Fanaktion gegen Sexismus im Stadion bei einem Spiel des SC Freiburg. Quelle: imago images / Jan Huebner

Hand am Po, Hand unterm Shirt: „Es gibt kaum ein Spiel, bei dem ich keine Übergriffe erlebt habe“

Vor dem Spiel packt mir ein fremder Mann kommentarlos an den Po. Nach dem Spiel fasst mir einer im Vorbeilaufen unters Shirt. Wo leben wir eigentlich, dass Menschen immer noch denken, so was wäre okay? (VfB-Stuttgart-Fan Sarah über ein Spiel bei St. Pauli)

Seit mehr als zehn Jahren geht Sarah Brinkmann ins Stadion, der VfB Stuttgart ist ihre Leidenschaft, die große Liebe. Seit sie 17 ist, hat sie eine Dauerkarte. Sie hat ihren Freund im Stadion kennengelernt, ist von Baden nach Schwaben gezogen, spricht im VfB-Podcast „Brustringtalk“. Und obwohl sich viel in Sarah Brinkmanns Leben um den VfB dreht, obwohl sie nahezu jedes Wochenende im Stadion ist, daheim und auswärts, ist das nicht immer Spaß.

Als Fan im Stadion: wenn Männer die Anonymität der Masse ausnutzen

Das liegt nicht an der ein oder anderen Niederlage, nicht daran, dass das Team mal schlechter spielt. Es liegt am Verhalten anderer Fans. Genauer gesagt: An manch einem männlichen Fan in der Kurve, am Bierstand, im Zug. Männer, die die Enge des Stadions, die Unübersichtlichkeit des Moments, die Anonymität der Menge nutzen, um Frauen sexuell zu belästigen. Frauen wie Sarah Brinkmann.

So ein Platzsturm macht gar nicht so viel Spaß, wenn man in der Menschenmenge auf einmal eine Hand an seinem Po spürt, die dann auch in den Schritt greift und letztlich versucht, einem das Trikot aus der Hose zu ziehen und unter das Trikot zu langen … (FC-Nürnberg-Fan Cosima)

„Quasi jede Frau hat erzählt, dass sie das schon einmal erlebt hat“

Nach dem letzten Spieltag der 2. Bundesliga im Mai 2022 sorgte ein Fall für Öffentlichkeit. FC-Nürnberg-Fan Cosima Luisa Müller twitterte über sexuelle Übergriffe, als ein Mann sie am Po und im Schritt berührte und ihr unter das Trikot fasste. Zwei umstehende Männer eilten ihr zur Hilfe, ein Mitarbeiter des FCN animierte Cosima, per Handy ein Foto von dem Täter zu machen. Der Mann wurde angezeigt. Mehrere Tausend Reaktionen gab es auf den Tweet, der FCN veröffentlichte ein Interview mit der 20-Jährigen auf seiner Website, um für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren.

Sarah Brinkmann schilderte das St.-Pauli-Erlebnis ebenfalls in einem Tweet, schon 2020. Sie habe nicht schnell genug reagieren können, sei zu geschockt gewesen, habe danach geweint. Es meldeten sich zahlreiche Frauen, sagt sie, die Ähnliches erlebt haben – vor allem Frauen, die wie sie Fan des VfB Stuttgart sind. „Mich hat am meisten schockiert, dass quasi jede Frau aus dem Umfeld berichtet hat, dass sie das schon erlebt hat. Viele sagten, sie denken gar nicht mehr darüber nach, sie reflektieren es gar nicht mehr, weil es so normal ist.“

Während sich Frauen meldeten, für die sexuelle Übergriffe im und rund ums Stadion alltäglich sind, hatten viele Männer noch nichts davon mitbekommen. „Da meldeten sich aufgeklärte, generell interessierte Männer und sagten: ‚Hä? Echt? So was passiert?‘“ Ein Freund sagte, sie solle sich beim nächsten Mal bei ihm melden, er würde dann eingreifen – er stand ihr direkt gegenüber. Er bekam nichts mit. Es ging zu schnell.

