Passagiere stehen vor den Schaltern im Flughafen Düsseldorf in Schlangen und warten auf die Abfertigung. Als erstes Bundesland ist Nordrhein-Westfalen am Freitag in die Ferien gestartet. Quelle: David Young/dpa

So wollen Behörden und Reisebranche das Chaos an Flughäfen beenden

Die Zustände an deutschen Flughäfen sind chaotisch. Vor den Check-in-Schaltern und Sicherheitskontrollen bilden sich lange Schlangen, Flüge werden kurzfristig gestrichen, Gepäck kommt nicht an. Die Stimmung bei Urlauberinnen und Urlauber: angespannt.

Grund für den Ausnahmezustand sind Personalengpässe. Beim Check-In, bei der Gepäckabfertigung als auch beim Kabinenpersonal fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hinzu kommt ein hoher Krankenstand.

Hilfskräfte aus dem Ausland sollen an Flughäfen unterstützen

Behörden und Reiseveranstalter suchen nun nach Auswegen aus dem Chaos. Eine Lösung sollen einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge Hilfskräfte aus dem Ausland sein. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach demnach von einer mit Arbeitsminister Hubertus Heil und Innenministerin Nancy Faeser (beide SPD) abgestimmten Aktion, mit der man die Personalengpässe an deutschen Flughäfen „abstellen und eine temporäre Lösung präsentieren“ wolle.

Faeser ergänzte: „Wir werden ermöglichen, dass Hilfskräfte aus dem Ausland zum Beispiel bei der Gepäckabfertigung eingesetzt werden.“ Der Zeitung zufolge soll eine vierstellige Zahl an Fachkräften aus der Türkei geholt werden, die das Personal im besten Fall bereits ab Juli unterstützen können.

Reisebranche bemüht sich ebenfalls um Lösungen

Auch Veranstalter und Reisebüros sind bemüht, das Chaos an den Flughäfen in den Griff zu bekommen. Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) sind sie in engem Austausch mit den Fluggesellschaften, um die Auswirkungen von möglichen Flugstreichungen so gering wie möglich zu halten.

Zwar hätten bislang nicht alle Airlines im Detail mitgeteilt, welche konkreten Flüge gestrichen werden müssten, häufig seien aber innerdeutsche Flüge betroffen, die für touristische Reisen eine geringere Bedeutung hätten. Dass sich der Personalengpass bei Airlines und Airports auf das Angebot von Last-Minute-Reisen auswirkt, damit rechnet der DRV nicht: „Es gibt weiter eine große Zahl an buchbaren Reisen für den Sommer.“

Hamburger Flughafen eröffnet zusätzliches Kofferlager

Ordnung ins Chaos versucht auch der Hamburger Flughafen zu bringen: Weil sich dort mittlerweile Hunderte Gepäckstücke stauen, die auf Reisen zurückgeblieben sind und nun auf ihre Besitzerinnen und Besitzer warten, hat der Airport ein altes Terminal reaktiviert, das nun als Zusatzlager dient. Das geht aus einem Bericht von „t-online“ hervor.

Laut dem Bericht des Nachrichtenportals wird Reisenden angeboten, ihr verloren gegangenes Gepäck dort selbst abzuholen. Das gehe schneller, als es sich von einem Kurierdienst bringen zu lassen, so der Qualitätsmanager des Flughafen-Dienstleisters AHS gegenüber dem Portal.

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RND/jaf