Single „Hurricane“, an der auch Lil Baby mitwirkt.

Die Stimmberechtigten hätten sich ganz auf die „Exzellenz der Musik“ konzentriert, sagte Harvey Mason jr, der CEO der Recording Academy, die die Grammys verleiht. Deshalb hätten sie Menschen wie Batiste oder die Musikerin Kacey Musgraves nominiert, die ebenfalls unterschiedliche Kategorien umspannt. Die mehr als 11 000 Mitglieder der Academy können nach neuem Reglement für bis zu zehn Kategorien in drei Genres stimmen. Alle Abstimmenden können ihr Votum für die vier wichtigsten Preise abgeben.

Die Grammy-Gewinner werden am 31. Januar kommenden Jahres im Rahmen einer Gala verkündet.

RND/AP