Caren Miosga berichtete im Gespräch mit Hannes Ringlstetter freimütig über ihre Jugendsünden. Quelle: © ARD / BR

Caren Miosga beichtet in ARD-Talk ihre Schlager-Vergangenheit

Die Hinweise „Grimme-Preis“ und „Reiseleiterin in St. Petersburg und Moskau“ brachten Hannes Ringlstetter auf die richtige Spur. „Dann lehne ich mich weit aus dem Fenster und sage Caren Miosga“, tippte der Gastgeber des ARD-Talks „Club 1″ seinen ersten Überraschungsgast am Dienstagabend goldrichtig.

Die „Tagesthemen“-Moderatorin hatte sich den Besuch in der Sendung trotz ihres lädierten Zustands nicht nehmen lassen. Eine Handbandage zeugte von einem Unfall mit dem Fahrrad ihrer Tochter: „Meine Beine haben unterschiedliche Farbnuancen angenommen.“ Unfair fand Caren Miosga lediglich den Umstand, dass Moderator Ringlstetter, der über seine „Club 1″-Gäste vorab nicht informiert ist, ohne Vorbereitung ins Studio gehen könne, während sie sich über mögliche Gesprächsthemen den Kopf zerbrechen musste.

„Bereust du‘s schon, dass du gekommen bist?“

Dabei war das Kopfzerbrechen ganz offenbar von Erfolg gekrönt. So erzählte die 52-jährige Nachrichtenjournalistin freimütig über ihr Mitwirken zu Jugendzeiten in einem Jazzdance-Ensemble. „Ich habe diese schwarzen Anzüge angehabt und die hochtoupierten Kate-Bush-Frisuren. Auch unter den Armen gerne noch Frisur! So sahen wir aus und haben versucht, Jazzdance zu machen nach so scheußlicher Musik wie Mother‘s Finest.“ Ringlstetter nötigte seinem Gast trotz Protest eine Kostprobe dieses Könnens ab – sowie eine Kurzeinführung in den Formationstanz: „Wie du gleich total ernst schaust wie so ne russische Tanzlehrerin!“

Noch erheiternder war nur fotografisches Beweismaterial aus Jugendjahren, das Miosgas Zeit als Sängerin einer Schlagerband dokumentiert. Die Frage „Bereust du‘s schon, dass du gekommen bist?“, erwiderte Miosga mit einem gequälten Ja. „Aber du schaust richtig hot aus!“, versuchte Ringlstetter, die peinlich berührte Gesprächspartnerin aufzurichten.

Die bestätigte: „Ich war tatsächlich Sängerin, und die Band hieß Kurt und die Dillenberger.“ Ringlstetter fassungslos: „Dass ich davon nichts gehört habe!“ Miosga: „Es war eine Band in Hannover.“ Der Gastgeber winkte nun prustend ab: „Reicht schon! Ich werde dich immer anders anschauen jetzt in den ‚Tagesthemen‘.“

Miosga über den „Tagesthemen“-Alltag: „Das ist schon ein bisschen öde“

Und wie kam Caren Miosga nach dieser Vorprägung zu den ARD-Nachrichten? Sie habe Russisch und Geschichte studiert, berichtete sie, und dann über einen Freund das Angebot erhalten, den Verkehrsfunk für Radio Schleswig-Holstein zu sprechen. „So habe ich angefangen, als Stau-Melderin.“ Dann kamen Hörfunk-Beitrage, erste Moderationen und anschließend Kulturfernsehen-Beitrage beim NDR. „Dann kamen die Nachrichten und haben alles kaputt gemacht.“

Ein Scherz natürlich nur. Jedoch musste Miosga einräumen, dass die Arbeit im super-modernen, vollautomatisierten ARD-Nachrichtenstudio nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig ist. „Es sind computergesteuerte Kameras, da sind keine Menschen mehr“, erklärte sie auf Nachfrage. „Das ist schon ein bisschen öde.“ Immerhin gebe es bei den „Tagesthemen“ noch den Nachrichtensprecher an ihrer Seite. „Wenn es Jens Riewa ist, haben wir ein bisschen Spaß, weil wir uns vorher dreckige Witze erzählen.“