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Einsatzkräfte stehen in Schutzanzügen auf einer Straße im Berliner Bezirk Grunewald. Gemeinsam mit Bundeswehr und Robert-Koch-Institut ging die Polizei im Berliner Bezirk Grunewald einem Verdacht auf Kampfmittel oder -stoffe in einem Wohnhaus nach. Quelle: Paul Zinken/dpa

„Verdacht der Gefährdung“: Berliner Polizei durchsucht mit RKI und Feuerwehr Wohnung im Grunewald

Berlin. Die Berliner Polizei hat gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr und des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Wohnung im Stadtteil Grunewald durchsucht. „Dort gab es den Verdacht der Gefährdung einer Person, möglicherweise durch Kampfmittel oder Kampfstoffe“, sagte eine Polizeisprecherin am Samstagmorgen. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Mehrfamilienhauses hätten ihre Wohnungen vorübergehend aus Sicherheitsgründen verlassen müssen.

Anschließend hätten Entschärfer die Wohnung durchsucht. „Sprengmittel oder Kampfmittel wurden nicht gefunden“, sagte die Sprecherin. Laut Polizei gibt es keine akute Gefährdungslage. Kräfte der Kriminaltechnik und Mitarbeitende des RKI hätten mehrere Proben auf chemische oder biologische Kampfmittel genommen. Die müssten nun ausgewertet werden. Wann die Ergebnisse vorliegen, war unklar.

„Diese Auswertung soll ergeben, ob es eine Gefährdung der sich im Moment nicht in Deutschland aufhaltenden Person gab oder nicht“, sagte die Sprecherin. Es handle sich um den Bewohner der Wohnung. Details nannte sie nicht. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu der Person keine näheren Angaben machen können.“

Einsatz dauerte gut sieben Stunden

Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Der Einsatz dauerte laut Polizei von etwa 21.00 Uhr bis 04.00 Uhr an. Die betroffene Wohnung wurde vorerst gesperrt. Die Polizei ging nach früheren Angaben dem Verdacht nach, dass Dritte Sprengmittel in der Wohnung des Betroffenen deponiert haben könnten.

Nachts hatte die Polizei bei Twitter mitgeteilt, der Einsatz werde von der Feuerwehr, dem RKI und der Bundeswehr unterstützt. Nach Angaben der Polizeisprecherin vom Samstagmorgen war ein Rettungswagen des Bundeswehrkrankenhauses gemeint. Als Backup sei bei solchen Lagen ein Rettungswagen vor Ort – der Einsatz sei an einen Rettungswagen gegangen, der in der Nähe gewesen sei.

RND/dpa