Annalena Baerbock, Co-Vorsitzende von Büdnis 90/Die Grünen und Kanzlerkandidatin Quelle: imago images/photothek

Baerbock: Linke hat sich „ziemlich ins Abseits geschossen“

Berlin. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich von der Linkspartei distanziert. Die Linke habe sich „ziemlich ins Abseits geschossen, als sie nicht mal bereit war, die Bundeswehr dabei zu unterstützen, deutsche Staatsangehörige und Ortskräfte aus Afghanistan zu retten.“

Das sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Eine gemeinsame Regierung mit der Linkspartei schloss sie jedoch nicht grundlegend aus. In einer Demokratie müssten alle demokratischen Parteien gesprächsfähig bleiben.

Deutschland müsse in der Außen- und Sicherheitspolitik weiter handlungsfähig und als Partner verlässlich bleiben, sagte Baerbock weiter. Verlässlichkeit in der Außenpolitik bedeute auch, zur Nato zu stehen. Die Linke fordert in ihrem Wahlprogramm eine Auflösung der Nato und will sie durch ein kollektives Sicherheitssystem mit russischer Beteiligung ersetzen.

Linke unterstellt Baerbock Wahlkampft-Strategie

Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker der Linken wehrten sich gegen den Vorwurf Baerbocks. „Es ist schon ein sehr durchsichtiger Wahlkampf, wenn uns jetzt SPD und Grüne Verantwortungslosigkeit vorwerfen“, sagte Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow den Funke-Zeitungen. Die beiden Parteien hätten die Bundeswehr damals in den Afghanistan-Einsatz geschickt. Eine Grundvoraussetzung für Rot-Rot-Grün im Bund sei eine „neue multilaterale Friedenspolitik.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, sprach in den Funke-Zeitungen von einer „ganz billigen Nummer“. Das zeige, dass die Grünen mit der CDU und CSU koalieren wollten. „Auf welchem Planeten muss man leben, wenn man 20 Jahre lang einen desaströsen Einsatz mitträgt und dann von der Linken Nato-Bekenntnisse einfordert?“, sagte er.

RND/dpa