Es war eines meiner ersten Spiele im Stadion. Mir war bewusst, dass man sich im Stehblock unweigerlich etwas näher kommt. Aber während der ersten Halbzeit hab ich gemerkt, wie der Typ hinter mir immer näher kam. Irgendwann hat er angefangen, seinen Genitalbereich an meinem Rücken und Hintern zu reiben. Ich dachte, dass er einfach vor Aufregung hin- und herwippt. Er hat aber die ganze erste Halbzeit nicht aufgehört. Das Krasseste ist eigentlich, dass ich erst einige Stunden später realisiert hab, was eigentlich passiert ist. Ich glaube, dass ich davor einfach noch sehr naiv war und eben nicht glauben wollte, dass er das wirklich mit diesen Absichten getan hat. Aber inzwischen bin ich mir leider ziemlich sicher. (BVB-Fan Hannah über ein Spiel in Freiburg)

Stadionbesuch: Menschenmassen und Alkohol

Dem VfB Stuttgart sind, wie vielen anderen Erstligisten, die das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) angefragt hat, „vereinzelte Fälle von Belästigung bekannt“. Meistens würden sich die Betroffenen bei der Fanbetreuung, im Servicecenter oder beim Sicherheitsdienst melden, heißt es seitens des VfB. Offenbar reicht das nicht: In der kommenden Saison soll es ein erweitertes Schutzkonzept geben, Expertinnen und Experten sowie Organisationen sollen bei der Planung eingebunden werden.

Der Fußball ist, was sexualisierte Gewalt angeht, ein Abbild der Gesellschaft. Was auf Konzerten, Bahnhöfen und überall da, wo Gedränge ist, passiert, passiert auch im Stadion – von homophoben Äußerungen über rassistische Beleidigungen bis hin zu sexuellen Übergriffen. „Beim Fußball kommt zur Menschenmenge noch Alkoholkonsum hinzu, da werden Hemmungen abgelegt“, sagt Sarah Brinkmann.

Als ich 16 war, wurde mir das erste mal Bier in den Ausschnitt gekippt, weil mein Shirt weiß war. Männer machten davon Fotos. Häufig kann man nicht durch den Block gehen, ohne dass einem hinterhergepfiffen wird oder einen in der Menge Hände an Hüften und Po berühren. Als Frau muss man aufpassen, welche Kleidung man trägt: keine Leggins, keine kurzen Shirts, keine kurzen Hosen. Sonst läuft man noch stärker Gefahr, sich ständig wertende Kommentare anhören zu müssen oder angefasst zu werden. Getreu dem Motto, man würde es ja provozieren. (Hertha-BSC-Fan Lara)

Viele Bundesligisten haben Konzepte gegen sexualisierte Gewalt

Panama und Dortmund – das liegt gar nicht so weit auseinander. Panama heißt das Awareness-Konzept, das der BVB zur vergangenen Saison eingeführt hat. Es gibt geschultes Personal im Stadion, einen Schutzraum, wo Menschen, die Rassismus, Sexismus, Homophobie oder anderen Angriffen ausgesetzt sind, eine psychologische Notfallversorgung des Deutschen Roten Kreuzes bekommen oder einfach nur einen Rückzugsort vorfinden. Es liegen Flyer aus für Beratungsstellen, damit auch die weiterführende Hilfe sichergestellt ist.

Viele Bundesligisten haben solche Konzepte. Beim SV Werder Bremen heißt es Mika. Wie in Dortmund hängen dort seit dem vergangenen Jahr Plakate, es gibt Telefonnummern, ein geschultes ehrenamtliches Team, das im Stadion im Einsatz ist. Borussia Mönchengladbach bietet bei Übergriffen die Räume des sozialpädagogischen Fanprojekts als Rückzugsort, der FC Augsburg hat vor einigen Wochen das Projekt „Erstanlaufstelle Wellenbrecher“ gestartet. Schalke 04 hat unter dem Namen #StehtAuf bereits 2019 eine Anlaufstelle mit psychologischen Hilfsangeboten geschaffen.

