Nach Vorwürfen des Sängers Gil Ofarim demonstrierten Menschen vor dem Leipziger Westin-Hotel. Nun steht die Sicherheitsfirma, die das Gebäude bewachte, im Fokus. Quelle: Dirk Knofe/dpa

Bei Antisemitismus-Demo: Bewachte eine Firma mit Kontakten zur rechten Szene das Westin-Hotel in Leipzig?

Leipzig. Nachdem der Sänger Gil Ofarim am 5. Oktober über einen antisemitischen Vorfall in der Hotellobby des Leipziger Westin-Hotels berichtet hatte, veranstaltete das Bündnis „Leipzig nimmt Platz“ eine Demonstration vor dem Hotel. Die Sicherheitsfirma, die Wachleute vor dem Hotel postierte: Pro GSL.

Wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) berichtet, steht dieses Unternehmen nun im Rampenlicht. Der Verfassungsschutz habe die Stadt Leipzig vor einem Geschäftsführer der Sicherheitsfirma gewarnt. Bei der Firma gebe es „tiefe Verstrickungen in militante Neonazistrukturen“ – so heißt es in einer Mitteilung der Linken von 2016.

Sicherheitsfirma könnte nun Lizenz verlieren

Laut der „LVZ“ hatten beide mehrfach an Legida-Demonstrationen teilgenommen. Auch bei einem Überfall von Hooligans und Neonazis im Stadtteil Connewitz sei einer der beiden Sicherheitschefs dabei gewesen und dafür auch verurteilt worden.

Nach dem Tipp des Verfassungsschutzes habe die Stadt Leipzig nun ein Entzugsverfahren für die Bewachungserlaubnis der Firma eingeleitet. Die Firma könne weiterarbeiten, wenn sie den verurteilten Geschäftsführer freistelle. PRO GSL bewache in Leipzig Einkaufszentren wie Werkstätten. Doch trete sie auch immer wieder in Zusammenhang mit der rechten Szene in Erscheinung – beispielsweise als Sponsor bei Veranstaltungen.

RND/goe