Brittney Griner verlässt nach einer Anhörung einen Gerichtssaal in Chimki vor den Toren Moskaus. Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

U-Haft von Basketballstar Brittney Griner um einen Monat verlängert

Moskau. Russlands Behörden haben die Untersuchungshaft der zweimaligen Basketball-Olympiasiegerin Brittney Griner um einen Monat verlängert. Wie der Anwalt der 31 Jahre alten US-Amerikanerin, Alexander Boykow, am Freitag der Nachrichtenagentur AP sagte, spreche die relativ kurze Verlängerung der U-Haft für die baldige Verhandlung des Falls. Zu ihrer kurzen Anhörung sei Griner in Handschellen vorgeführt worden, berichtete Boykow.

Griner sitzt nach ihrer Festnahme wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes am Moskauer Flughafen Scheremetjewo seit knapp drei Monaten in Untersuchungshaft. Ein Gericht im Gebiet Moskau in der Stadt Chimki hatte den Arrest zunächst bis zum 19. Mai verlängert.

Wie die Nachrichtenagentur Interfax Anfang März unter Berufung auf den russischen Zoll berichtet hatte, sollen bei einer Kontrolle im Gepäck der Amerikanerin im Februar sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl entdeckt worden sein. Ihr drohen den Angaben zufolge fünf bis zehn Jahre Haft.

US-Regierung: Griner wird von Russland zu Unrecht festgehalten

Griner wird nach neuer Einschätzung der US-Regierung zu Unrecht von Russland festgehalten. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington bestätigte in der vergangenen Woche auf Anfrage entsprechende US-Medienberichte. Weiter teilte die Sprecherin mit, der Sonderbeauftragte von US-Präsident Joe Biden für Geisel-Angelegenheiten, Roger Carstens, werde sich von nun an um den Fall der US-amerikanischen Staatsbürgerin kümmern. „Die US-Regierung wird sich weiterhin bemühen, Frau Griner angemessene Unterstützung zukommen zu lassen.“

Griner spielte seit 2015 auch beim Team von UMMC Jekaterinburg im Ural. Mit dem russischen Spitzenclub gewann sie viermal die Euroleague. Die 26. Saison der nordamerikanischen Basketball-Liga der Frauen WNBA begann kürzlich ohne Griner. Ihr Club Phoenix Mercury unterlag den Las Vegas Aces zum Auftakt mit 88:106.

RND/dpa