Schutzkonzepte der Vereine: Rückzugsraum und psychosoziale Notfallversorgung

Zu dieser Saison, die am Freitag, 5. August beginnt, ziehen weitere Klubs nach: Hertha BSC Berlin wird einen Rückzugsraum und psychosoziale Notfallversorgung anbieten, der VfB Stuttgart, Bayer 04 Leverkusen und der VfL Wolfsburg arbeiten an „Safe Space“-Konzepten. Die meisten anderen Vereine, darunter Mainz 05, schulen Ordnerinnen und Ordner gezielt zum Thema sexualisierte Gewalt. Der SC Freiburg hat das Thema auf der Agenda und steht im Austausch mit Beratungsstellen, Fanprojekten und anderen Vereinen, um Expertisen zu bündeln und ein Schutzkonzept zu entwickeln – zum Saisonstart wird es das allerdings noch nicht geben.

Ich stand in der Ostkurve an einer Stelle, an der ständig Menschen zum Bierholen vorbeigegangen sind. Es war recht eng, und viele Männer haben beim Vorbeigehen meine Brüste berührt oder gestreift. Ich habe mir dabei erst mal nichts gedacht. Das passiert regelmäßig, und ich bin lange davon ausgegangen, dass es unabsichtlich im Gedränge passiert. Beim weiteren Darübernachdenken ist mir aber aufgefallen, dass ich nie im Gedränge aus Versehen Frauen oder Männer an Brüsten oder Genitalien berühre. Und auch die vorbeigehenden Frauen am Sonntag haben mich nicht an den Brüsten berührt. Es macht mich wütend und traurig, dass wahrscheinlich Hunderte oder Tausende Frauen so etwas erlebt haben, aber gedanklich – so wie ich – erst mal diese Männer in Schutz nehmen. (Werder-Fan Pauline)

Schutzkonzepte scheitern häufig an der Realität

Doch solche Schutzkonzepte scheitern aktuell vielerorts an der Realität. Auch wenn die vergangene Saison nicht repräsentativ war, weil wegen Corona kaum unter Vollauslastung gespielt wurde: In Dortmund haben sich neun Menschen gemeldet, darunter eine Frau wegen eines sexuellen Übergriffs. Seitens Werder heißt es, „die Kontaktaufnahmen sind sehr überschaubar“. Konkret bedeutet das weniger als fünf gemeldete Fälle über Mika.

Auch auf anderen Wegen finden Berichte über sexuelle Übergriffe nur selten zu den Vereinen: Der TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach sind je vier Fälle sexualisierter Gewalt in den vergangenen Jahren bekannt, dem VfL Wolfsburg zwei, Mainz 05 einer, RB Leipzig und dem VfL Bochum gar keine. Bayern München gibt an, nur über Dritte von sexuellen Übergriffen erfahren zu haben. Der FC Augsburg sagt, „in geringem Umfang“ von Fällen zu wissen, in denen Frauen begrapscht wurden, Hertha BSC spricht von „wenigen konkreten Fällen“. Aber: „Wir sind jedoch davon überzeugt, dass dies nicht daran liegt, dass es diese Fälle nicht häufiger gibt, sondern es bisher nicht das entsprechende Hilfe- und Schutzangebot gab“, sagt Hertha-Sprecher Marcus Jung. Auf RND-Anfrage äußerten sich unter den 18 Erstligisten nur Eintracht Frankfurt, der FC Köln und Union Berlin nicht.

Im Gästeblock in Dortmund hat ein Typ angefangen, mir den Rücken zu massieren. Aber auch im heimischen Stadion in Stuttgart passiert so was immer wieder. Erst jetzt am Wochenende wieder, als mich beim Jubel in der Kurve ein Typ hochgehoben hat, meinen Po gepackt hat und mich zwingen wollte, meine Beine um ihn zu legen. Für Frauen, die regelmäßig im Stadion sind, ist es leider, leider so normal geworden, belästigt zu werden, dass es einem kaum noch auffällt. (VfB-Stuttgart-Fan Sarah)

