Eine Patientin geht im Corona-Impfzentrum Messe Berlin zum Impfen. Zwölf Bundesländer gehen davon aus, insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro für die Impfzentren aus eigener Tasche zu zahlen. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Bundesländer geben mindestens 1,5 Milliarden Euro für Impfzentren aus

Berlin. Zwölf Bundesländer haben für die Finanzierung der inzwischen zumeist geschlossenen Impfzentren insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro eingeplant oder teilweise bereits ausgegeben. Das geht aus einer Umfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in allen 16 Ländern hervor.

Dabei handelt es sich um absolute Zahlen und Kostenveranschlagungen der Bundesländer, die das RND hochgerechnet hat. Drei Länder konnten noch keine Angaben zu den Kosten machen. Bremen hat auf mehrere Anfragen nicht reagiert.

Im Juni hatte die Gesundheitsministerkonferenz einen Beschluss gefasst, wonach der Betrieb der Impfzentren nach dem 30. September je nach Bedarf zurückgefahren werden soll. In vielen Bundesländern sind die Impfzentren daraufhin geschlossen worden.

So machten unter anderem Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Zentren vorerst dicht – und setzen seither auf Hausarztpraxen sowie mobile Impfteams. Bund und Länder wollten sich die Finanzierung der Impfzentren jeweils zur Hälfte teilen. Laut Bundesamt für Soziale Sicherung zahlte der Bund bis Ende September bereits 1,6 Milliarden an alle Bundesländer aus.

Bevölkerungsreiche Bundesländer haben die höchsten Kosten für ihre Impfzentren und die dazugehörigen mobilen Impfteams einkalkuliert, Nordrhein-Westfalen etwa 482,5 Millionen Euro und Bayern knapp 212 Millionen Euro.

Die etwas kleineren Bundesländer haben da deutlich geringere Kosten. Sachsen kalkuliert für die gesamte Impfkampagne einschließlich Impfzentren und mobile Teams mit etwa 165 Millionen Euro für das Land. Hessen gab an, 25,2 Millionen Euro pro Monat für 28 Impfzentren aufgewendet zu haben – den gleichen Anteil übernahm der Bund.

Rheinland-Pfalz kalkuliert mit etwa 50,5 Millionen Euro bis Anfang Oktober. Die Hansestadt Hamburg plant mit rund 53 Millionen Euro, die selber zu tragen sind. Darin enthalten seien Abrechnungen ärztlicher Honorare, Kosten für den Aufbau des Impfzentrums, Miete für die Messehalle und Personalkosten, hieß es in einer Pressemitteilung.

Schleswig-Holstein geht von Gesamtkosten von 33 Millionen Euro für das Land aus. Valide Daten gebe es aber erst mit der Endabrechnung des dritten Quartals, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Brandenburg geht von Kosten in Höhe von 26,7 Millionen Euro aus, das Saarland von 20 Millionen Euro und Mecklenburg-Vorpommern von 15 Millionen Euro.

Thüringen hat bis Juli 2021 Ausgaben in Höhe von 41,9 Millionen Euro für das Land abgerechnet. Berlin errechnete bis Ende September monatliche Eigenkosten von rund 29 Millionen Euro. Ursprünglich waren in der Hauptstadt sechs Impfzentren geöffnet. Derzeit sind es zwei.

Von Alisha Mendgen, Jorid Behn/RND