Sexuelle Übergriffe im Stadion: Täter sind nur schwer zuzuordnen

Obwohl vielerorts, wie in Dortmund und Berlin, Fans mitwirken, bleibt die erhoffte Wirkung aus. Für VfB-Fan Sarah Brinkmann ist das nicht verwunderlich. Es sind weniger die krassen sexuellen Übergriffe, als vielmehr die vermeintlich kleinen – solche, die Frauen im ersten Moment als unangenehm empfinden, aber noch nicht direkt als sexuellen Übergriff wahrnehmen. „Wir sprechen von der Art von sexuellen Übergriffen, die man in einer öffentlichen Menge gut ausüben kann, ohne dass es jemand mitkriegt. Man steht in der Kurve, alle halten sich aneinander fest, und dann gibt es da diese vermeintlich zufälligen Berührungen. Aber als Frau spürt man den Unterschied“, sagt die 23-Jährige.

Wenn sexuelle Übergriffe in der Menge passieren, lassen sich Täter nur schwer zuordnen. „Deshalb wird auch oft nichts gesagt, nicht nur im Kontext Fußball“, sagt Brinkmann. „Frauen glauben, dass sie nicht ernst genommen werden, oder haben die Erfahrung gemacht, dass sie hören: ‚Ist doof, aber ist halt so.‘“ Auch die Überwindung sei groß – immerhin können die Frauen nur in den wenigsten Fällen beweisen, dass sie Opfer wurden. „Selbst wenn der Typ identifiziert werden kann, sagt er dann eben, dass es halt eng war und die Berührung nicht absichtlich.“

Ich gehe seit mehr als zehn Jahren zum Fußball, habe seit acht Jahren eine Dauerkarte, und es gibt kaum ein Spiel, bei dem ich keine Übergriffe erlebt habe. Es werden ständig Kommentare über einen gemacht: das Outfit, die Figur, die Haare bewertet. Als würden sie das erste Mal in ihrem Leben Frauen sehen. Männergruppen untereinander diskutieren hörbar, welche Frau sie am heißesten finden. Männer erklären ständig, wie das Spiel funktioniert – ungefragt. Sie sprechen einem ab, dass man es selbst versteht oder sogar Expertise hat. (Hertha-Fan Lara)

BVB hofft auf „Achtsamkeitskultur“ im Stadion

Sarah Brinkmann hat sich viel auseinandergesetzt damit, wie die Kurve für Frauen sicherer werden kann, was dazu beitragen kann, dass wenige Männer durch sexuelle Übergriffe nicht dafür sorgen, dass Frauen den Spaß am Fußballgucken verlieren. Doch eine wirkliche Lösung sieht sie noch nicht. „Es ist schwierig. Aber grundsätzlich sollten Frauen die Vorfälle ernst nehmen und nicht weglächeln. Damit fängt man schnell an, wenn man viel im Stadion ist, weil diese Belästigungen so häufig passieren.“

Auch den Vereinen ist das Problem bewusst. Man setzt deshalb auf mehr Öffentlichkeit. Werder, der BVB und RB Leipzig wollen mehr Aufmerksamkeit schaffen, Frauen wie Männer im Stadion sensibilisieren. Der BVB bewirbt Panama im Mitgliedermagazin, versucht, „eine Achtsamkeitskultur zu schaffen“, wie Amelie Gorden aus der Antidiskriminierungsarbeit der Fanbetreuung des BVB sagt. „Täterinnen und Täter sollen sich nicht wohlfühlen in der Kurve.“ Man hofft, so ihre Kollegin Nicole Möller, dass über das Projekt eine Art Selbstregulierung in der Kurve passiert. „Panama wird auch auf großen Festivals genutzt. Dort sieht man bereits, dass auch Besucherinnen und Besucher sofort eingreifen, wenn es Vorfälle gibt.“

Es war mein erstes Auswärtsspiel. Ein betrunkener Mann stellte sich im Block hinter mich. Er stützte sich immer wieder an mir ab. Irgendwann fing er an, seinen Genitalbereich an meinem Rücken zu reiben und sein Bein zwischen meine Beine zu schieben. Meine Schwester und ich sprachen ihn an, bewegten uns einige Meter weg, aber er kam uns nach. Irgendwann schubste ich ihn weg, und er stolperte dabei die Treppe hinauf. Dann schritten andere Fans ein und sagten ihm, dass er unerwünscht sei. (Werder-Fan Nathalie über ein Spiel in Düsseldorf)

Werder will mehr Öffentlichkeit gegen sexualisierte Gewalt im Stadion

In eine ähnliche Richtung soll es auch bei Augsburg und Werder gehen. Zur neuen Saison sind Veranstaltungen und Aufklärungskampagnen geplant. Bei Werder richtet sich diese nicht nur an Frauen, um sie zu ermutigen, Übergriffe zu melden, sondern auch an potenzielle Täter, um „sie auf die Folgen ihres Handelns hinzuweisen“. Eingebunden werden sollen generell aber alle Stadiongängerinnen und Stadiongänger: „Unbeteiligte sollen ermutigt werden, Zivilcourage zu zeigen und auf beobachtete Übergriffe zu reagieren. Es soll klar werden, dass Übergriffe jeglicher Art vom SV Werder Bremen scharf verurteilt werden und nicht mit den Werten des Vereins vereinbar sind“, sagt Sprecher Yannik Cischinsky.

Auch in Mönchengladbach hofft man auf die Solidarität unter den Fans, vor allem, wenn sich Frauen nach Übergriffen nicht offiziell melden wollen: „Selbstregulierung in der Kurve wird von vielen Fankreisen weiterhin als hohes Gut verstanden“, sagt Sprecherin Kristina Rost.

Habe leider beim Einhaken auch zwei-, dreimal eine Hand von meinem Hintern schlagen müssen. Beim ersten Mal dachte ich noch, das sei ein Versehen – wie herrlich naiv. Meine männlichen Freunde haben das aber ganz gut geregelt. (Werder-Fan Rosa)

Schalke lässt weibliche Fans in Ausstellung zu Wort kommen

Auf Schalke gab es jüngst eine Ausstellung unter dem Titel „Fan.tastic Females“, in der weibliche Fans über Fußball und Verein sprachen. Auch Sexismus wurde thematisiert. Die TSG Hoffenheim wünscht sich laut Sprecher Holger Kliem, dass Opfer die Vorfälle bei der Polizei anzeigen. Außerdem droht auf Wunsch des Opfers Stadionverbot für den Täter.

Hertha versucht, Frauen zum Sprechen zu bewegen, indem Fälle auch anonym und im Nachhinein gemeldet werden können. „Wir sind uns bewusst, dass eine Belästigung traumatisierend sein kann und mit dem Gefühl einer momentanen Paralyse einhergehen kann und es für die Betroffenen nicht einfach ist, über Formen sexualisierter Gewalt und Belästigung zu sprechen“, sagt Sprecher Marcus Jung.

Durch die Öffentlichkeit, hofft auch Sarah Brinkmann, könnte ein kleiner Wandel passieren. „Die Konzepte sind wichtig und gut gemeint. Aber wir müssen an den Punkt kommen, wo Frauen sagen: ‚Es ist gerade etwas passiert, und auch wenn es mir nicht so groß vorkommt, melde ich es.‘“

Auf dem Weg die schmale Treppe hoch im Gänsemarsch mit anderen Fans wurde mir an den Hintern gefasst. Ich habe mich nicht umgeschaut, wer das war, weil die Treppe schmal und das Gedränge groß war und ich meine Konzentration für das Hochgehen brauchte. Als wir auf den Plätzen waren, habe ich meine Empörung und meinen Frust über diesen Übergriff bei meinen Freunden abgeladen. Da stieß ich auf Solidarität. Es hat mir gutgetan, dass niemand den Vorfall herunterspielte. Es fiel auch die Bemerkung, dass man so was nicht bei den eigenen Fans macht. Wir sind doch eigentlich alle für das Gleiche da. (Hansa-Rostock-Fan Elisabeth über ein Spiel in Magdeburg)

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Von Miriam Keilbach/RND